Wenn Bauern mit ihren großen Fahrzeugen die Straßen blockieren, machen sie das nicht aus Spaß. Bei einem Pressetermin warben Landwirte und Polizei für mehr Rücksicht.
+
Für ein harmonischeres Miteinander warben (v. l.) Anton und Florian Maier (beide Landwirte), Jakob Maier (BBV-Kreisobmann), Martin Haindl (Maschinenring), Karl Heinz Lauffer (Polizei Dorfen), Benjamin Brückner und Stephanie Faust (beide Polizei Erding) sowie Christian Satzl (Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft). 

Partner im Verkehr

Erntezeit: Bauern und Polizei werben für mehr Rücksicht

Wenn Bauern mit ihren großen Fahrzeugen die Straßen blockieren, machen sie das nicht aus Spaß. Bei einem Pressetermin warben Landwirte und Polizei für mehr Rücksicht.

Niederding – Wer kennt es nicht? Man sitzt bei herrlichem Wetter im Auto Richtung Weiher, und vor einem fährt ein riesiges landwirtschaftliches Fahrzeug, an dem man nicht vorbeikommt. Da ist man schon leicht genervt. Aber nervig kann es auch für den Landwirt werden. Bei einem Pressetermin auf seinem Hof mahnte BBV-Kreisobman Jakob Maier zur gegenseitigen Rücksicht: „Die Getreideernte beginnt, und unser Ziel ist eine unfallfreie Saison.“ Mit dabei waren Vertreter aus Landwirtschaft, der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, des Maschinenrings Erding sowie der Polizeiinspektionen Erding und Dorfen.

Dass Landwirten im Straßenverkehr oft wenig Verständnis gezeigt wird, konnte Landwirt Anton Maier bestätigen: „Wenn ich zum Beispiel mit dem Mähdrescher unterwegs bin und abbiegen will, dann brauche ich dafür die ganze Straßenbreite. Oft wird dann hinter mir gehupt wie verrückt.“ Aber auch Radler seien oft uneinsichtig, beispielsweise wenn man mit der Arbeitsmaschine den Radweg kurzzeitig blockiert: „Ich kann ja nicht mitten auf dem Feld anfangen, sondern am Radweg.“

Gegenseitige Rücksicht

Für ein besseres Miteinander gehören aber zwei Seiten, wusste Christian Satzl von der Berufsgenossenschaft: „Man darf ja mit 16 schon den Bulldog fahren. Die jungen wilden Leute dürfen dann auch nicht mit Vollgas fahren oder mit dem Handy spielen. Und wenn man eine enge Straße vermeiden kann, dann sollte man schon auch den zwei Minuten längeren (Um-)Weg wählen.“

Passend dazu konnte Martin Haindl vom Maschinenring seinen Fahrerknigge kurz vorstellen. Damit wolle der Maschinenring mit zehn einfachen Regeln für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber Landwirten werben. Einige der Regeln: verantwortungsvolles, langsames und konzentriertes Fahren, die Straßen so gut es geht sauber halten, Erntearbeiten an Sonn- und Feiertagen vermeiden und erhöhte Rücksicht beim Abbiegen.

Mehr Akzeptanz für Landwirte in der Bevölkerung

Haindl konnte auch darüber berichten, dass sehr viele Landwirte freiwillig Rückfahrkameras an ihren Fahrzeugen anbringen, um die Sicherheit zu erhöhen. „Es gab sogar Bauern, die die Höchstgeschwindigkeit ihrer Maschinen gedrosselt haben.“

Und die Akzeptanz steigt, seit sich die Bauern so viel Mühe geben. Das konnte Karl Heinz Lauffer, Hauptkommissar aus Dorfen, bezeugen. Seit der BBV-Kreisversammlung in Hofstarring zum Thema „Sicherheit bei der Maissilage“ im vergangenen Jahr, zu der über 300 Landwirte gekommen sind, sei die Erntezeit wesentlich ruhiger verlaufen. An der Veranstaltung waren neben dem BBV auch die Berufsgenossenschaft sowie die Polizei beteiligt. „Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Auch in der Bevölkerung findet ein Umdenken statt“, so Lauffer. „Die Maschinen sind groß und laut. Das heißt aber nicht, dass sie auch zu schnell sind.“ Vor der gemeinsamen Veranstaltung habe es deutlich öfter Fälle gegeben, bei denen die Polizei eingreifen musste. „Wir müssen miteinander im Verkehr umgehen. Wenn jeder ein Stück auf den anderen zugeht und Rücksicht nimmt, funktioniert das.“

„Wir machen diese Arbeit, damit die Lebensmittelregale voll bleiben“

Über ein ärgerliches Thema konnte dann Anton Maier berichten: „An manchen Straßen wird beidseitig geparkt. Da achtet man als Autofahrer darauf, dass da ein anderes Auto vorbeikommen kann. Aber es kann eben auch etwas Größeres kommen.“

Das Umdenken in der Bevölkerung findet allerdings statt und ist auch wichtig, waren sich alle einig. Jakob Maier erklärte den Grund dafür so: „Wir machen diese Arbeit, damit die Lebensmittelregale voll bleiben.“

Mayls Majurani

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Flughafen München im Corona-Schatten: Bilanz des Schreckens am Airport
Nach dem Abflachen der Corona-Pandemie wird am Flughafen München wieder geflogen. Die Bilanz des aktuellen Jahren ist die schlechteste seit Jahren.
Der Flughafen München im Corona-Schatten: Bilanz des Schreckens am Airport
Tui Fly: „140 000 Sitzplätze in die Sonne und zurück“
Der Ferienbeginn in immer mehr Bundesländern sowie in den angrenzenden Nationen lässt auch den Ferienflieger Tui Fly aus dem Corona-Loch kommen. Der für den Münchner …
Tui Fly: „140 000 Sitzplätze in die Sonne und zurück“
Luftfracht bricht um die Hälfte ein
Während des dreimonatigen Corona-Lockdown sind die Passagierzahlen am Münchner Flughafen zeitweise um 99 Prozent eingebrochen. Nicht ganz so verheerend wirkte sich die …
Luftfracht bricht um die Hälfte ein
Fraunberger Kita: Zwei neue Krippengruppen und eine größere Mensa
Die Erweiterung der Krippe im Kinderhaus St. Florian um zwei Gruppen steht schon seit längerer Zeit an. Am Dienstagabend verabschiedete der Gemeinderat Fraunberg …
Fraunberger Kita: Zwei neue Krippengruppen und eine größere Mensa

Kommentare