Tauchzentrum Divers Indoor 
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Das ist sein Reich: Robert Walter, unter ihm die sieben Tauchbecken in der ehemaligen Sauerkrautfabrik.
Tauchzentrum Divers Indoor
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Hier lässt’s sich aushalten: Die Bar wird nun mit LED beleuchtet.
Tauchzentrum Divers Indoor
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Der Verleih: Für Unterwasserbilder gibt’s sogar eine Drohne (vorne rechts).
Tauchzentrum Divers Indoor
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Farbenfrohe Schönheit: der künstliche Feuerfisch.

Tauchzentrum Divers Indoor hat eröffnet

Nach eineinhalbjähriger Zwangspause: Aufkirchen ist wieder auf Tauchstation

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Feuer und Wasser, das verträgt sich bekanntlich nicht so gut miteinander. Das war auch beim Tauchzentrum in Aufkirchen so. Der Brandschutz hat dafür gesorgt, dass Unterwasser-Freunde eineinhalb Jahre lang nicht mehr in der Gemeinde Oberding auf Tauchstation gehen konnten. Die Pächter des damaligen U-49 hatten in der Zwischenzeit gekündigt. Doch nun, unter neuer Flagge, halten die Taucher wieder Einzug in Aufkirchen. Seit dem Nikolaustag hat das Divers Indoor geöffnet.

Aufkirchen – Welche besondere Stellung das Tauchzentrum in der ehemaligen Sauerkrautfabrik hat, weiß Robert Walter, der mit Jürgen Steiger und Florian Eschenloher über die Yneep GmbH das Zentrum jetzt betreibt. „In ganz Bayern sind wir das einzige dieser Art“, sagt der 51-jährige Ismaninger.

Nur zwei weitere Indoor-Tauchzentren in ganz Deutschland

Deutschlandweit gebe es gerade mal zwei weitere vergleichbare Indoor-Tauchmöglichkeiten.

Umso wichtiger, dass nun in Aufkirchen wieder geöffnet ist. Zumal man in Bayern im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern nur in Seen tauchen darf, in denen es explizit erlaubt ist. Der Echinger Weiher oder der Starnberger See wären da schon die nächstgelegenen Optionen – aber eben outdoor,versteht sich, also draußen.

Schon vor ein paar Jahren, berichtet Walter, gab es Kontakt zum Immobilien-Eigentümer Christof Egger. Wegen anderweitiger Tätigkeit stieg die GmbH damals jedoch noch nicht in Aufkirchen ein, und es übernahmen erst mal die Pächter des U-49. Im Dezember 2018 gab es wieder Kontakt, und diesmal stieg Yneep in Aufkirchen ein. Es folgten einige Monate, in denen fleißig gewerkelt wurde. „Es steckt viel Arbeit dahinter“, sagt Walter. An den Becken hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert. Es sind sieben an der Zahl, 4,90 bis 5,10 Meter tief, gefüllt mit insgesamt rund zwei Millionen Litern Wasser. Zwei kleinere Becken etwa dienen als eine Art Spielplatz mit Korallenriff und Reifen, durch die getaucht werden kann.

Viel Arbeit in den vergangenen Monaten

Für die Simulation einer Unterwasserwelt, wie man sie im Ozean vorfinden könnte, dienen unter anderem ein künstlicher Feuerfisch, der farbenfroh leuchtet, genauso wie ein paar Quallen. Dank LED-Technik, die unter anderem auch die Bar schick ausschauen lässt, ist nun auch Nachttauchen möglich.

Viel Arbeit steckten Walter und Co. auch in den Barbetrieb oder in das neue Deck mit Tischen und Sitzgelegenheiten. Auch die Küche wird bald komplett fertig sein. Essen können die Taucher in Kajüten, die stilecht in Holzbretter- beziehungsweise Schiffsbodenoptik gehalten sind. An der Wand hängt – passend zum Thema – ein Plastik-Schwertfisch.

Neue Türen und Kabel für den Brandschutz, eine neue Brandmeldeanlage und viel Putzarbeit für die hygienischen Anforderungen sind noch anzumerken. Doch all die schweißtreibende Arbeit hat sich gelohnt, findet Walter. Was seinen Sport so ausmacht? „Tauchen ist schweben, Schwerelosigkeit, Raum erleben“, schwärmt er. Nach einem stressigen Arbeitstag auch mal Ruhe finden, nur mit sich alleine beschäftigt sein, das macht das (Indoor-)
Tauchen für ihn aus.

1986 kam Walter selbst zum Tauchsport. „Ein Spezl sagte damals zu mir: ,Da, nimm die Flasche und den Atemregler.‘ So hat’s angefangen“, erinnert er sich. Der Tauchsport sollte ihn nicht mehr loslassen.

Und er will freilich möglichst viele andere Menschen davon begeistern. Im Divers Indoor gibt es Räumlichkeiten für Tauchunterricht. Freiberufliche Tauchlehrer bilden in allen möglichen Ausbildungsstufen fort. Auch Schnuppertauchen ist möglich. Ausrüstung gibt es vor Ort im Verleih, im Tauchshop kann man sich Neoprenanzug, Maske, Flossen und Co. auch kaufen. Ganz billig ist der Sport freilich nicht. Eine komplette Ausrüstung in der untersten Grundausstattung liegt Walter zufolge bei rund 1000 Euro. Nach oben sind die Grenzen offen.

Im neu eröffneten Tauchzentrum gibt es ein Reisebüro, über das das Divers Indoor in Zusammenarbeit mit einem Rosenheimer Veranstalter Tauchreisen anbietet.

„Man muss nicht groß mutig sein.“

Wer sich jetzt denkt: „Das ist ja alles schön und recht, aber das Tauchen ist mir zu gefährlich“, dem erwidert Walter: „Man muss nicht groß mutig sein. „Du hast eine Flasche, die dein Überleben sichert, einen Atemregler, der anzeigt, wie viel Luft du noch hast.“ Das müsse man eben beachten. Und wenn nicht? „Dann ist das, wie wenn man sieht, dass ein Lkw auf einen zufährt, und man geht nicht auf die Seite.“

„Es gibt nicht viele Regeln“, sagt Walter. „Aber die musst du beachten.“ Erstens: immer atmen, und zweitens: immer den Druckmesser im Blick haben. „Das ist schon das Wichtigste“, so Walter.

Sein Divers Indoor zählt schon einige Stammkunden. Privatpersonen, aber auch Vereine schauen in Aufkirchen vorbei. Nicht zuletzt Filmgesellschaften haben bereits für Drehs unter Wasser angefragt.

Selbst das ist in Aufkirchen nun wieder möglich. Zuvor war das Tauchzentrum eineinhalb Jahre lang auf Tauchstation gegangen. Das Problem lag, wie berichtet, nicht im Untergeschoss der Immobilie, in dem sich das Tauchzentrum befindet, sondern im Stockwerk drüber. Dort war bis zur Schließung acht Monate lang der so genannte Arena Palast beheimatet. Dessen Betreiber kam den Brandschutzauflagen trotz Zusage nicht nach, und das Landratsamt sperrte irgendwann die gesamte Immobilie (wir berichteten).

Statt des Tanzsaals wird das Erdgeschoss mittlerweile als Lager genutzt. Die Brandschutzauflagen sind dafür wesentlich niedriger als für einen Saal für mehrere hundert Personen.

Informationen,

etwa zu Angebot, Preisen, Öffnungszeiten oder Veranstaltungen, gibt es auf der Facebook-Seite des Divers Indoor oder unter www.divers-indoor.de.

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