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Der Pfarrsaal muss warten

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Bürgermeisterin Nicole Schley sagt: „Wir sind am Anschlag.“
Bürgermeisterin Nicole Schley sagt: „Wir sind am Anschlag.“ © EA/DA-Archiv

Der Pfarrsaal bleibt ein Thema in Ottenhofen.

Ottenhofen – Das Programm für den Gemeinderat Ottenhofen, der 2021 mehrere Sondersitzungen absolvierte, um alles zu schaffen, wird 2022 noch um ein Thema länger: Der Pfarrsaal im alten Pfarrhaus. Bürgermeisterin Nicole Schley habe keineswegs vor, das Thema schleifen zu lassen, wie sie gegenüber der Heimatzeitung betonte. Aber sie machte auch deutlich, dass es langsam Kapazitätsgrenzen gebe, und zwar nicht nur bei ihr selbst, sondern auch beim Gemeinderat und in der Verwaltung, die bekanntermaßen nicht nur für Ottenhofen da ist.

„Wir sind am Anschlag“, so die Rathauschefin, zugleich VG-Vorsitzende, die sich langsam Gedanken darüber machen müsse, wie das alles bewältigt werden soll, auch mit der Personalverstärkung gerade im Bauamt der VG.

Wasserversorgung und Feuerwehrhaus, Erschließung Neubaugebiet und laufende Bauleitverfahren, Kinderhaus und geförderter Wohnungsbau: Auch der Bürgermeisterin schwant, dass 2022 ein intensives Jahr werden könnte. Auf die Frage nach den Schwerpunkten 2022 nannte sie den Pfarrsaal nicht, zumindest nicht sofort, auch wenn er weiter auf der Wunschliste bleibe und eine Arbeitsgruppe sich mit dem Thema befasse.

Immerhin hat die katholische Kirche, der das Gebäude gehört, bereits investiert und von außen einiges gemacht: ein Pultdach auf den Saal, damit der wieder dicht wird, neue Fenster für das ganze Gebäude. Die politische Gemeinde hat, das ist Kernaussage eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses, weiterhin großes Interesse an diesem Saal, weil in der wachsenden Gemeinde Räume für Gruppen und Vereine fehlen. Baurechtlich sei die Sanierung aber nicht einfach, denn es ist Wohnbebauung drumherum mit entsprechenden Lärmschutzauflagen. Und jeder Umbau wirft die Frage nach den Stellplätzen auf. Ein Vorstoß mit einer Erweiterung des Saales sei vor Jahren unter anderem an dieser Frage gescheitert und genau deshalb auch schnell wieder in der Schublade verschwunden.

Der Investitionsbedarf ist erheblich: Praktisch die gesamte Gebäudetechnik gehört ausgetauscht, sanitäre Anlagen sind vorhanden, aber völlig unzureichend. Und so bleibt es erst einmal – auch zum Frust im Pfarrgemeinderat – beim aktuellen Zustand, den Nicole Schley gegenüber der Heimatzeitung schon im Jahr 2018 so beschrieben hat: „Das sieht ja deprimierend aus da.“

VON KLAUS KUHN

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