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Ihr Ein und Alles: Jutta Iqbal-Meißner mit Merlin.  

Verzweifelte Wohnungssuche 

Nicht ohne meine Hunde

Jutta Iqbal-Meißner aus Oberding ist in einer verzwickten Lage. Die 55-Jährige liebt ihre Tiere über alles, doch das kostet sie jetzt ihre Wohnung. Vor über einem Jahr erhielt die Frührentnerin die Kündigung für ihre Zweizimmerwohnung in Oberding.

OberdingJutta Iqbal-Meißner aus Oberding ist in einer verzwickten Lage. Die 55-Jährige liebt ihre Tiere über alles, doch das kostet sie jetzt ihre Wohnung. Vor über einem Jahr erhielt die Frührentnerin die Kündigung für ihre Zweizimmerwohnung in Oberding.

Das Problem seien die Tiere gewesen, erzählt sie. Mit zwei Katzen und ebenso vielen Hunden lebt die Mieterin seit mehr als zwölf Jahren in dem Apartment. Im Mietvertrag war allerdings nur die Haltung von Kleintieren und Katzen festgelegt. 2005 war Iqbal-Meißner aus familiären Gründen aus Nordrhein-Westfalen in den Landkreis gekommen, um nahe bei ihrem Bruder zu wohnen. „Die Hunde habe ich mir kurz nach meinem Umzug angeschafft und den Vermieter gefragt – der hatte damals nichts dagegen und es erlaubt“, erklärt sie. Seitdem begleiten ein Jack Russell Terrier und ein Mischling aus Osteuropa die Frau in ihrem Leben.

„Die Hunde sind meine Motivatoren und retten mir immer wieder den Tag“, offenbart die 55-Jährige. Abgeben möchte sie die Tiere dementsprechend nicht. Die Katzen könne sie zur Not noch woanders unterbringen, aber ohne die Hunde gehe sie nirgendwo hin, versichert die Oberdingerin. Doch die Zeit wird knapp.

2017 habe sie fieberhaft nach einer neuen Unterkunft gesucht. „Mein Sohn hat mir geholfen – er hat einen Makler bezahlt, wir haben im Internet gesucht, aber nichts“, erzählt Iqbal-Meißner. Trotz niedriger Ansprüche sei es für sie unmöglich gewesen, ein neues Zuhause zu finden. „Die Wohnung meines Sohnes ist zu klein für mich, seine Frau und ihn. Und mein Bruder hat eine sehr starke Hundeallergie“, erklärt die Frührentnerin. Doch ein Heim im Landkreis Erding, in dem man Hunde halten darf und das nicht allzu teuer ist, sei nicht zu finden gewesen.

Von der Stadt Erding habe sie zwar eine Zusage für eine Wohnung bekommen, allerdings mit einer Wartezeit von bis zu drei Jahren. So viel Zeit bleibt Iqbal-Meißner allerdings nicht mehr, denn bereits am 5. Februar droht ihr die Zwangsräumung. „Meine einzige Option ist dann noch der Container, aber da gehe ich nicht rein“, sagt sie über ein Sozialwohnung für Obdachlose. „Bevor ich meine Hunde abgebe, gehe ich lieber auf die Straße.“ 

Franziska Böhm

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