Am Sonntagabend mussten in Ottenhofen die Feuerwehren anrücken. Der Maschinenunterstand eines Bauernhofes ging in Flammen auf.
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Größter Einsatz war ein Großbrand mitten in Ottenhofen, der zusammen mit den umliegenden Feuerwehren allerdings recht schnell eingedämmt werden konnte. 

Feuerwehr Ottenhofen kommt gut durch die Pandemie

„Es ist niemand infiziert worden“

Die Feuerwehr Ottenhofen hat mit ihren konstant 51 Aktiven im vorigen Jahr 35 Einsätze „gefahren“, dazu kommen noch 18 Einsätze der First Responder. Insgesamt stehen für die Feuerwehrler 538 Einsatzstunden zu Buche

Ottenhofen – Diese Zahlen listete Kommandant Hermann Brandlmaier in seinem Bericht bei der nachgeholten Jahreshauptversammlung am Freitag im Sportheim auf. Dies seien, bemerkte er, etwa so viele Einsatzstunden wie im Vorjahr – und das trotz Corona.

Die Pandemie hat aber den Übungsbetrieb dermaßen stark eingeschränkt, dass es bei den insgesamt geleisteten Stunden für die Allgemeinheit einen Einbruch gegeben hat.

Größter Einsatz war ein Großbrand mitten in Ottenhofen, der zusammen mit den umliegenden Feuerwehren allerdings recht schnell eingedämmt werden konnte. Vor allem ist der Schutz der Nachbargebäude gelungen. Hier dankte der Kommandant allen benachbarten Wehren für die gute Zusammenarbeit. Ein Blitzschlag hatte einen Stall in Brand gesetzt, was das zweite größere Feuer bedeutete. Brandlmaier bezeichnete diesen Einsatz als leichter abzuarbeiten, weil hier das ernste Thema „Schutz der Nachbargebäude“ entfallen konnte. Auch seien keine Tiere zu Schaden gekommen. Unwetter hatten am Meillerweg Bäume um- und auf eine Stromleitung geworfen – Folge: Stromausfall. Auch bei Grund war eine Stromleitung betroffen.

Feuerwehr Ottenhofen: Zwei junge Kameraden wechseln in die aktive Mannschaft

Der Kommandant konnte die Pandemie freilich nicht übergehen: „Alle benutzten Gegenstände mussten desinfiziert werden.“ Es seien nicht alle Stunden wirklich aufgeschrieben worden, bemerkte er.

Bürgermeisterin Nicole Schley war in ihrem Grußwort gerade mit Blick auf Corona eine Bemerkung ganz wichtig: „Es ist niemand infiziert worden.“ Dabei war so mancher Einsatz, was das angeht, geradezu brandgefährlich. Mit Grausen erinnerte die Rathauschefin an jenen Einsatz, wo ein Mann ohne Maske den Feuerwehrler entgegen gekommen sei und zu beruhigen versucht habe: „Nur die Mama hat Corona!“

Dass der Personalstand gehalten werden konnte, weil zwei junge Kameraden von der Jugendfeuerwehr zu der aktiven Mannschaft wechselten, nannte Schley „Wahnsinn“. Nachwuchswerbung musste wegen „der allgemeinen Lage“ unterbleiben, soll jetzt aber nach den Worten von Jugendleiter Michael Weber wieder aufleben. Aktuell stehen neun Jugendliche in den Listen, und die würden sich über weitere Kameradinnen und Kameraden freuen, die mit ihnen beispielsweise Digitalfunk lernen, Erste Hilfe üben, Fahrzeug- und Gerätekunde büffeln, aber auch Ausflüge machen wollen.

Allerdings hatte der Jugendleiter auch noch etwas an die Adresse der Bürgermeisterin zu sagen: Manches Lernmaterial müsse nach wie vor ausgedruckt werden, aber das sei mangels Drucker ein echtes Thema: „Ich druck’ alles bei mir privat aus.“ Und der Internet-Anschluss am Gerätehaus ist nach den Worten des Jugendleiters zufolge doch etwas schwach. Die Rathauschefin bedauerte, dass wegen bestehender Rahmenverträge derzeit keine schnelle Lösung bezüglich der Bandbreite erreicht werden könne. Was den Drucker angeht, versprach sie aber: „Da finden wir eine Lösung.“

Klaus Kuhn

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