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Die Fußfessel braucht der Afrikaner erst mal nicht mehr: Er war nur drei Wochen in Freiheit.

Nach Aufschrei im Landkreis

Sextäter muss aus Asylheim wieder ins Gefängnis - aus diesem Grund

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Der verurteilte Sexualstraftäter hat die Asylunterkunft bei Aufkirchen verlassen müssen. Er sitzt seit Freitag wieder im Gefängnis. Der Afrikaner hatte sich Neues zuschulden kommen lassen.

Oberding   Der Fall hatte bayernweit für Aufsehen gesorgt: Die Regierung von Oberbayern hat vor drei Wochen einen Intensivstraftäter in ihrer Gemeinschaftsunterkunft an der Flughafentangente Ost untergebracht. Dabei handelt es sich um einen Afrikaner, der Anfang 30 sein soll und mutmaßlich ein Senegalese ist. Er war wegen sexueller Nötigung zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden, die er in Bayreuth vollständig verbüßt hat.

Danach konnte der Mann, der weiter als Risiko gilt, wegen fehlender Papiere nicht abgeschoben werden – er hatte unterschiedliche Angaben zu seiner Nationalität gemacht. Darum kam er in die Oberdinger Unterkunft. Vier Familien mit Kindern, die dabei waren, sich zu integrieren, mussten deswegen ausziehen. Diese Entscheidung stieß bei der Gemeinde Oberding, der Stadt Erding und im Landratsamt auf scharfe Kritik (wir berichteten).

Dem Afrikaner wurden strenge Auflagen gemacht. So muss er eine Fußfessel tragen, darf sich nur von 6 bis 22 Uhr im Freien aufhalten und wird rund um die Uhr bewacht. Genau das wurde ihm jetzt zum Verhängnis. Denn nach Informationen unserer Zeitung hat der Mann gegen diese Anordnungen verstoßen.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema: Sextäter im Asylheim: Regierung hat versagt

Am Mittwoch voriger Woche kehrte der Senegalese erst gegen 22.15 Uhr in die Unterkunft zurück, nachdem er mit einem Spezl unterwegs war. Die Polizei informierte die Führungsaufsichtsstelle am Landgericht Landshut. Die übertrug den Fall, wie üblich, der Staatsanwaltschaft. Die beantragte beim Amtsgericht Erding Haftbefehl. Ein Ermittlungsrichter dort erließ diesen am Freitag. Dies bestätigt Dr. Stefan Priller, stellvertretender Direktor und Pressesprecher der Erdinger Justiz, am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Der Afrikaner sitzt nun in der Justizvollzugsanstalt Mühldorf.

Es dürfte zu einem neuerlichen Prozess kommen. Wie lange der Intensivtäter in U-Haft bleibt, ist offen. Er kann laut Priller beim Amtsgericht Erding einen Haftprüfungsantrag stellen oder beim Landgericht Haftbeschwerde einlegen. Nach spätestens sechs Monaten ohne Hauptverhandlung müsse die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht München erklären, ob und warum der Senegalese weiter in U-Haft zu bleiben habe.

Dies ist von Bedeutung, weil sich nun die Frage stellt, ob dem Afrikaner der Platz in Oberding freigehalten wird oder die Familien zurückkehren können. Dazu sagte Regierungssprecher Dr. Martin Nell, seine Behörde habe von der neuerlichen Festnahme erst am Montag erfahren. „Uns liegen noch keine vollständigen Informationen über die näheren Umstände vor, insbesondere nicht dazu, wie lange die Haft andauern soll.“ Schon allein deshalb könne man „noch keine Aussage über mögliche Konsequenzen für die weitere Belegung treffen“. Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke habe man aber bereits informiert.

Wie unsere Zeitung erfuhr, hat der Mann zumindest indirekt gegen eine weitere Auflage verstoßen: Er hat in einem Fall seine Fußfessel nicht aufgeladen, woraufhin Alarm ausgelöst wurde.

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