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Oberding: Gemeinderat befürchtet Münchner Vorstadtflair

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Von: Bernd Heinzinger

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Auf dieser Wiese entsteht ein Mehrfamilienhaus. Das Grundstück stellt die Gemeinde dafür der Raiffeisenbank im Tausch zur Verfügung.
Auf dieser Wiese entsteht ein Mehrfamilienhaus. Das Grundstück stellt die Gemeinde dafür der Raiffeisenbank im Tausch zur Verfügung. © Bernd Heinzinger

Einigen im Gemeinderat Oberding sind die Dimensionen des von der Raiffeisenbank Erding geplanten Bauprojekts an der St.-Georg-Straße zu groß. Dennoch bewilligt das Gremium das Mehrfamilienhaus.

Oberding – Ein Großprojekt plant die Raiffeisenbank Erding in der Oberdinger St.-Georg-Straße. Direkt gegenüber des Seniorenzentrums soll ein Mehrfamilienhaus mit 15 Wohneinheiten entstehen, bei einem Baukörper von 11,99 mal 42,49 Metern. In der Ratssitzung wurde nach einer Diskussion um die Dimensionen das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Zweiter Bürgermeister Anton Nußrainer (WG Oberding), der den krankheitsbedingt fehlenden Bernhard Mücke vertrat, betonte, „dass es sich bei dieser Geschichte um einen Tausch handelt.“ Die Gemeinde würde das derzeitige Raiffeisengrundstück erhalten, die Bank dafür im Gegenzug die Fläche an der St.-Georg-Straße.

Aus rechtlichen Gründen spreche nichts gegen den für Oberdinger Verhältnisse großdimensionierten Bau, sagte Nußrainer. So wären beispielsweise die erforderlichen 35 Stellplätze nachgewiesen, 22 Autos sollen in einer Tiefgarage Platz finden. Seitens der Raiffeisenbank seien Zwei- bis Vierzimmerwohnungen mit einer Fläche bis zu 80 Quadratmetern vorgesehen.

Ob auch ein Spielplatz gebaut werden muss, wollte Christian Kaiser (WG Oberding) wissen. Dass dieser lediglich auf der aktuellen Planung noch nicht dargestellt sei, antwortete Nußrainer.

Absolut nicht einverstanden mit den Dimensionen dieses Baus zeigte sich Matthias Reitinger (WG Notzing): „Der ist einfach viel zu groß. Wir wollen uns doch nicht so wie die Münchner Vorstädte entwickeln, damit wären wir aber auf dem besten Weg dahin.“ Dass dies ein berechtigter Einwand sei, sagte Nußrainer. Allerdings wäre das gegenüberliegende Seniorenzentrum noch ein Stück größer und angesichts der hohen Grundstückspreise müsse man einfach enger bauen: „Die liegen bei über 1000 Euro pro Quadratmeter, von dieser Richtung kommen wir nicht mehr weg.“

Der massive „Block“ werde in der Südansicht von einer Glasfront durchbrochen. Die Gemeinderäte sollten bei diesem Antrag über ihren Schatten springen, forderte Georg Stemmer von der CSU. Jeder kenne die aktuellen Richtpreise und von dem Projekt hänge schließlich auch der Grundstückstausch ab. Dies sei auch für Agens Pointner (WG Oberding) ein entscheidender Grund zuzustimmen. Außerdem gefiel ihr, dass die Raiffeisenbank nicht nur Zweizimmerwohnungen plant, sondern auch größere für Familien. Bei der Abstimmung gab es eine große Mehrheit für das Bauvorhaben, lediglich Matthias Reitinger war dagegen.

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