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Ein Zaun-Schwarzbau sorgt für Ärger in Ottenhofen (Symbolbild).

Schwarzbau und Verkehrshindernis

Gemeinderat Ottenhofen ärgert sich über nicht genehmigten Zaun

Der innerörtliche Straßenausbau in Ottenhofen steckt in der Krise. Der Grund: Ein neugebauter Zaun an einem anliegenden Grundstück, der die Straße verengt.

Ottenhofen – Der Ottenhofener Gemeindeverwaltung geht die Arbeit nicht aus: Jetzt muss die Prioritätenliste für den innerörtlichen Straßenausbau teilweise neu geschrieben werden: Die Straße „Im Loh“ rückt gezwungenermaßen ganz weit vor. Grund ist Ärger mit der Eigentümerfamilie eines Grundstücks, die jetzt einen Zaun gezogen hat – unmittelbar an der Grundstücksgrenze, was eine massive Verengung der zur Verfügung stehenden Straßenbreite bewirkt hat.

Schon ihr Amtsvorgänger Ernst Egner habe sich hier die Zähne ausgebissen, berichtete Bürgermeister Nicole Schley (SPD). „Alle Gespräche waren nicht zielführend.“ Der besagte Zaun aber ist wohl ein astreiner Schwarzbau. „Das ist Außenbereich. Da darf man nicht einfach einen Zaun bauen. Die hätten einen Bauantrag einreichen müssen. Das habe ich denen auch gesagt. Jetzt steht der Zaun. Bei uns ist aber kein Bauantrag eingegangen.“

Straße und Kanal auf Privatgrund

Fakt ist jetzt aber auch, dass die Straße seinerzeit wohl teilweise auf Privatgrund gebaut worden ist. Fakt ist weiter, dass der Abwasser-Zweckverband wohl auch den Kanal einfach in die Straße und damit abschnittweise auf Privatgrund verlegt hat. „Der AZV wird den Kanal wohl auf eigene Kosten verlegen müssen“, spekulierte die Rathauschefin.

Guter Rat ist hier im Wortsinne teuer, denn jetzt muss ein Planer ran, der die verfahrene Situation bereinigen muss. Bei alledem ist dem Gemeinderat und der Verwaltung jetzt schon klar: Die Straße wird niemals so breit werden, dass sie den heute geltenden Richtlinien voll entsprechen kann. Dazu fehlt einfach der Platz. Der Versuch im Rat, einen Mähdrescher als das Maß der Dinge zu nehmen, führte gedanklich in eine Sackgasse.

Verkehrsschau mit der Polizei schon geplant

In der engagiert geführten Debatte setzte sich die Meinung durch, dass das Thema jetzt schnell vom Tisch solle, gerade weil es seit so langer Zeit immer wieder hochkomme. Dass die Bürgermeisterin schon für die nächsten Tage eine Verkehrsschau mit der Polizei organisiert hatte, kam zwar gut an, jedoch wollte eine klare Mehrheit im Gremium keine Zeit verlieren.

Nicht einmal eine vorherige Vermessung durch das Vermessungsamt – etliche Grenzpunkte sind nicht mehr auffindbar – wird abgewartet, was auch verfahrenstechnisch unbedenklich ist: Am Anfang steht nämlich die Ausschreibung der Planungsleistung, die Ergebnisse der weiteren Erhebungen, sei es durch Polizei oder Vermessungsamt, können noch einfließen.

Der Rat machte jedenfalls Druck und beauftragte die Gemeindeverwaltung einstimmig damit, die Planungsleistung auszuschreiben, sodass diese in der Oktobersitzung bereits vergeben werden kann, wenn alles glatt läuft. 

Klaus Kuhn

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