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Wurzelstöcke sind geeignete Unterstände und Nahrungshabitate für Fische und Kleinlebewesen. In der Sempt werden derartige Strukturelemente eingebaut, um das Ökosystem anzureichern.

Wasserwirtschaftsamt

Neue Laichplätze für Fische in der Sempt

Südlicher Landkreis – Ab Oktober beginnt die Laichzeit der Bachforellen. Dann dürften sich die Fische in der Sempt von Ottenhofen bis zur Mündung in den Mittleren Isar-Kanal über einige neue Laichplätze freuen, erklärt Dr. Stefan Fach, Fachbereichsleiter für Wasserbau und Gewässerentwicklung am Wasserwirtschaftsamt München.

Zurzeit führt die Flussmeisterstelle Freising des Wasserwirtschaftsamts in Abstimmung mit den Fischereisachverständigen an insgesamt fünf Stellen im Gewässer so genannte Laichplatzrevitalisierungen durch. Die teilweise fest verbackene Gewässersohle wird dabei aufgebrochen, damit Äschen und Bachforellen das Gewässerbett wieder zum Ablegen des Laiches nutzen können.

Stellenweise wird auch neuer Rollkies eingebracht. Daneben erhält die Sempt einige Strukturelemente wie Wurzelstöcke, um für dort lebende Fische und Kleinlebewesen geeignete Unterstände und Nahrungshabitate zu schaffen. An einigen Stellen erfolgt zudem der Einbau so genannter Lenkbuhnen. Die vom Ufer zur Flussmitte hin errichteten Dämme bewirken unterschiedliche Strömungsverhältnisse. „Hintergrund für diese Maßnahmen ist die Tatsache, dass es um unsere Flüsse und Bäche nicht allzu gut bestellt ist“, erklärt Fach. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert generell die Herstellung des guten ökologischen Zustands der Gewässer. „Bei der Sempt sieht es, wie auch bei vielen anderen Flüssen und Bächen in unserem Amtsgebiet, noch nicht zufriedenstellend aus“, berichtet Fach. „Vor allem Defizite im Bereich der Fische schlagen bei der Bewertung oft durch. Probleme gibt es insbesondere dann, wenn die Tiere sich nicht mehr natürlich vermehren können.“ Grund hierfür ist im Falle von kieslaichenden Arten wie Äsche und Bachforelle vor allem der Mangel an geeigneten Laichplätzen.

Das Wasserwirtschaftsamt hat für die Sempt von Ottenhofen bis zur Mündung in den Mittleren Isar-Kanal ein so genanntes Umsetzungskonzept für hydromorphologische Maßnahmen nach EU-Wasserrahmenrichtlinie erstellt. Darin sind immer wieder punktuelle Lebensraumverbesserungen durch Einbringen von Kies und Tot-holz, Einbau von Lenkbuhnen, Anlegen von Flachwasserbereichen sowie Auflockerungen des Gewässerbetts vorgesehen.

Außerdem soll das Ökosystem Fluss durch Strukturelemente wie Wurzelstöcke und Kolke angereichert werden. Laut der Behörde sind das relativ einfache und kostengünstige, aber auch erfolgversprechende Eingriffe, um den Lebensraum Fluss ökologisch aufzuwerten und somit der heimischen Artenvielfalt eine Chance zu geben. Fach: „Mit den Laichplatzrevitalisierungen haben wir bereits erste Maßnahmen durchgeführt und kommen dem guten öko-logischen Zustand wieder ein Stückchen näher.“  red

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