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Das Sorgenkind der Gemeinde Ottenhofen ist die Wimpasinger Brücke. Sie soll nach den aktuellen Plänen aufgelassen und abgerissen werden. Ersatz erfolgt durch eine parallel zur Bahn geführte Straße.

Bahnausbau im Gemeindegebiet Ottenhofen 

Brücken werden günstiger als gedacht

Beim Ausbau der Bahnlinie kommt die Gemeinde Ottenhofen wohl mit einem blauen Auge davon, was die Kosten angeht, die auf sie zukommen. Der Grund sind begrenzte Wünsche der Kommune, kombiniert mit teils satten Zuschüssen.

Ottenhofen– Beim Neujahrsempfang hatte Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) noch arge Befürchtungen geäußert, was die Kosten angeht, die beim Bahnausbau (ABS 38) auf die Gemeinde Ottenhofen zukommen werden (wir berichteten). Nun dürften diese Ängste doch nicht in vollem Umfang wahr werden.

Am Dienstagabend klopfte der Gemeinderat das fest, was in dem speziellen Verwaltungsverfahren nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ein „Begehren“ der Gemeinde ist. So wünscht Ottenhofen in zwei Fällen, nämlich an den Straßen nach Herdweg und nach Unterschwillach, eine Aufweitung des Querschnitts der Brücken von derzeit gut vier auf 10,50 Meter.

Richtung Herdweg soll ein Radweg errichtet werden, für den es keine Zuschüsse gibt, wenn er unterbrochen wird. Mehr noch: Bereits ausbezahlte Zuschüsse müssten dann sogar zurückgezahlt werden, informierte Schley.

Die neue Bahnüberführung über die Straße nach Unterschwillach sollte zunächst eine Durchfahrtsbreite von acht Metern bekommen. Das war Schley aber zu wenig, auch wenn hier kein Radweg vorgesehen ist. Sie meinte jedoch: „Wir planen hier für 100 Jahre, und wer weiß, was nachfolgenden Gemeinderäten einfällt.“ Außerdem sei das ein beliebter Spazierweg für viele Bürger. Mit ihrer Forderung rannte die Rathauschefin im Gemeinderat offene Türen ein.

Die Brückenneubauten gehen richtig ins Geld, die Gemeinde kann aber Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent erwarten, sodass für beide Bauwerke je 77 000 Euro an Kosten auf die Gemeinde zukommen. Schley: „Da kommen wir recht günstig weg.“

Das größte Sorgenkind ist die Wimpasinger Brücke. Hier führt die Straße über die Bahn hinweg, müsste also durch einen Neubau ersetzt werden, der erstens von den Kosten her für die Gemeinde jedes erträgliche Maß übersteige und zweitens auch nicht so hoch bezuschusst werde. Die Alternative: Abriss der Brücke und Ersatz durch eine Straße im Süden. Geschätzte Kosten: 510 000 Euro. Der Gemeinderat hatte schon im Vorfeld enorm viel Gehirnschmalz in dieses Thema investiert. Die Bürgermeisterin wurde beauftragt, die Frage der Grundstücksverfügbarkeit zu prüfen und in diesem Fall in die Planung einzusteigen. Schley meldete nun Vollzug. Es gebe „positive Signale“, sagte sie, weshalb sie beschlussgemäß die weiteren Schritte eingeleitet habe.

Der Gemeinderat war zufrieden und legte in der Sitzung noch eine Schippe drauf: Wenn die Bahn sich ihren Anteil an der neuen Brücke – immerhin 390 000 Euro – spart, will die Gemeinde an diesen Einsparungen beteiligt werden. Schley konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, fand den Gedanken interessant und kommentierte: „Schauen wir mal, was dabei heraus kommt.“ Immerhin könnte sich die Gemeinde dann die Abrisskosten für die Brücke sparen.

Gespart wird auch andernorts: Beim Semptweg nach Herdweg wird ebenfalls neu gebaut. Die neue Brücke wird 20 Zentimeter höher, so die Planung der Bahn. „Hier haben wir nichts zu fordern“, sagte die Bürgermeisterin. Ein Müllfahrzeug passe durch, und das sei ausreichend. „Kein Verlangen, keine Kostenbeteiligung“, fasste Schley zusammen. Der Gemeinderat sah das auch so.

Klaus Kuhn

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