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Dem Jubelpaar Sebastian und Veronika Lenz (M.) gratulierten Vize-Landrat Jakob Schwimmer (l.) und 3. Bürgermeister Franz Schweiger. 

„Wir würden heute wieder vor den Traualtar treten“

Diakon Sebastian Lenz feiert Goldene Hochzeit

Mit einem Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Gerhard Salzeder und Geistlichem Rat Josef Schmid, feierten Veronika Lenz und Diakon Sebastian Lenz ihre Goldene Hochzeit in der Kirche in Schwaig. Ein ganz besonderes Anliegen der beiden war es, dass auch der Jesuitenpater Prof. Dr. Christian Kummer den Gottesdienst mitfeierte, denn das Jubelpaar hat viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet und schätzt den Geistlichen sehr.

Schwaig – Diakon Sebastian Lenz (73) wuchs in Unterstrogn auf, besuchte das Gymnasium und ging zur Ausbildung nach Gars am Inn. Nachdem es seinen Eltern nicht mehr möglich war, das Schulgeld zu bezahlen, verpflichtete er sich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr. In dieser Zeit machte er mittels Telekolleg sein Fachabitur und legte die Prüfung in Freising ab.

Auf dem Faschingsball in Oberding lernte der damals 22-Jährige die junge Veronika kennen und tanzte den ganzen Abend nur mit ihr. „Dann ging sie plötzlich heim, und am nächsten Tag wartete ich umsonst im Tanzlokal“, erinnert sich der heute 73-Jährige schmunzelnd. „Ich hatte ja schließlich meinen Stolz, wollte erorbert werden, hab dich deshalb zappeln lassen“, sagt die Jubilarin lachend.

„Wir würden heute wieder vor den Traualtar treten“, da sind sie sich beide einig. Die kirchliche Trauung fand 1969 in Heilig Blut statt. Die Kinder Bernadette, Martin und Michael machten das Glück des Ehepaars vollkommen.

Veronika, die in Schwaig geboren und aufgewachsen ist, hatte in Freising die Ausbildung zur Einzelhandelsverkäuferin erfolgreich abgelegt und arbeitete bei der Firma Zirnbauer in Freising, bevor sie schließlich zum Gewandhaus Gruber wechselte. Auch als die Kinder klein waren, arbeitete sie in Teilzeit dort.

Nach dem Theologiestudium bewarb sich Sebastian Lenz um das Diakonat und wurde sofort genommen. „Die Weihe zum Diakon nahm Bischof Dr. Ernst Tewes vor“, erinnert er sich. Dass ihr Ehemann die theologische Laufbahn einschlägt, war Veronika Lenz von Anfang an bewusst, und so klingt es auch kein bisschen vorwurfsvoll, wenn sie sagt: „Ich habe mein ganzes Leben auf ihn gewartet.“ Denn ein Seelsorger hat keine 40-Stunden-Woche, keinen freien Sonntag. „Ohne Pfarrerbonus“ – wie die Jubilarin betont – bekam er die Leitung des Pfarrverbands Aufkirchen übertragen. „Die Anfangsjahre waren nicht so einfach, erst nach und nach wurde meine Leistung anerkannt“, erzählt der Jubilar. In knapp 23 Jahren war er an der Renovierung aller sieben Kirchen des Pfarrverbands beteiligt und ist darauf stolz.

Viele Jahrzehnte war Diakon Lenz auch in der Notfallseelsorge aktiv, aber bei Nachtfahrten macht ihm inzwischen das Augenlicht Probleme. Er hilft nach wie vor seinen Pfarrerkollegen, fährt sogar bis nach Forstern, um hier Taufen vorzunehmen. Seine Hilfsbereitschaft ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt, aber auch, dass er eine Ehefrau hat, die ihn voll unterstützt, ihm zur Seite steht.

Veronika Lenz ist Mesnerin in Schwaig, und so ist es kein Wunder, dass das Ehepaar soziales Engagement zeigt und der christliche Glaube im Alltag verankert ist. Diese Werte haben sie an ihre Kinder und die fünf Enkelkinder weitergegeben.

Mit dem Pfarrverband haben sie viele einwöchige Reisen nach Rom, in die Slowakei, ins Elsass oder nach Dresden unternommen. In den vergangenen Jahren standen auch Ziele in Italien, Polen und Zypern auf dem Urlaubsprogramm. Sogar eine Teilstrecke des Jakobswegs sind Veronika und Sebastian Lenz gegangen.

Der Diakon findet bei der Gartenarbeit Entspannung, hat hierbei Hilfe von Berta und Hansi, denn die beiden Laufenten sorgen dafür, dass keine Schnecke Gemüse oder Obst anbeißt. Für Veronika Lenz wurde die Acrylmalerei zum Hobby. Sie ist bei Prof. Hannes Döllel im Kurs, malt sowohl Personen als auch Landschaften und probiert immer wieder neue Malstile aus. Wenn Sebastian Lenz die Bilder seiner Frau lobt und betont, wie stolz er auf sie ist, dann winkt sie ab, denn sie will nicht im Mittelpunkt stehen.

Das Jubelpaar genießt sein Eigenheim, den Garten und freut sich, wenn die Kinder und Enkel zu Besuch kommen. Wenn man hört, wie sie von den vergangen 50 gemeinsamen Jahren erzählen, spürt man, dass die tiefen Gefühle immer noch eine sehr große Rolle spielen. ELVI REICHERT

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