Die Frühschoppen AG in Ottenhofen will ihr Jubiläumsfest nachholen. Unser Bild zeigt den Vorsitzenden Michael Vollmer mit den Gründungsmitgliedern Adolf Fischer, Kurt Gaiser und Alois Lippacher (v. l.). Nicht im Bild: Andreas Lippacher.
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Die Frühschoppen AG in Ottenhofen will ihr Jubiläumsfest nachholen. Unser Bild zeigt den Vorsitzenden Michael Vollmer mit den Gründungsmitgliedern Adolf Fischer, Kurt Gaiser und Alois Lippacher (v. l.). Nicht im Bild: Andreas Lippacher.

Ottenhofener Verein feiert 50-jähriges Bestehen

Frühschoppen AG: „So was wie uns, das gibt’s nur einmal“

Die Frühschoppen AG in Ottenhofen gibt‘s seit 50 Jahren. Wegen Corona konnte nicht große gefeiert werden – das Jubiläumsfest wird aber nachgeholt.

Ottenhofen– Sie sind Ottenhofens wohl einzige „Aktiengesellschaft“ – zumindest die einzige ihrer Art: Die Frühschoppen AG wollte heuer eigentlich am 19. April ihren 50. Geburtstag feiern. Die Bierdeckel dazu waren schon gedruckt. Allein, es hat coronabedingt nicht sein sollen. Vorsitzender Michael Vollmer aber stellte bei einem Besuch der Heimatzeitung klar, dass das Fest nachgeholt wird, spätestens im kommenden Jahr.

Ein „richtiger“ Verein ist die Frühschoppen AG nicht, auch wenn es neben dem Vorsitzenden einen Vize (Reinhold Lentner), einen Schriftführer (Gottfried Kagerer) sowie einen Kassier (Werner Rappold) und damit einen vollen Vereinsvorstand gibt. Dabei hätten die fröhlichen Herren, die sich allsonntäglich beim Camillo treffen und dort vornehmlich – Es lebe das Klischee! – die jüngsten Fußballspiele einer eingehenden Analyse unterziehen, mit der Gemeinnützigkeit die geringsten Probleme. Zu segensreich ist deren Wirken für Ottenhofen.

52 Ruhebänke hat die AG im Gemeindegebiet Ottenhofen aufgestellt

Ob Dorfbrunnen oder Stockbahn, Kinderfaschingsbälle oder auch die insgesamt 52 Ruhebänke, die sich über das ganze Gemeindegebiet verteilen: Überall haben die aktuell 19 Mitglieder ihre fleißigen Finger drin. So beließ es Bürgermeisterin Nicole Schley mangels Jubiläumsfest gegenüber der Heimatzeitung bei einer von Herzen kommenden Kurz-Laudatio: „Das ist schon toll, was die alles auf die Füße stellen.“

Tatsächlich ist der nächste Coup schon im Anstich: Die Frühschoppen AG übernimmt die Federführung für ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Vereine, das eigentlich auch schon hätte fertig sein sollen, wo aber das Genehmigungsverfahren kompliziert war: Erweiterung der Gerätehütte an der Stockbahn. Im August soll der Bau über die Bühne gehen (Bericht folgt).

Auch das Weinfest musste ausfallen

Die Herrschaften nehmen sich selbst nicht so furchtbar ernst, können über das Standardthema am Stammtisch bei ihrer eigenen Vereinsvorstellung selbst launige Bemerkungen machen wie etwa die, dass sie „recht g’scheid daher reden“. Aber wenn’s ums Arbeiten geht, sind sie eben da.

Die Schreinerei Lippacher besorgt das Holz für die besagten Bänke, die teilweise auch mit Tischen ausgestattet sind und damit direkt zur touristischen Infrastruktur der Gemeinde beitragen. Patenschaften für die Bänke werden organisiert und diese so auch erhalten. „Wir haben einen Plan, wo welche Bank steht, und wir schauen da auch durch, ob was gemacht werden muss“, erklärt der Vorsitzende, der aber auch schon von dem einen oder anderen Vandalismus-Schaden hat berichten müssen.

Finanziert werden solche Vorhaben unter anderem über die Festivitäten, die der Verein organisiert. Dass das Weinfest heuer auch ausfallen musste, schmerzt die Stammtischler doch arg, aber auch das wollen sie nachholen. Dieser Stammtisch steht beim Wirt. Dass es einen solchen in Ottenhofen gibt, ist keine Selbstverständlichkeit, denn die „Baracke“, die frühere Gaststätte in Ottenhofen, ist abgerissen worden. 1969 wurde in der neuen Schlossgaststätte – heute Camillo – Richtfest gefeiert. „Das Vereinsleben beginnt wieder“, heißt es in der Chronik des Vereins.

Zur Finanzierung wurden „Aktien“ an die Gründungsmitglieder verkauft

Der damalige Bürgermeister Josef Vogl hat später zu einem musikalischen Frühschoppen eingeladen, und das wird als der Anlass zur Gründung gesehen. Mit 17 Männern fing alles an, und die mussten irgendwie Geld in die Kasse kriegen. Also wurden „Aktien“ an die Gründungsmitglieder verkauft. Vier derjenigen, die den Verein aus der Taufe gehoben haben, leben noch und sind, wenn sie irgendwie können, allsonntäglich dabei: Kurt Gaiser, Alois Lippacher, Andreas Lippacher und Adolf Fischer.

Nur eine Fahnenweihe oder dergleichen gab es noch nicht, und Schriftführer Kagerer hat dafür eine gute Begründung: „Was sollten wir für gleichgeartete Vereine einladen? So was wie uns, das gibt’s halt nur einmal!“

Klaus Kuhn

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