Kostbares Nass: Tausende Verbraucher im Versorgungsgebiet des Zweckverbands zur Wasserversorgung Moosrain müssen künftig fürs Wasser tiefer in die Tasche greifen.  SymbolFoto: Patrick Pleul/dpa
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Kostbares Nass: Tausende Verbraucher im Versorgungsgebiet des Zweckverbands zur Wasserversorgung Moosrain müssen künftig fürs Wasser tiefer in die Tasche greifen. Symbolfoto.

ZWECKVERBAND MOOSRAIN – Viele Baumaßnahmen stehen an

Erste Erhöhung seit 26 Jahren: Wasserpreis steigt um 52 Cent

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Der Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain verabschiedete eine Anhebung der Verbrauchsgebühr von 72 Cent auf nun 1,24 Euro.

Oberding – Auch wenn die Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter Wasser über 26 Jahre hinweg nicht erhöht worden war, gab es jetzt doch viel Diskussion wegen der deutlichen Verteuerung: Der Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain (ZWM) verabschiedete eine Anhebung des bisherigen Preises von 72 Cent auf nun 1,24 Euro. Betroffen sind davon die Gemeinden Eitting, Finsing, Moosinning, Neuching und Oberding sowie der Flughafen München.

Kaum hatte Geschäftsleiter Wolfgang Haberger die Anhebung des neuen Tarifs vorgeschlagen, gab es erste Gegenwehr von Manfred Mittermaier (Neuching), der letzten Endes als einziger nicht dem geänderten Vertragswerk zustimmte. Er hätte sich eher eine Verteilung der Mehrkosten für die Endverbraucher auf mehrere Jahre gewünscht.

Immerhin erhöht der Verband vom neuen Jahr an nicht nur den Kubikmeterpreis, sondern auch die Beitragssätze: Je Quadratmeter Grundstücksfläche werden dann statt bisher 1,40 Euro nun 40 Cent mehr fällig, pro Quadratmeter Geschossfläche werden 6,80 Euro verlangt (1,40 Euro mehr). Schließlich erhöhen sich auch die Gebühren für die Entnahme von Bauwasser sowie für mobile Wasserzähler; dafür entfällt künftig die Grundgebühr für Wasserzähler mit Dauerdurchfluss.

„Diese Erhöhung ist sicher hart für unsere Endabnehmer, auch ich bin einer. Aber wir müssen jetzt handeln, sonst haben wir in vier Jahren vielleicht eine noch stärkere Preisanhebung“, erläuterte Oberdings Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Bernhard Mücke. „Wir würden, wenn wir warten, nur das Unaufhaltsame verschieben, würden längst fällige Sanierungen unnötig lange aufschieben.“ Viele dringend anstehende Reparaturen und Neuverlegungen seien in der Vergangenheit nicht angegangen worden, jetzt aber dulde manches keinen Aufschub mehr.

Haberger ergänzte: „Weil wir über zwei Jahrzehnte nichts an unserem teilweise maroden Leitungsnetz gemacht haben, konnten wir den Wasserpreis so lange so niedrig halten und damit unsere Gemeinden schonen. Mittlerweile sind jedoch 60 Prozent unserer Leitungen 50 Jahre oder älter, da holen uns dringende Erneuerungen ganz schnell ein.“ Allein für die Baumaßnahmen an der B 388 in Eichenried werde eine Million Euro fällig, „und unser neues Wasserwerk in Oberding ist mit rund 6,6 Millionen Euro taxiert – beides sind aber unverzichtbare Investitionen in die Zukunft“.

Das Argument, weshalb nicht schon früher, etwa über Jahre verteilt, eine sukzessive Anhebung des Wasserpreises erfolgt sei, musste Mücke entkräften: „Wenn wir nicht jeweils klar nachweisbare Baumaßnahmen oder Investitionen pro Jahr vorweisen können, dürfen wir gar nicht erhöhen. Nun aber steht viel an, deshalb kommt auch viel auf einmal.“

Zudem habe sich das Netz der Leitungen in den vergangenen 26 Jahren auf mittlerweile rund 255 Kilometer ausgedehnt, und rund 7000 neue Bürger würden seitdem mit versorgt. Im Vergleich zu anderen Wasserversorgern in der Nachbarschaft liege der ZWM übrigens im Mittelfeld – die Stadtwerke Erding verlangen 1,39 Euro pro Kubikmeter, Freising gar 1,51 Euro, der Verband Erding-Ost in Mauggen 1 Euro.

Die Versammlung genehmigte auch den Wirtschaftsplan für 2021, der insgesamt 9,3 Millionen Euro umfasst (Erfolgsplan rund 2,7 Mio. Euro, Vermögensplan rund 6,6 Mio. Euro). Der Betrag für notwendige Kredite wurde auf 3,9 Millionen Euro festgesetzt – zum Jahresende 2021 rechnet der Verband mit 6,6 Millionen Euro Schulden.

Das erste Halbjahr 2020 ergab einen Umsatzerlös von 792 000 Euro, etwa 50 000 Euro weniger als das vergleichbare erste Halbjahr 2019. Davon entfallen rund 560 000 Euro auf den Wasserverkauf an die Verbandsgemeinden und rund 170 000 Euro auf den Flughafen. Der Materialaufwand betrug rund 460 000 Euro, für Personal fielen 360 000 Euro an. In Summe verzeichnet der Verband im ersten Halbjahr rund 124 000 Euro Defizit, im Gesamtjahr 2019 hatte das Minus noch 93 000 Euro ausgemacht.

Was allein den Flughafen betrifft, wurden hier aufgrund des pandemiebedingten Einbruchs im Luftfahrtverkehr rund 207 000 Kubikmeter Wasser weniger verbraucht als im Vorjahr. Die gesamte Halbjahres-Abgabemenge fiel gegenüber 2019 um 224 000 Kubikmeter niedriger aus.

Friedbert Holz

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