+
Hier wird Joghurt gemacht und abgefüllt: Markus Lanzl (hinten l.) zeigte den Ferienprogramm-Kindern ausführlich die Abfüllanlage für Joghurt. 

Ferienprogramm: Besuch auf dem Lanzl-Hof in Harlachen

Spannende Einblicke: So wird aus Rohmilch Joghurt

Auf dem Frischmilchhof der Lanzls in Harlachen erfahren die Kinder beim Ferienprogramm Wissenswertes über die Produktion von Joghurt & Co.

Harlachen– Viel besser hätte die Elterninitiative Finsing unter der Führung von Margit Urban ihr Ferienprogramm nicht planen können: Mit 16 Kindern machten sie sich auf den Weg zu Josefine und Markus Lanzl in Harlachen, um den Hof zu besichtigen, die Produktion von Joghurt zu bestaunen, Milch zu genießen und Interessantes zu erfahren über moderne Methoden der Landwirtschaft. Genau das war der erste Tag, an dem der Hof sich offiziell „Heumilchbetrieb“ nennen durfte. Der Betriebsleiter erklärte: „Gestern war die Kontrolle da, und die verlief für uns positiv: Heumilchbetrieb ist eine geschützte Bezeichnung, nicht jeder darf sich so nennen.“

Die Milchleistung der Kühe ist mit 20 Litern pro Kuh und Tag eher begrenzt

Die 45 Stück Milchvieh, in aller Regel braunes Fleckvieh, werden nur noch mit Heu gefüttert. Dieses muss, damit das funktioniert, von besonders hoher Qualität sein. Staunend standen die Kinder vor der technischen Anlage zur Trocknung von Heu, das lose und nicht gepresst in die riesige Bergehalle gebracht wird.

Die Milchleistung seiner Kühe ist mit 20 Litern pro Kuh und Tag eher begrenzt. Den Kindern erzählte Lanzl, dass es durchaus Rassen gebe, die bis zu 50 Liter geben. „Die findet man dann eher im Norden.“

Herzstück des Hofs: die hofeigene Milchverarbeitung

Dann führte er die Kinder gewissermaßen ins Herzstück des Hofs: die hofeigene Milchverarbeitung, wo die Rohmilch zunächst kurz erhitzt und später dann unter anderem zu Joghurt in verschiedenen Geschmacksrichtungen verarbeitet wird. Dazu mussten alle Kinder Überzüge über ihre Schuhe ziehen, erst solchermaßen ausgerüstet durften sie die Produktionsanlage betreten.

Markus Lanzl erklärte den Mädchen und Buben, wie der Joghurt in die Becher gefüllt wird, wie geprüft wird, ob der Deckel wirklich dicht ist, und wie die fertigen Becher dann auch noch verpackt werden. Zuvor galt es aber, die große Spülmaschine für die Milchflaschen zu erkunden. Der Betrieb arbeitet bei der Selbstvermarktung von Milch mit Kunststoffflaschen in drei Größen, schließlich versorgt dieser Betrieb auch etliche Schulen.

Auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum können Milchprodukte noch gut sein

Bei der Gelegenheit konnten die Landwirte den Kindern auch noch eine wichtige Information mitgeben: Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Milchprodukten ist nicht etwa das Datum, an dem ein Produkt weggeworfen werden muss. Im Gegenteil – Josefine Lanzl machte deutlich: „Wenn man nichts sieht und er noch gut schmeckt, kann man zum Beispiel einen Joghurt auch danach noch sehr gut essen.“

So viel Information macht hungrig und durstig. Und so machten die Kinder sich genüsslich über den Joghurt und die Milch her, die Josefine Lanzl für sie bereitstellte. Erst danach ging es auf die weitere Erkundung des Bauernhofs mit Stall, Maschinenpark und der übrigen Infrastruktur eines modernen Milchviehbetriebs.

Für diesen war es die beste überhaupt denkbare Werbung in eigener Sache, aber auch für die konventionelle Landwirtschaft. Der 48-jährige Markus Lanzl ist Landwirtschaftsmeister, darf ausbilden, und wird das ab September tatsächlich auch tun. Auf Nachfrage zeigte er sich überdies nicht abgeneigt, auch Praktikanten aufzunehmen. 

Klaus Kuhn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Publikumsliebling Äl Radicalo unterliegt dem Lokalmatador
Es war nicht der Tag des Äl Radicalo. Schon nach 90 Sekunden war alles vorbei: Der Oberneuchinger musste sich beim Burschenboxen in Anzing dem späteren Sieger im …
Publikumsliebling Äl Radicalo unterliegt dem Lokalmatador
Forstern stellt Baurecht in Tading wieder her
Als die Gemeinde Forstern in Tading einen alten Bebauungsplan aufgehoben hat, hat sie unbeabsichtigt auch Baurecht aufgehoben. Das stellt sie mit dem Bebauungsplan „An …
Forstern stellt Baurecht in Tading wieder her
Freisinger Grünen-Chef Wollschläger kandidiert für Langenpreisinger Gemeinderat
Anton Wollschläger ist Fraktionschef der Grünen im Freisinger Kreistag. Bei der Kommunalwahl 2020 will er auch in den Gemeinderat in Langenpreising.
Freisinger Grünen-Chef Wollschläger kandidiert für Langenpreisinger Gemeinderat
Neue Feuerwehrhäuser für Erding und Altenerding: Das sind die Standorte
Standorte für die neuen Feuerwehrhäuser für Erding und Altenerding sind fast fix. Für Altenerding hat die Stadt Grund gekauft, für Erding wird‘s wohl ein Neubau am …
Neue Feuerwehrhäuser für Erding und Altenerding: Das sind die Standorte

Kommentare