Firmenporträt Krauss Maffei Automation

Roboter für die ganze Welt

Schwaig – Krauss Maffei Automation hat einen Teil der Produktion nach Schwerin verlegt. In Schwaig steht dennoch eine Betriebserweiterung an. Forschung, Entwicklung und Ausbildung werden die Arbeit am Stammsitz prägen.

Rund drei Millionen Euro investiert KraussMaffei Automation in die Betriebserweiterung am Standort Schwaig. Die Verkehrssituation werde für die Anlieger dadurch aber nicht schlechter, erklärt Geschäftsführer Thomas Marufke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Genau das hatten aber Eltern am Kinderhaus St. Korbinian in der Nähe befürchtet. Sie protestierten mit einer Unterschriftenliste gegen die Zufahrt zum Neubau des Unternehmens. Die Straße ist inzwischen fertiggestellt, wenn auch noch nicht asphaltiert, und dient vorerst nur als Baustellenzufahrt.

Die Wogen dürften aber weitgehend geglättet sein. Kraus Maffei Automation hat einen großen Teil der Produktion nach Schwerin verlegt. In Schwaig herrschen Forschung, Entwicklung und Ausbildung vor.

Sobald die neue Produktionsstraße im Werk steht, rechnet Firmengründer Josef Neureder mit schlimmstenfalls zwei Lastwagen am Tag. Die Planungen zum Erweiterungsbau habe er außerdem erst in Auftrag gegeben, nachdem ein positives Verkehrsgutachten von der Gemeinde abgesegnet wurde, sagt das jetzige Vorstandsmitglied.

Auf der neuen Zufahrt, einer Anliegerstraße, ist allerdings kein Verkehr über 3,5 Tonnen zugelassen. Zudem sei vor allem der Transport mit Sattelschleppern nach Schwerin verlagert worden, so Marufke. „Hier liefern wir viel, viel weniger aus“, ergänzt Neureder.

Nach ihren Worten zeigen sich für Schwaig weitere Vorteile. So arbeite man mit bis zu 30 externen mittelständischen Werkzeugmaschinen-Betrieben zusammen, so dass vor Ort kein Lärm entstehe.

Von den 250 Mitarbeitern in Schwerin und Schwaig seien zwar 220 im Raum Oberding beschäftigt, faktisch aber meist unterwegs. Dazu muss man das Produktionsprinzip verstehen. Während in München die gewünschte Spritzgussmaschine gebaut wird, sorgt Krauss Maffei Automation für die Roboter, die sie bedienen. „Verheiratet“ werden die Komponenten dann weltweit vor Ort mit den Ingenieuren und Technikern aus Schwaig.

Alle drei Stunden wird auf der ganzen Erde ein Krauss-Maffei-Roboter verlagert. Ein Geschäft, welches auch die China National Chemical Corporation interessierte. Eigentlich ein Chemieriese, ist der fernöstliche Firmenverbund (ChemChina) an deutscher Technik und Innovation interessiert, und erwarb Anfang des Jahres Krauss affei mit der Rekordsumme von 925 Millionen Euro. Wohl gut investiertes Geld, denn die Krauss Maffei Group erwirtschaftet derzeit 54 Millionen Euro Umsatz im Jahr und rechnet mit Wachstum.

Dies betrifft auch die Personalpolitik. In Schwaig werden dringend Leute gesucht, wobei man einerseits mit Hochschulen zusammenarbeitet, anderseits auch ein duales Studium ermöglicht.

Gert Seidel

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