Ein 100-Jähriges unter Corona-Bedingungen feierten im Hof des Oberdinger Pflegesterns (v. l.): Peter Hiebl (Lebensgefährte von Kerstin Badberger), Kerstin (Enkelin), Luca und Laura Badberger (Urenkelkinder), Jubilarin Ida Heinlein, Michael Mair (Ehemann von Teresa Mair), Leonie (Urenkelin) und Teresa Mair (Enkelin) sowie Marianne (Schwiegertochter) und Robert Badberger (Sohn).
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Ein 100-Jähriges unter Corona-Bedingungen feierten im Hof des Oberdinger Pflegesterns (v. l.): Peter Hiebl (Lebensgefährte von Kerstin Badberger), Kerstin (Enkelin), Luca und Laura Badberger (Urenkelkinder), Jubilarin Ida Heinlein, Michael Mair (Ehemann von Teresa Mair), Leonie (Urenkelin) und Teresa Mair (Enkelin) sowie Marianne (Schwiegertochter) und Robert Badberger (Sohn).

Trotz strenger Regeln: Besondere Überraschung für Ida Heinlein – Geheimrezept Goldwasser

Oberdings älteste Bürgerin ist 100 Jahre alt

Mit ihrem Geheimrezept, täglich einem Gläschen „Danziger Goldwasser“, das bereits von Hildegard von Bingen empfohlen wurde, hat Ida Heinlein nun das ehrwürdige Alter von 100 Jahren erreicht.

VON FABIAN HOLZNER

Oberding – Die längste Zeit ihres Lebens hat sich im mittelfränkischen Pappenheim abgespielt, seit acht Jahren lebt sie im Oberdinger Seniorenzentrum Pflegestern, in der Nähe ihrer Kinder, Enkel- und Urenkelkinder. Bemüht, das Bestmögliche aus diesem besonderen Jubiläum unter den strengen Corona-Einschränkungen zu machen, organisierte das Heimpersonal ein kleines Überraschungstreffen im Freien. Unter dem Vorwand, zumindest einen kleinen Geburtstagsspaziergang zu machen, wurde die älteste Bürgerin der Gemeinde in den Innenhof geführt, wo ein Sessel neben einem Heizstrahler und die voll versammelte Großfamilie auf sie wartete.

Mit Schutzmaske wurde ihr dort ein Ständchen gehalten, und auch das „Anstoßen“ mit einem Glas Sekt ging nur mit dem gebotenen Abstand. „Es war eine komische Situation, wir hätten gerne herzlicher, mit einer Umarmung, gratuliert“, meinte Enkeltochter Kerstin Badberger. Dennoch war die Überraschung offensichtlich bestens geglückt.

Aufgewachsen ist die Jubilarin in einfachen Verhältnissen, ihr Vater war Ofenbauer, ihre Mutter Hausfrau. Mit 19 Jahren heiratete sie den Metzgermeister Konrad Badberger, aus der glücklichen Ehe gingen zwei Söhne hervor. Nach dem frühen Tod Konrads heiratete Ida ihren zweiten Gatten Alfred Heinlein. „Meine Mutter hat bis zur Rente schwer gearbeitet. Freizeit gab es kaum, und das Geld war knapp“, erzählt Sohn Robert Badberger.

Dennoch erfreut sich die 100-Jährige einer guten Gesundheit, „andere wären froh, wenn sie mit 80 noch so rüstig wären“, meinte Enkeltochter Kerstin und fügt an: „Man merkt aber die Auswirkungen der Isolation in den letzten Monaten. Meine Oma hat in einem Jahrhundert so viel erlebt und überstanden, die Pandemie mit ihren Folgen hätte es jetzt nicht mehr gebraucht.“

Lange Zeit war Stricken, insbesondere Socken, der liebste Zeitvertreib Heinleins, doch nach 100 Jahren gehorchen ihr die Finger nicht mehr ganz. Spaziergänge, so erlaubt, und das tägliche Lesen der Heimatzeitung gestalten aber nach wie vor ihren Alltag. Als Geburtstagsgeschenk bekam sie neben einer Torte selbstverständlich ein Fläschchen ihres Lebenselixiers „Danziger Goldwasser“. „Mehr brauch’ ich nicht. Spart euer Geld, wer weiß, wie diese Krise ausgeht“, hat sie ihren Kindern nahegelegt.

Bürgermeister Bernhard Mücke gratulierte der Jubilarin mit einem persönlichen Brief. Ein Wunsch der ältesten Oberdingerin bleibt noch offen: „Wenn der ganze Schmarrn vorbei ist, feiern wir nochmal richtig groß!“.

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