Die Feuerwehr-Jugend war beim Kreisfeuerwehrtag in Oberding stark vertreten. Mehr als 300 unterzogen sich erfolgreich dem Wissenstest. Fotos: Kuhn

Kreisfeuerwehrtag und Kreisjugendfeuerwehrtag

Vogl: „Die Zukunft liegt in der Jugend“

Oberding –Die Brandlöscher des Landkreises trafen sich zum Kreisfeuerwehrtag. Besonders stark vertreten war heuer der Nachwuchs: Mehr als 300 Jugendfeuerwehrler machten beim Wissenstest mit.

Rekord beim Kreisfeuerwehrtag: Die Feuerwehr Oberding, die am Samstag Gastgeber war, konnte zum Wissenstest mehr als 300 Angehörige der Jugendfeuerwehren begrüßen. Sie alle haben bestanden. 50 Freiwillige kümmerten sich um den Feuerwehr-Nachwuchs. Kreisjugendfeuerwehrwart Martin Kowalski zeigte sich zufrieden und erklärte, dass dieser Test aus Theorie und Praxis bestehe. Kreisbrandrat Willi Vogl würdigte gleich in seiner Begrüßung das enorme Engagement der Jugendbetreuer.

Auf dem Platz vor dem Gerätehaus waren die neuesten Fahrzeuge der Feuerwehren aufgefahren. Das teuerste war dabei der neue Einsatzleitwagen der Flughafenfeuerwehr auf der Basis eines Reisebusses, der mit rund einer Million Euro veranschlagt wird. Der Wagen verfügt über eine Kamera auf einem hohen Mast, mit der ein Lagebild auf einen großen Monitor gebracht werden kann.

Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke fühlte sich bei der anschließenden Verbandsversammlung geehrt, dass der Kreisfeuerwehrtag „in unserem kleinen bescheidenen Feuerwehrhaus“ stattfindet. „Jede Ortschaft hat Gott sei Dank eine eigene Feuerwehr“, sagte Mücke. Das sei auch nötig vor dem Hintergrund des Schulhausneubaus, der zu 700 Schülern in Oberding führen werde. Feuerwehren müssten gut ausgerüstet sein, verlangte der Bürgermeister angesichts 300 Einsätzen, die heuer erwartet werden.

Das Motto „Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit – komm hilf mit“ ist nach den Worten des Kreisbrandrates gut gewählt. Er hatte auch jede Menge aktuelle Zahlen rund um die Feuerwehren dabei. So hätten landkreisweit 3500 Feuerwehrleute 3507 Einsätze mit 35 700 Stunden abgearbeitet – gerechnet noch ohne Übungen und Ausbildungen. Dafür müsse man dieselbe Stundenzahl durchaus noch aufschlagen. 1500 Freiwillige hätten an Landkreisausbildungen teilgenommen. 100 Ausbilder habe der Kreis hier. „Wir können immer welche brauchen“, warb Vogl und erklärte: „Vor großflächigen Waldbränden sind wir verschont geblieben. Das müssen wir auch nicht unbedingt haben.“ Die Brandeinsätze hätten „bemerkenswert“ zugenommen – um 20 Prozent.

Fehlalarme hingegen hätten sich bei 240 stabilisiert. Dennoch sei das der Motivation nicht zuträglich, klagte Vogl. Sein Appell an die Kommunen: „Liebe Gemeinden, geht der Geschichte nach, schreibt gleich am nächsten Tag eine saftige Rechnung. Da müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen.“

In seiner Ansprache machte Vogl zudem die Altersgrenze zum Thema. „Die Feuerwehr lebt von der Jugend, aber auch von den aktiven Rentnern“, meinte er. Eine Einsatzfahrt mit der Feuerwehr mache mehr Stress als die Fahrt mit dem Lkw auf der Landstraße: „In einer Sekunde von Null auf 100, das ist Stress.“ Man müsse schauen, dass auch die ältere Generation dabei bleibt, aber ob das wirklich als aktiver Feuerwehrmann sein müsse, das sei die Frage. „Die Zukunft liegt in der Jugend“, so Vogl.

Deren Vertreter Kowalski berichtete von 420 jugendlichen Feuerwehrlern zum Jahresende 2015. 93 Neuaufnahmen seien registriert worden, was eine Steigerung bedeute. Schule und Feuerwehr miteinander zu vereinbaren, werde immer schwieriger. Das habe auch mit der Ausbildung außerorts zu tun und damit, dass die jungen Leute so lange unterwegs seien. 29 Jugendfeuerwehren seien im Landkreis gemeldet, heuer habe man drei Neugründungen verzeichnet.

Kreisfeuerwehrtag 2017

Der nächste Kreisfeuerwehrtag wird am 25. Mai 2017 von der Feuerwehr Langenpreising ausgerichtet und ist Teil des Festprogramms zur 1250-Jahr-Feier. Im Jahr darauf vergab die Versammlung das Ereignis nach Wartenberg. Diese Feuerwehr wird 2018 150 Jahre alt.

Klaus Kuhn

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