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Ran an die Nähmaschine: Susi Ohren (l.) stand den Jung-Designerinnen zur Seite.

Ferienprogramm Ottenhofen 

Mit Glitzer-Einhorn und Bordüren

Individualität statt Einheitslook: Im Ferienprogramm von Ottenhofen lernen Kinder, wie sie ihre Kleidung aufpeppen können. 

Ottenhofen – Keine Lust auf Einheitstrott und Markenzwang hat Susi Ohren. Seit drei Jahren näht sie ihre Kleidung größtenteils selbst. Auch ihre Töchter hat die Ottenhofenerin rundum mit individuellen und bunten Teilen ausgestattet. Im Rahmen des gemeindlichen Ferienprogramms hat sie nun einigen Mädchen die Gelegenheit geboten, langweilige Kleidungsstücke selbst zum echten Hingucker zu machen.

Dass die Klassenkameradin das gleiche Shirt trägt, wird den Teilnehmerinnen des Ferienprogramms in Zukunft seltener passieren. Gemeinsam mit Ohren und Anja Eberhard haben sie gebrauchte und ihrer Meinung nach zu langweilige Kleidungsstücke überarbeitet. „Klamotten pimpen“ nennen die beiden ihr Angebot, umgangssprachlich gesagt „Klamotten aufmöbeln“.

Vor allem farbenfroh ging es dabei im Mehrzweckraum der Grundschule Ottenhofen zu. Bunte Stoffe, Spitzenbänder, Perlen, Glitzermaterial, Vorlagen für die unterschiedlichsten Bügelbildchen – die Auswahl, die Ohren mit Unterstützung von Sigrid Hentschel vom Nähzentrum München-Ost in Markt Schwaben, zur Verfügung gestellt hat, war riesengroß.

Schnell entdeckten die Kinder ihre kreative Ader. So fiel beispielsweise eine gewöhnliche Jeans der Schere zum Opfer. Das Ergebnis: Freche Jeansshorts mit Fransen am Saum. Eine Latzhose wurde mit Spitzenbordüren aufgehübscht und einem gewöhnlichen Sommerkleid aus weißer Spitze wurde mit rosafarbenen Spitzenbändern an Saum und Ärmeln sowie einem glitzernden Einhorn-Bügelbild das besondere Etwas verliehen. „Das Kleid hat mir vorher einfach nicht mehr gefallen. Das war zu langweilig und einfach. Und es macht sowieso Spaß, kreativ zu sein“, erzählt Carlotta Strobel (9), die stolz auf das mittlerweile individuelle weiße Kleidchen ist.

Drei Stunden lang waren die Mädchen voller Konzentration bei der Sache. Ein toller Nebeneffekt: Auch der Umgang mit Schere, Bügeleisen und Nähmaschine wurde vertieft. Die Hauptsache jedoch ist, dass der Kleiderschrank der Jung-Designerinnen jetzt auch über ganz besondere Teile verfügt, mit denen die Nachwuchskünstlerinnen schöne Erinnerungen verbinden. 

Julia Adam

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