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Derzeit geshlossen: das Gebäude mit U-49 im Unter- und Arena Palast im Erdgeschoss.

Probleme mit dem Brandschutz

Tauchzentrum auf Tauchstation

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Schock für alle Taucher, die gerne das U-49 in Aufkirchen ansteuern: Das Indoor-Zentrum ist vom Landratsamt aus Brandschutzgründen geschlossen worden. Schuld sind laut Gebäude-Eigentümer aber nicht die Pächter des U-49, sondern die vom Stockwerk drüber.

Aufkirchen – Das U-49 ist ein kleines El Dorado für Unterwasser-Freunde, die nicht unbedingt jedes Mal in den Flieger steigen wollen, um sich zu beliebten Taucher-Zielen in aller Welt aufzumachen. Nein, es geht auch hier im Landkreis. Acht Becken mit rund zwei Millionen Litern Wasser hat das Indoor-Tauchzentrum zu bieten. Sie sind in unterschiedlichen Höhen miteinander verbunden und 4,3 Meter tief. Durch sieben Sichtfenster können Nicht-Taucher ihren Spezln im Wasser gemütlich von einer Bar aus zuschauen.

Doch mit dem feucht-fröhlichen Ambiente ist jetzt erst mal Schluss. Das Gebäude an der Dorfstraße 15a in Aufkirchen (Gemeinde Oberding) ist geschlossen. Das Landratsamt hat es aus Brandschutzgründen dicht gemacht.

Die Pächter des U-49, Martina und Manfred Frauenberger, wurden von der Schließung „kalt erwischt“, wie sie auf der Internetseite ihres Tauchzentrums mitteilen. Die beiden verteidigen sich jedoch auch: „Wir sind alle mehr oder weniger geschockt darüber, dass ohne unser Wissen die Brandschutzauflagen, welche für alle Gebäude gelten, hier nicht eingehalten wurden.“ Die Umstände habe man nicht zu verantworten. Der Verpächter habe die behördlichen Auflagen nicht umgesetzt.

Eigentümer Christof Egger, der in der Nachbarschaft die Salat Service GmbH als Geschäftsführer leitet, sagt trocken: „Jetzt haben wir den Dreck im Schachterl.“ Diesen macht er nicht im Untergeschoss der Immobilie aus, in dem sich das Tauchzentrum befindet, sondern im Stockwerk drüber. Dort war bis zuletzt acht Monate lang der sogenannte Arena Palast beheimatet. Dieser konnte für Veranstaltungen wie Hochzeiten gemietet werden. Egger betont, dass das Tauchzentrum seine Brandschutzauflagen erfülle. Nicht aber der Palast: „Bei 450 bis 600 Personen sind das ganz andere Auflagen als wenn 50 Menschen tauchen“, erklärt Egger.

Der Unternehmer kritisiert die Pächter des Palasts, die für unsere Zeitung gestern nicht erreichbar waren. Wählt man die auf der Homepage angegebene Telefonnummer, heißt es nur, dass diese nicht bekannt sei. „Vor drei Jahren haben wir ein Brandschutzkonzept machen lassen“, berichtet Egger. Damals hieß der Hochzeitssaal noch Nigin Palast. „Dem ging aber das Geld aus“, so Egger weiter. Die neuen Pächter hätten gewusst, dass sie in Sachen Brandschutz tätig werden mussten. Doch in den acht Monaten Arena Palast sei – trotz anderer Absprache – nichts passiert. Nun ist das Landratsamt dazwischen gegangen.

Das ist freilich nicht zuletzt für die Frauenbergers und ihr U-49 bitter. Auch wenn es nur in einem Teil des Hauses brandschutztechnisch nicht stimmt, muss das gesamte Gebäude dicht gemacht werden. Auf ihrer Homepage geben sich die Pächter kämpferisch: „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit wir wieder für Euch und uns das U-49 öffnen können.“

Egger macht dahingehend Hoffnung. Er rechnet damit, dass im Herbst wieder getaucht werden kann. Für den Palast ist jedoch Schluss. Einen entsprechenden Umnutzungsantrag Eggers hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig abgesegnet. Die Tektur ermöglicht nun, dass Erd- und Untergeschoss getrennt voneinander betrachtet werden können. Im Erdgeschoss sollen Lagerräume entstehen. „Dann gibt es keine Leute mehr, die gerettet werden müssen“, sagt der Eigentümer in Anspielung auf die dann weniger strikten Brandschutzauflagen.

Hinsichtlich Brandschutz steht Egger in Kontakt mit dem Landratsamt. Er muss im Zuge seines Bauantrags dann die entsprechenden Nachweise vorlegen.

Seit 1996 kann in Aufkirchen getaucht werden. Derzeit ist das Zentrum gezwungenermaßen auf Tauchstation. Für die Frauenbergers dürfte eine Nachricht jedoch am wichtigsten sein: Dass in ein paar Monaten die Neoprenanzüge wohl wieder übergestreift werden können.

Markus Schwarzkugler

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