Das Ottenhofener Schloss mit kleinem Park davor.
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Nicht zuparken lassen möchten Gemeinderat und Verwaltung den Platz vor dem Ottenhofener Schloss. Er ist – wie man sieht – für die Bewohner dort wichtig. Darum soll möglichst eine Tiefgarage her.

Bauvoranfrage der Gemeinde soll archäologische Grabungen möglich machen

Es geht vorwärts beim Ottenhofener Schloss

Der Bauausschuss des Ottenhofener Gemeinderats geht jetzt entschlossen vor: Eine Bauvoranfrage über einen Ersatz des gemeindeeigenen Teils des Schlosskomplexes soll klären, was auf dem Gelände geht und was nicht.

Ottenhofen – Bisher war die Gemeinde beim Landesamt für Denkmalpflege immer wieder aufgelaufen: Die Kommune darf keine Grabungen durchführen lassen, um festzustellen, ob dort archäologisch interessante Befunde im Boden sind. Nur ein konkretes Vorhaben gestattet es, eine solche Erlaubnis zu bekommen. Dieses konkrete Vorhaben liegt mit der Bauvoranfrage jetzt auf dem Tisch.

Und es ist nicht irgendeine Voranfrage. Das Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten, das die Gemeinde sich hier vorstellt, entspricht den bisherigen Entwürfen. Der Gemeinderat hatte in der vergangenen Wahlperiode nach intensiven Studien der Vorschläge diese Variante, die sich am historischen Vorbild orientiert, vorgezogen.

Der Haken an der Sache: Es müssen 30 Stellplätze errichtet werden. Rat und Bürgermeisterin sind sich einig, dass das am elegantesten über eine Tiefgarage funktioniert. Aber genau da könnten die Bodendenkmäler sein. Weil man das aber nicht weiß, muss Klarheit geschaffen werden. Die Räte wollen nämlich nicht, dass der freie Platz zugeparkt und damit letztlich verschandelt wird.

Wie die Tiefgarage konkret angefahren werden soll, wird erst im weiteren Verfahren geklärt, sagte Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) auf Nachfrage. Basis ist der Bebauungsplan, der sich im Änderungsverfahren befindet. Das macht das Ganze etwas komplizierter, denn genehmigungsfähig wird das nur, wenn die Gemeinde als Bauherrin festhält, sich an die von ihr selbst entwickelten Planungen zu halten.

Diese sehen – nicht nur für die Vorhaben der Gemeinde – große Baufenster vor, in denen Gebäude verschoben werden können – für den Fall, dass Bodendenkmäler zutage treten. Über die Kosten für diese Grabungen kursieren im Ort eine Menge Gerüchte, bis hin dazu, dass das siebenstellige Beträge werden könnten. Darauf reagierte Schley erstaunt und korrigierte diese: Es gehe um punktuelle Erkundungen, nicht etwa um eine vollständige archäologische Grabung, erläuterte sie und taxierte die Ausgaben auf der Basis bisheriger Erfahrungen auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Angebote hat die Verwaltung noch keine vorliegen.

Das Schloss wird den Gemeinderat noch eine Weile beschäftigen, ist doch wie berichtet der Eigentümer des Bereichs, der an den gemeindeeigenen Teil angebaut ist, insolvent. Auf Nachfrage der Heimatzeitung konnte Schley dazu keinen neuen Sachstand mitteilen. Wie berichtet, bemüht sich die Insolvenzverwalterin, das Gebäude zu vermarkten, um die Gläubiger wenigstens teilweise befriedigen zu können.

Klaus Kuhn

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