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Die Stunde der Wahrheit beim „Breznknödl-Deschawü“: Der halbnackte Dorfpoet Ignaz Igel (Jakob Maier) lässt die redselige Gschaftlingerin (Alexandra Haun) nur kurz verstummen. Sie hat ihm einiges zu erzählen.

Theatergruppe "De Deanga"

Schrullige Männer und eine Charmeattacke

Niederding - Mit dem Schwank „Breznknödl-Deschawü“ von Ralph Wallner kam die Theatergruppe „De Deanga“ aus Niederding gut beim Publikum an. Valentin Kallinger feierte damit sein Regie-Debüt.

Was tun, wenn man plötzlich in einer unheimlichen Endlosschleife gefangen, ein und denselben Tag immer wieder erleben muss? Genau das passiert Ignaz Igel im Schwank „Breznknödl-Deschawü“ von Ralph Wallner, mit dem die Theatergruppe „De Deanga“ am Freitagabend Premiere im Niederdinger Bürgersaal feierte. Es war zugleich das Regiedebüt des 21-jährigen Valentin Kallinger, der bislang als Laiendarsteller auf der Bühne mitgewirkt hatte (siehe Text unten).

Das Publikum reagierte mit vielen Lachern und spendete begeistert Applaus. In der Rolle des armen Groschenromanschriftstellers Ignaz Igel erlebte man einen wandlungsfähigen Jakob Maier. Dass der in der Hamsterradfalle rotierende Landpoet plötzlich jeden Tag Brezenknödel essen musste, war eines seiner geringsten Probleme. Zuerst reagierte der im Tagesablauf Gefangene mit selbstironischem Galgenhumor, der ich zu bohrender Verzweiflung bis hin zum gellenden Urschrei steigerte.

Wie es zu dem verhexten „Deschawü“ kam, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel: Es waren keine übernatürlichen Mächte, sehr wohl aber handfeste Interessen im Spiel, weil Ignaz Igel seine Himmelschlüsselwiese nicht verkaufen wollte. Da konnten der werte Herr Bürgermeister (Michael Strebl) und Igels bester Freund Fips (Franz Kreuzpointner) so viele listenreiche Kapriolen schlagen, wie sie wollten – ein witziges Gespann, diese zwei schrulligen Mannsbilder.

Dem heiratsscheuen Rosser Flori (Florian Huber) gingen fast die Rösser durch, als er in Gefahr geriet, „beringt“ zu werden. Denn die Damen hatten es faustdick hinter den Ohren und standen den Männern an Schlitzohrigkeit in nichts nach: Ignaz Igels herrlich gschnappiges Töchterlein Hanni (Stephanie Maier), die redselige Gschaftlingerin (Alexandra Haun), die sangesfreudige Betbichlerin (Andrea Hartung) und die resolute Emerenz (Agnes Pointner).

Das Darstellerteam ließ mit seiner temperamentvollen Spielfreudigkeit den Funken überspringen. Besonders gut kamen auf die Gemeinde zugeschnittene Anspielungen an. Da wurde der linkische Bürgermeister Hopfmoser als „Möchtegern-Mücke“ bezeichnet. Nachdem Oberdings Gemeindechef Bernhard Mücke zu den Premierengästen zählte, überraschte ihn die Betbichlerin prompt mit einer Charmeattacke, weil Bürgermeister perfekt in ihr Beuteschema passten. Weiteren Aufführungen: sind am Freitag 18. November und Samstag, 19. November, jeweils um 20 Uhr. (Vroni Vogel)

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