Wasserzweckverband Moosrain

Kritik an 152 000 Euro Ingenieur-Honorar

Rechnungsprüfer nehmen den Wasserzweckverband Moosrain aufs Korn. Sie können eine hohe Ingenieurrechnung nicht nachvollziehen.

Oberding – Eine „objektiv nicht prüfbare Zeithonorarrechnung“ in Höhe von rund 152 000 Euro hat am Dienstag beim Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain (ZWM) für Aufregung gesorgt. Der Bayerische Kommunale Prüfverband, der auch Baumaßnahmen des ZWM untersucht, hatte den Missstand aufgedeckt und in seinem Bericht vermerkt.

Beim Bau eines Trinkwasserbrunnens hatte der ZWM ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragt. Dabei, so bemängelte der Prüfverband, habe es aber weder eine schriftliche Beauftragung des Büros gegeben noch eine mögliche Kontrolle der Zeithonorarrechnung des Ingenieurs über besagte rund 152 000 Euro. Mangels fehlender Informationen, so der kommunale Prüfer, könne nicht mehr beurteilt werden, ob das Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet worden sei.

Die ZWM-Verbandsversammlung musste sich am Dienstag mit dem heiklen Punkt beschäftigen und beschloss: Künftig sollten Zeithonorare „nur in begründeten Ausnahmefällen vereinbart und neben den ausgewiesenen Arbeitsstunden auch die jeweiligen Tätigkeiten ausgewiesen werden“.

Das Gremium entschied einstimmig, bei der Erschließung des neuen Gewinnungsgebiets Oberdingermoos sämtliche Honorare nur noch nachträglich zu genehmigen. „Der Bau des Brunnens 7 gestaltete sich damals sehr schwierig“, erinnerte sich Bernhard Mücke, ZWM-Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Oberding, an den damaligen Vorgang. Beim Bohren in die Tiefe könne es zu unverhofften Situationen kommen, im Vergleich dazu sei ein Bau wie die neue Dreifach-Turnalle einfach. „Daher war es für uns auch nicht leicht, die jetzt beanstandete Ingenieursleistung klar zu fassen“.

Leitungsarbeiten für dritte Startbahn

Drei größere Bauvorhaben am Flughafen München erfordern die Umlegung einiger Wasser-Hauptleitungen. Gemäß einer früheren Abmachung mit der Flughafen-Gesellschaft (FMG) hat der Verband einer entsprechenden Zusatzvereinbarung zugestimmt. Dabei geht es um den neuen S-Bahn-Tunnel, den Ausbau der östlichen Flughafenzufahrt auf vier Fahrspuren sowie eine mögliche dritten Start- und Landebahn. Die Kosten für die Leitungsverlegungen trägt die FMG, der ZWM ist aber an der Planung beteiligt.

Für die umstrittene Startbahn hat die FMG zwar eine Baugenehmigung, politisch ist sie aber noch nicht beschlossen. Dagegen sind der S-Bahn-Tunnel und der Straßenausbau planfestgestellt und sollen zeitnah fertiggestellt werden.

Der S-Bahn-Tunnel und die neue Flughafenzufahrt seien quasi flankierende Maßnahmen für die dritte Start- und Landebahn, erläutert ZWM-Geschäftsleiter Wolfgang Haberger auf Nachfrage. „Es ist wie bei einem Wintergarten, der an ein Haus angebaut werden soll. Nur ist in unserem Fall der Bau des Hauses – der möglichen dritten Start- und Landebahn – noch ein Zankapfel der Politik.“

Der Flughafen-Zubringer Ost kreuzt bereits heute eine Trinkwasserleitung des ZWM. Aufgrund der Anpassung und Neugestaltung der ED 5-Einmündung dort muss diese Leitung auf einer Länge von rund 40 Metern überbaut und gesichert werden. Auch der neue Südring kreuzt den Abfanggraben Ost, wo ebenfalls eine Leitung liegt, die komplett verlegt werden muss. Zudem ist dort noch eine weitere Leitung zu überbauen und zu sichern. Für die Maßnahmen sind zwei Bauabschnitte geplant. Friedbert Holz

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