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Emma Egger mit ihrer Hündin Uschi vor einem Apfelbaum, der vor 86 Jahren von ihrer Mutter gepflanzt wurde.

Tag der offenen Gartentür

Das Aufkirchener Naturparadies

Am Tag der offenen Gartentür öffnen vier Familien im Landkreis Erding ihre Pforten für die Besucher. Eine der vier Naturoasen gibt es bei Familie Egger in Aufkirchen zu sehen. In dem zwei Hektar großen Landschaftspark tummeln sich sogar Pfaue.

Aufkirchen – Seit 1999 findet der Tag der offenen Gartentüre statt, an dem private Gärten zur Besichtigung geöffnet sind, egal ob Obst-, Gemüse- oder Blumengarten. Wer einen Naturgarten erleben möchte, für den ist der drei Hektar große Landschaftspark der Familie Egger in Aufkirchen ein Paradies. Emma Egger (86) und ihr Sohn Charly sorgen seit 30 Jahren dafür, dass das Waldstück der Eltern beziehungsweise Großeltern kultiviert wird.

Hier wachsen unzählige Baumsorten, unter anderem Walnuss, Birke, Ahorn, Akazie und sogar eine Schwarznuss. Aber auch Nadelbäume wie Kiefer, Fichte und Lärche sind zu finden. Das Totholz sorgt für lauschige Plätzchen. Dazwischen sind Lichtungen angelegt mit Wildblumen, damit die Bienen aus den acht Stöcken genügend Nahrung finden, ebenso Schmetterlinge und andere Insekten. „Früher gab es hier unzählige Schmetterlinge, vor allem, wenn wir im Herbst die heruntergefallenen Birnen liegen gelassen haben“, schwärmt Emma Egger.

Das „Naturparadies“ macht eine Menge Arbeit, erzählt Sohn Charly Egger, vor allem durch Sturmschäden und verschiedene Baumschädlinge. Sogar eine Weidenbohrer-Larve hat er schon entdeckt, weshalb einige Bäume morsch sind. Aber das mache ja den Charme dieses Landschaftsgartens aus.

Mehrere Pfauen tummeln sich auf dem Anwesen, und wenn man Glück hat, kann man die Pfauenmama mit ihren drei Jungen entdecken, die vor kurzem geschlüpft sind. Außerdem gibt es hier glückliche Hühner, auf die der Hahn sehr gut aufpasst.

Die Familie Egger ist sehr sozial eingestellt, deshalb kommen die Kinder der örtlichen Montessori-Schule regelmäßig vorbei. Sie haben Baumhäuser gebaut, und sogar eine kleine Burg ist in Arbeit. Ein Schuppen wurde von den Kindern als Medienhaus auserkoren, hier haben sie ihre Redaktionsräume und davor einen Naturpool. Aber auch die Dorfkinder sind regelmäßig Gäste des Landschaftsgartens.

Platz für Reiter und Motocrosser 

Reiter dürfen mit ihren Pferden über das Grundstück, um nicht auf der Straße nach Notzing gefährdet zu sein. Für sie ist auf einer Lichtung auch die Möglichkeit gegeben, Springübungen zu machen. Ein kleiner Rundparcours darf zu festgelegten Zeiten von Motocross-Fahrrädern befahren werden. „Die Jugendlichen halten sich daran, passen auch auf die Tiere auf“, sagen die Eggers.

In einem kleinen Gemüsegarten hat der 13-jährige Enkel Paul mehrere Hochbeete angelegt, hier werden unterschiedliche Sorten angepflanzt. Inzwischen wachsen an der Hausmauer Rhododendronsträucher, die irgenwann einmal zwei bis drei Meter hoch werden sollen. Das findet der Enkel nämlich sehr schön.

Der Besuch des Naturgartens ist erholsam, und man entdeckt immer Neues, staunt über unbekannte Baumarten und abgestorbene Bäume, die als Nistmöglichkeit für Vögel und Insekten dienen.

Emma Egger ist begeistert von ihrem sogenannten Hochhaus: In einen hohlen Baumstamm wirft sie oben die Nüsse rein, und unter an der Wurzel kann dann sich das Eichhörnchen bedienen. Die Öffnungen weiter oben hat zum Teil eine Specht bezogen.

Der Naturgarten in Aufkirchen ist, wie die drei anderen Gärten (siehe unten) auch, am kommenden Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen gibt es nicht, jeder Besucher kann selbst durch den Garten streifen. Nur eins ist Tabu: das Mitbringen von Hunden. Elvi Reichert

Drei weitere Gärten

Am Tag der offenen Gartentür öffnen am Sonntag auch diese drei Gärten ihre Pforten:

Gemüsegarten Pitz, Erding, Münchener Straße 86: Dieser professionelle Gemüsegarten wirkt wie ein Relikt bäuerlicher Struktur im Stadtgebiet. Auf fast 6000 Quadratmetern wird Gemüse und Obst angebaut. Aus Hobby ist Leidenschaft geworden: Mittlerweile wird so viel Gemüse angebaut, dass ein Privatverkauf entstanden ist. Im hinteren Teilbefinden sich eine Streuobst- und Blumenwiese. Für Besucher gibt’s Tipps zum Gemüseanbau im Hausgarten.

Schlichte Schönheit, Familie Kaps, Wartenberg, Höhenring 27: Der 500 Quadratmeter große Hausgarten ist modern und farblich schlicht gehalten. Die weißen Blüten bilden einen Kontrast zur sonst dezenten Farbgebung in verschiedenen Grüntönen. Abgerundet wird das Ganze mit zeitgemäßer Gestaltung aus verschiedenen Steinen und Buchskugeln.

Garten am Waldrand, Marianne Degenbeck und Rudolf Meindl, Taufkirchen, Dorfener Straße 37: Ein Rundgang durch diesen 800 Quadratmeter großen Garten am Waldrand ist ein besonderes Erlebnis. Der Garten hat einen modernen Teil, der streng mit Stein und Skulpturen strukturiert ist. Als Kontrast dazu sind Rosen, ein Teich, ein Schattenbeet, eine Kräuterspirale sowie Gartenaccessoires und Kunstobjekte zu sehen.red

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