Der Musiker und sein Instrument: Lorenz Gömbi und die 1970 gebaute Orgel der Pfarrkirche St. Zeno. Foto: Huber

An der Orgel nagt der Zahn der Zeit

Isen - Die Orgel der Pfarrkirche St. Zeno in Isen muss gereinigt und renoviert werden. Das nötige Geld möchte die Pfarrei durch Spenden aufbringen.

Seit vier Jahrzehnten ist das Instrument des Grafinger Orgelbauers Anton Staller bei Gottesdiensten und Kirchenkonzerten im Einsatz, jetzt stehen Großputz und Überholung an.

„Hauptproblem ist die Verschmutzung“, sagt Kirchenmusiker Lorenz Gömbi. Der Staub, den Publikumsverkehr, Kerzen und Weihrauch verursachen, habe sich über die Jahre in den kleinsten Ritzen abgesetzt. „Ich bin davon überzeugt, dass die Orgel allein durch die Reinigung wieder an Klang gewinnt“, gibt sich Gömbi zuversichtlich.

Für die Generalreinigung müssen alle 1558 Metall- und Holzpfeifen ausgebaut werden. Um die Windversorgung wieder instand zu setzen, soll ein neuer Magazinball, der für die Regulierung und die Stabilisierung des Winddrucks nötig ist, eingebaut werden. Weiter sollen zerschlissene Bauteile an der Mechanik der Windlade ausgetauscht werden. Bevor das Instrument neu gestimmt wird, soll zudem die Tastatur aufgearbeitet werden. Mit 40 000 bis 60 000 Euro Sanierungskosten rechnet der Kirchenmusiker: „Die Summe variiert auch deswegen, weil noch nicht feststeht, ob wir auch die Elektrik ersetzen werden.“ Denn für die 30 Schleifenzylindermotoren gibt es keine Ersatzteile mehr. Deswegen, so Gömbi, sei zu überlegen, ob man nicht im Zuge der Generalsanierung gleich neue Motoren einbauen soll. „Sonst haben wir womöglich alles renoviert und dann geht etwas an der Elektrik kaputt“, gibt er zu bedenken.

Bevor eine der Orgelbaufirmen, bei denen die Pfarrei einen Kostenvoranschlag eingeholt hat, im nächsten Sommer mit den Arbeiten beginnen wird, soll ein Gespräch mit dem Orgelsachverständigen der Diözese, dem Freisinger Domkapellmeister Wolfgang Kiechle, stattfinden. Der Isener Kirchenmusiker erhofft sich Aussagen über den unbedingt nötigen Renovierungsumfang.

Dass sich eine Sanierung des 40 Jahre alten Instruments grundsätzlich lohnt, davon ist Gömbi überzeugt. Eine neue Orgel, wie sie ein Mitbewerber des Kirchenmusikers bereits vor zehn Jahren als Voraussetzung gefordert hatte, um überhaupt die Stelle anzutreten, ist seiner Meinung nach nicht nötig. Nicht nur weil eine Sanierung die günstigere Lösung sei - rund 350 000 Euro würde es kosten, eine vergleichbare Orgel zu erwerben -, sondern auch wegen der mehr als ausreichenden Qualität des Instruments. „Ich bin froh über die Orgel, weil sich mit ihr nicht nur eine vielfarbige Gemeindebegleitung, sondern auch vieles an künstlerischer Orgelmusik gestalten lässt. Aber nach vierzig Jahren ist eine Überholung einfach nötig.“

Lobende Worte findet der Organist für Anton Staller, aus dessen Werkstatt nicht nur die Isener Orgel, sondern mehrere Instrumente in der Region stammen. „Es ist eine Leistung von Staller, auf engstem Raum so viele Pfeifen unterzubringen“, sagt Gömbi. Allerdings habe die Klanggröße des Instruments zu Abstrichen in der Ausführung geführt, welche jetzt die Renovierung nötig machten.

Der Organist ist nicht bange, dass die Finanzierung klappt. „Ich bin überzeugt, dass die Pfarrgemeinde das stemmen wird“, sagt er. 14 000 Euro konnten bereits an Spenden eingenommen werden. Allein 500 Euro stammen von der jüngsten Pfarrversammlung, wo Gömbi zusammen mit Susanne Buchholz und Rosa Obermaier Lieder aus mehreren Jahrhunderten vorgetragen hatte. „Eine Orgel, die gleichberechtigter Partner in der Gottesdienstgestaltung sein soll, muss klingen“, sagt Gömbi. Und er ist sich sicher, dass die Pfarrgemeinde durch ihre Spenden der Orgel wieder zu diesem Klang verhilft.

Anne Huber

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