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Faszination Holz: Künstler Wolfgang Fritz (l.) feierte mit seinem Tag der offenen Werkstatt in Oberding einen durchschlagenden Erfolg. Immer wieder fanden sich Gruppen zu Werkstattführungen ein.  

Tag der offenen Werkstatt bei Holzbildhauer Wolfgang Fritz 

Mit der Kettensäge zum Kunstwerk

Hochbetrieb herrschte beim Tag der offenen Werkstatt in Oberding. Holzbildhauer Wolfgang Fritz war begeistert von der großen Resonanz.

von klaus kuhn

Oberding – Wolfgang Fritz konnte sein Glück kaum fassen: Die Gäste gaben sich zu seinem Tag der offenen Werkstatt am Sonntag die Türklinke in die Hand – und das praktisch den ganzen Tag lang. Die Aktion des bekannten Oberdinger Holzbildhauers war Teil eines weltweiten Projekttages, an dem in 27 Nationen weit über 90 Werkstätten mitgemacht haben.

Der 1949 in Tiengen am Hochrhein (Baden-Württemberg) geborene Künstler ist seit 2009 bei Sculpture Network, und dieses hatte ihn eingeladen, mitzumachen bei dieser Großaktion, die Skulptur und Architektur zusammenführen will. Willig machten alle mit, als Fritz sein Handy zückte, ein Foto von den gerade versammelten Gästen schoss und beim Online-Dienst Instagram hochlud, bevor er mit seiner Werkstattführung begann.

Fritz arbeitet gern mit Fundstücken. Die schaut er sich genau an, bevor er das Werkzeug ansetzt. Das war natürlich Thema in der Werkstatt: Kettensägen sind das Wichtigste, aber eben auch die vielen ganz feinen Elektrofeilen, Schleifpapiere und Schnitzwerkzeuge. Er erklärte sie alle. Fasziniert hörten die Gäste zu, wie er zu jedem der vielen Stücke in seiner Werkstatt eine Geschichte erzählte. Die Frage allerdings, warum er wirklich über jedes einzelne Holzstück noch genau sagen könne, wann er es wo gefunden hat, konnte er nicht genau beantworten. Er habe es eben noch gewusst.

Fritz erzählte von seinem künstlerischen Werdegang und erklärte dabei, warum immer wieder akademische Künstler wie er zu abstrakten Werken kommen: Es ist die Ausbildung, die sich zunächst lange – für Fritz zu lange – an Gegenständlichem festhält. Das habe er irgendwann nicht mehr gewollt. „Ich kann auch Portrait und Akt“, betonte er aber. Wer die ausgestellten Arbeiten („Es ist alles frei, sie dürfen alles fotografieren“) betrachtete, fand auch schnell den Beweis dafür.

Geduldig erklärte Fritz auch in Einzelgesprächen den Werdegang seiner Werke, berichtete augenzwinkernd, dass es manchmal schon recht eng zugehe – so eng, dass er schon mal eine fertige Arbeit versehentlich vom Regal gestoßen habe. „Ich hab’ echt gedacht: ,Oh, Sch… jetzt ist es hin.‘“ Aber das Holz habe es ausgehalten.

Geschäftstüchtig gab sich Fritz bei all dem nicht, er wollte diesen Tag nicht als Verkaufsausstellung verstanden wissen und verzichtete daher auch auf Preisauszeichnungen für die Arbeiten, die auch nicht etwa in Form einer Ausstellung präsentiert wurden. Hätte es nicht das nette Kuchenbuffet zwischen unaufgeräumter Hobelbank und Kran mit Laufkatze gegeben, nichts hätte an eine öffentliche Veranstaltung erinnert.

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