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Bekommt noch viel Arbeit mit der Straßenplanung: Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley mit dem Plan für das Neubaugebiet „Am Schlehbach“.

Baugebiet mit 70 Häusern 

„Am Schlehbach“: Kein Platz für Gehweg

Bis zu 700 Quadratmeter große Grundstücke, aber keinen Gehweg: So sieht die Planung für das Neubaugebiet „Am Schlehbach“ in Ottenhofen aus. Nicht alle Gemeinderäte sind damit zufrieden.

OttenhofenMehr als zwei Stunden haben die Ottenhofener Gemeinderäte am Dienstag den Bebauungsplan „Am Schlehbach“ beraten. Am Ende vertagten sie sich ohne Beschluss. Grund dafür war die Unmöglichkeit, entlang des Schlehbachweges einen Gehweg anzulegen. Die Gemeinde kommt aktuell nicht an den dafür erforderlichen Grundstücksstreifen.

Das ging vor allem Andreas Lippacher nicht in den Kopf, der angesichts der Verkehrsbedeutung von einem Schildbürgerstreich sprach. Dabei hatte Verkehrsplaner Sebastian Rehm unter Bezug auf die entsprechenden Vorschriften von einer Wohnstraße gesprochen und ausgeführt, dass bei einer Verkehrsbelastung von unter 400 Fahrzeugen pro Tag auch nichts anderes zu erwarten sei. Rehm will mit Fahrbahn-Verschwenkungen und Bäumen erreichen, dass niemand schneller als 30 km/h fahren kann, aber das reichte Lippacher nicht.

Nachdem auch Überlegungen, einen attraktiven Fußweg durchs Neubaugebiet zu legen, zu nichts geführt hatten, verständigte sich der Gemeinderat darauf, dass Bürgermeisterin Nicole Schley noch einmal versuchen soll, einen 1,50 Meter breiten Streifen entlang der Straße zu bekommen, damit vielleicht doch noch ein Gehweg angelegt werden kann. Eines stellte Schley dabei allerdings klar: „Den Weg der Enteignung gehe ich nicht.“

Zuvor hatte der Gemeinderat ausführlich über die Festsetzungen des Baugebietes beraten. Lippacher bestand darauf, sich Zeit zu nehmen für die Überlegungen, immerhin sei es ein Gebiet mit 70 Häusern. Seit zwei Jahren ist die Gemeinde schon am Planen, aber über den Vorentwurf noch nicht hinaus.

Immerhin stehen jetzt die Grundzüge fest: Mehr-, Doppel- und Einfamilienhäuser verteilen sich auf die 37 000 Quadratmeter Rohbauland, die Grünordnung steht in ihren Grundzügen, das Thema Artenschutz ist abgearbeitet. Auch die Straßenplanung steht. Was noch fehlt, ist das Schallgutachten. Das hätte eigentlich am Dienstag vorliegen sollen, hat sich aber als etwas komplizierter herausgestellt.

Dass im Laufe der Planungen auch Grundstücksgrößen von bis zu 700 Quadratmetern herausgekommen sind, erschreckte einige Räte. Stefan Reischl hatte nachgefragt. Bürgermeisterin Schley war auch nicht glücklich, sie bewertete Grundstücke dieser Größe als „unbezahlbar“. Aber es sind wohl nur wenige, die diese Größe haben. Matthias Goetz vom Planungsverband nannte als Zielgröße eine Fläche von 500 Quadratmetern für ein Einfamilienhaus, denn irgendwo müssten ja auch die Stellplätze untergebracht werden.

Intensiven Schutz erhält der unmittelbare Bereich des Schlehbachs selbst, wo sogar Fledermaus-Bestände nachgewiesen worden sind, auf die hier Rücksicht genommen werden müsse, sagte Goetz. Er stimmte die Gemeinderäte darauf ein, dass noch eine Reihe von Fachgutachten, etwa zur Entwässerung, fehlt. Es gibt also reichlich zu tun. Klaus Kuhn

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