Bürgerversammlung Ottenhofen 

Baugrund für die nächsten 20 Jahre

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Wirkliche Kritik hatten die Ottenhofener in ihrer Bürgerversammlung am Freitagabend nicht. Dafür zeigten sie jede Menge Interesse am neuen Baugebiet Am Schlehbach und an der Perusastraße 1 – dem Ersatzbau fürs Autohaus Bauer.

Ottenhofen – Gut 100 Stühle waren am Freitagabend in der Ottenhofener Josef-Vogl-Halle aufgebaut. Leer blieb kaum einer davon, als Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) die Bürgerversammlung eröffnete. Die Zusammenkunft war mit derart vielen Zuhörern eine der am besten besuchten der vergangenen Jahre.

Kritische Stimmen gab es während der knapp eineinhalbstündigen Versammlung aus der Bürgerschaft kaum. Dafür zeigten die Ottenhofener großes Interesse daran, was in den nächsten Jahren in Sachen Wohnbebauung passieren soll. Zum Baugebiet Am Schlehbach und zum Vorhaben an der Perusastraße 1 – dem Ersatzbau fürs Autohaus Bauer – kamen die meisten Fragen.

„Wir haben ein sehr arbeitsreiches Jahr hinter uns, was die Planungen zum Gebäude ab der Perusastraße 1 angeht“, blickte Schley zurück. Wie weit diese gediehen sind, stellte Architekt Markus Schertler vom Architekturbüro Reiser in Erding vor. „Das ist lediglich der Planungsstand – es ist noch nichts entschieden“, merkte Schley zu seinen Ausführungen an.

„Aufgabe war es, das Grundstück zwischen Erdinger und Perusastraße mit Wohnbebauung zu füllen“, erklärte Schertler. Wie berichtet, ist neben einem mehrgeschossigen Punkthaus mit Wohnungen auch ein größerer, verwinkelter Bau geplant. Insgesamt sollen in beiden Gebäuden nach derzeitigem Stand gut 30 Wohneinheiten sowie Gewerbe entstehen.

Beim mehrgeschossigen Punkthaus tritt die Gemeinde selbst als Bauherr auf, denn nur dann kommt sie in den Genuss der kommunalen Wohnbauförderung der Regierung von Oberbayern.

Günstig für Senioren und junge Familien

„Hier können wir den Mietpreis relativ günstig gestalten“, erklärte Schley. So wolle man vor allem Senioren und junge Familien ansprechen.

Für den Winkelbau ist laut Schley geplant, einem Bauträger „das Grundstück samt der Planung, wie wir uns das vorstellen“, zu verkaufen. Für beide Gebäude sind zwei voneinander getrennte Tiefgaragen vorgesehen, die von der Perusastraße aus befahren werden sollen. Hier kommt Planern und Bauherren die starke Neigung des Geländes von Norden nach Süden – bis zu fünf Meter Unterschied – zugute: Sie sparen sich die üblichen Rampen.

Die Bürger wollten unter anderem wissen, wie viele Wohneinheiten entstehen sollen und ob an die Barrierefreiheit gedacht wird. Ein Zuhörer äußerte die Sorge, dass die Gebäude vor allem wegen ihrer Höhe nicht ins Ortsbild passen könnten. „Das schaut aus wie Neuperlach“, meinte er zu Schertlers Skizzen. „Wir können uns an der Stelle durchaus ein mächtiges Gebäude vorstellen“, meinte Schley dazu. Außerdem müsse man nach wie vor für mehr Wohnraum sorgen – „und das tun wir hier“.

Noch sehr viel mehr Wohneinheiten will die Gemeinde unweit des ehemaligen Autohauses schaffen – im Baugebiet Am Schlehbach. Dort entstehen in einem Gesamtumgriff von mehr als 55 000 Quadratmetern 30 Einfamilienhäuser, 32 Doppelhaushälften und sieben Mehrfamilienhäuser. Hier soll ein Sozialmodell, das die Gemeinde noch nach den neuen EU-Richtlinien ausarbeiten muss, auch im Geschosswohnungsbau zum Tragen kommen.

Am Schlehbach: Drei Bauabschnitte ab 2019

„Wir bemühen uns sehr, ein schönes Modell zu finden, um den Ottenhofener Familien etwas anbieten zu können“, meinte die Bürgermeisterin. Dazu hatten einige Bürger schon ganz konkrete Fragen, auf die sie noch keine Antwort geben konnte – zum Quadratmeterpreis zum Beispiel. Auch wenn man sich noch nicht um Baugrund bewerben kann, liegt im Rathaus bereits eine Interessentenliste.

Weitere Planungen umfassen drei Wohnhöfe, ein Fußweg soll ums Areal herumführen. Es gibt eine kleine Brücke über den Schlehbach zum Spielplatz und ein Auffangbecken für den Hochwasserschutz. Der Schlehbachweg soll verbreitert und weniger gefährlich gemacht werden.

Realisieren will die Gemeinde das Gebiet in drei Bauabschnitten – angefangen im Jahr 2019, jeweils sieben Jahre später folgt der nächste Abschnitt. „So können wir für die nächsten gut 20 Jahre Baugrund zur Verfügung stellen“, sagte Schley.

Mit Blick auf die beiden Vorhaben wollte ein Bürger wissen, ob die Gemeinde infrastrukturell für derartiges Wachstum gewappnet sei – etwa bei Grundschule und Kindergarten. „Dieser Problematik müssen wir uns dann stellen“, so Schley. Unter anderem deshalb habe man sich für mehrere Bauabschnitte entschieden.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ d pa-tmn

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