Radfahrer und Fahrradweg-Schild
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Mit 2,7 Promille Alkohol im Blut wurde ein Radler in Erding erwischt. Nun muss er eine Geldstrafe zahlen. Symbolbild.

Oberdinger (21) zu Geldstrafe und Fahrverbot verurteilt

Erding: Radeln mit 2,7 Promille wird teuer

  • vonMayls Majurani
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Weil er mit 2,7 Promille Alkohol im Blut auf dem Radl erwischt wurde, muss ein junger Oberdinger eine Geldstrafe zahlen und fünf Monate lang auf den Führerschein verzichten.

Oberding/Erding – Polizeilich bekannt zu sein, ist nichts Gutes. Das stellte ein 21-jähriger Oberdinger im Juni auf der Straße beziehungsweise nun vor dem Amtsgericht Erding fest. Weil er betrunken mit dem Fahrrad unterwegs war, wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der Oberdinger radelte am 30. Juni gegen 17 Uhr durch Erding. Auf der Freisinger Straße fuhr eine Polizeistreife an ihm vorbei. Da wurde dem 21-Jährigen seine Vergangenheit zum Verhängnis. Einer der Polizisten erkannte den Mann aus einem früheren Verfahren wegen Drogenbesitzes und entschloss sich, den Radler einer Verkehrskontrolle zu unterziehen. Der Streifenwagen hielt den Oberdinger an.

„Er war nicht auffällig. Er fuhr keine Schlangenlinien oder so“, erklärte der als Zeuge geladene Polizist. „Erst bei der Kontrolle haben wir gemerkt, dass er besoffen war.“ Satte 2,7 Promille Alkohol wurden beim anschließenden Bluttest im Krankenhaus festgestellt.

„Sie hätten ihn gar nicht kontrolliert, wenn Sie ihn nicht gekannt hätten, oder?“, wollte Rechtsanwalt Martin Paringer wissen. „Wahrscheinlich nicht“, gab der Polizist zu.

Viel Diskussionsbedarf gab es dann aber nicht. Der 21-Jährige gestand die Tat vollumfänglich. Betrunken sei er gewesen, weil ein guter Spezl Geburtstag hatte. Zu dem Zeitpunkt habe er seit mehreren Monaten nichts getrunken, deshalb sei das Ganze „leider ausgeartet“. Seit der Kontrolle habe er keinen Schluck Alkohol mehr getrunken, auch weil er sich seit einer früheren Verurteilung auf die MPU vorbereitet. Dass Radeln unter Alkoholeinfluss verboten ist, sei ihm nicht klar gewesen.

Für den Angeklagten sprachen das Geständnis und die Reue, die er zeigte. Außerdem habe er aus seinen Vorstrafen gelernt, bereite sich auf die MPU vor und kümmere sich um eine Besserung, merkte Staatsanwältin Antja Groenewald an. Sie forderte eine Geldstrafe in Höhe von 70 Tagessätzen zu je 25 Euro und ein fünfmonatiges Fahrverbot.

Richterin Michaela Wawerla verhängte schließlich eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen. Bei der Tagessatzhöhe und dem Fahrverbot folgte sie der Staatsanwaltschaft. Hätte es keine Vorstrafen gegeben, wär der Fall wahrscheinlich gar nicht so aufwendig aufgerollt geworden, gab auch Wawerla bei ihrer Urteilsbegründung zu. Eine höhere Strafe sah sie nicht als nötig an: „Betrunken auf dem Fahrrad gefährdet man im Wesentlichen sich selbst-“

Abschließend wollte Verteidiger Paringer noch wissen, wie das mit dem Fahrverbot funktioniere. Sein Mandant habe im Moment nämlich keinen Führerschein, den er abgeben kann. „Fünf Monate ab Rechtskraft“, erklärte die Richterin. Die Führerscheinstelle wisse schließlich, dass der Angeklagte aktuell keinen Führerschein hat.

Mayls Majurani

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