Iran schießt US-Drohne ab - Spannungen drastisch verschärft

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So geht’s nicht, findet Georg Eschbaumer. Er steht in einem vom Flughafen gemähten Bereich einer 30 Hektar großen Ausgleichsfläche zwischen Notzing und Goldach. In seinen Händen hält er zwei der neuen Infotafeln des Bauernverbandes, die über landwirtschaftliche Anbaumöglichkeiten informieren. 

Ortsverband Notzing in Aufruhr

Bauern sauer über Mähaktion des Flughafens

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Verärgert über eine Mähaktion des Flughafens München auf einer Ausgleichsfläche ist der Bayerische Bauernverband (BBV), Ortsgruppe Notzing. Deren Vorsitzender Georg Eschbaumer kritisiert vor allem den Zeitpunkt, zu dem die Klinge angesetzt worden ist.

Notzing – Es geht um eine 30 Hektar große Fläche zwischen Notzing und Goldach im Bereich der Hochspannungsleitung. In verschiedenen Bereichen – insgesamt erstrecken sich diese auf zehn Hektar – wurde gemäht. Ein Unding, wie Eschbaumer findet. „Wir Bauern sollen die Welt retten, und alle anderen können machen, was sie wollen“, macht er seinem Ärger Luft.

Der 55-Jährige ist staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau, betreibt in Notzing Kartoffel- und Gemüsebau, erntet Mais und Getreide. Er spielt auch auf das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ an, das verpflichtende Mähzeiten für Landwirte zum Inhalt hat – während Kleingärtner und eben der Flughafen tun könnten, was sie wollten.

Eschbaumer ärgert am meisten, dass der Flughafen gerade jetzt gemäht hat. „Die Gelege der Fasane und Rebhühner sind schon fertig. Die legen jetzt jeden Tag oder jeden zweiten Tag Eier. Da können die Hühner wieder von vorne anfangen.“

Der BBV-Kreisverband habe sich die Situation vor Ort angeschaut. „Da sind zwei Fasane raus gelaufen“, berichtet Eschbaumer. Auch Rehe seien unterwegs gewesen.

Die Flughafengesellschaft (FMG) bestreitet die Aktion nicht. Pressesprecher Ingo Anspach sagt: „Es ist richtig, dass in dem Bereich gemäht wurde“, und fügt an, „dass aber auch gemäht werden musste“. Der Flughafen halte sich bei seinem Vorgehen an die Vorgaben bezüglich des Saatguts. Würde vor dem Säen nicht gemäht werden, wäre dieses „der Konkurrenz des Unkrauts nicht gewachsen gewesen“.

Die Ausgleichsfläche mit Wildkräutern war im Winter 2017/18 angelegt worden, im folgenden Frühjahr und Sommer wurde ausgesät. Das berichtet Jutta Binder, die bei der FMG in der Landschaftsplanung tätig und Projektleiterin für Ausgleichsmaßnahmen ist. Für die Maßnahme in Notzing sei von Anfang an die Umweltbaubegleitung mit im Boot gewesen. Die betroffenen Bereiche seien bereits vor der Mahd vor Ort überprüft worden.

Binder verspricht: „Da sind wir sehr gewissenhaft.“ Innerhalb eines Vogelschutzgebiets gebe es strenge Auflagen für die Mahd. In Notzing befinde man sich sogar außerhalb eines solchen.

Eschbaumer können diese Aussagen nur wenig besänftigen. „Das ist Wischiwaschi“, sagt er. „Unkrautregulierung auf dem Grünland macht man im Herbst, nicht zur Hauptvegetationszeit.“ Nester mit Eiern entdecken oder Rehkitze aufspüren, das gehe am besten mit Drohnen inklusive Wärmebildkameras, und zwar vor der Mahd. Zum Vorgehen der FMG sagt Eschbaumer: „Das ist ein absoluter Schuss ins Knie.“

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