Schützenscheiben statt Bürgermeister-Porträts: Beschlüsse fassen die Gemeinderäte jetzt nicht mehr im Feuerwehrhaus, sondern im Schützenheim. Foto: Adam

Neuer Sitzungssaal in Ottenhofen

Beratungen unter Schützenscheiben

Ottenhofen – Zu klein, zu unbequem, zu stickig war der Sitzungssaal der Ottenhofener Gemeinderäte bisher. Das ist nun Geschichte: Bereits zwei Mal haben die Ratsmitglieder in neuer Umgebung getagt.

Einen richtigen Sitzungssaal, wie er in den Rathäusern zu finden ist, haben die Ottenhofener nicht. Als Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Neuching hätten sie zwar die Möglichkeit, den Saal im Oberneuchinger Rathaus zu nutzen. Bürgermeisterin Nicole Schley möchte den Engagierten die Fahrt jedoch nicht zumuten.

Bisher wurden die monatlichen Gemeinderatssitzungen deshalb im Schulungsraum des Feuerwehrhauses in Ottenhofen abgehalten. Eine Notlösung, die während der Sitzungen von Stunde zu Stunde unangenehmer wurde. „Natürlich war das immer noch besser, als bis nach Oberneuching zu fahren, allerdings war der Raum schlicht und einfach zu klein für Gemeinderäte und Zuschauer“, erzählt die Gemeindechefin.

Zwischen vier und fünf Stunden befinden sich die Parteivertreter laut Schley durchschnittlich im Sitzungsraum. Bereits nach kurzer Zeit war der Sauerstoffmangel während der Sitzungen deutlich spürbar. „In dem Raum gab es kein richtiges Lüftungssystem, und Stoßlüften war später auch nicht mehr möglich, weil man die Fenster in der nichtöffentlichen Sitzung nicht öffnen soll“, erklärt Schley.

Zudem seien die Stühle zu unbequem für einen mehrstündigen Aufenthalt gewesen. „Bequemes Sitzen und entsprechende Rahmenbedingungen sind einfach die Grundvoraussetzungen für gutes Arbeiten“, ist sich die Bürgermeisterin sicher.

Um das Problem endgültig aus der Welt zu schaffen, wurden noch während der Zeit im Feuerwehrhaus neue Stühle gekauft. Im Rahmen des Schützenheimumbaus hat sich zudem die Gelegenheit ergeben, einen anderen Raum für die Sitzungen zu nutzen. „Das war ein tolles Projekt zwischen der Gemeinde und den Schützenvereinen“, erzählt Schley.

Aufgeteilt in zwei Bauabschnitte konnten die Schießstände auf elektronische Funktionsweise umgestellt und die Küche erweitert werden. Bauabschnitt drei soll weitere Schießstände liefern und 2017 starten.

Positiver Nebeneffekt der Umstrukturierungen: die Gemeinderäte haben einen neuen Sitzungssaal. „Im Schützenheim gibt es jetzt eine gute Lüftungsanlage, und wir haben doppelt so viel Platz“, weiß Schley. Auf rund 50 Quadratmetern halten die Ratsmitglieder ihre Sitzungen deshalb am Meillerweg ab. Die Stühle, die sie aus dem Feuerwehrhaus mitgebracht haben, werden an den Sitzungstagen von den Bauhofmitarbeitern aufgestellt. Verfügbar ist zudem ein neuer Bildschirm für Präsentationen und ein behindertengerechter Zugang.

Rund zwei Monate nach der ersten Sitzung steht fest: „Das Projekt hat sich gelohnt. Es herrscht eine deutlich angenehmere Atmosphäre, und auch die Zuschauer haben mehr Platz“, so Schley. Ihr liegt zudem der Mehrfachnutzen der Räume am Herzen, denn: „Es bringt nichts, wenn der Raum meistens leer steht.“ Deshalb findet auch der Seniorenspielenachmittag im Schützenheim statt.

Julia Adam

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