Gemeinderat Ottenhofen 

Brücken auf dem Prüfstand

Der Gemeinderat Ottenhofen berät, ob die Gemeinde bald eine neue Straße bekommt.

OttenhofenBekommt die Gemeinde Ottenhofen bald eine neue Straße? Es besteht zumindest die Möglichkeit, die Brückenüberführung über die Eisenbahnlinie nach Wimpasing aufzulassen und abzureißen, wenn eine Ersatzstraße gebaut werden kann.

2015 lag eine Kalkulation über 1,3 Millionen Euro für die Sanierung dieser Brücke vor. Eine Ersatzstraße zur nächsten Unterführung hätte laut damaligen Berechnungen nur 600 000 Euro verschlungen. Und, so Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD), „die Brücke ist nur zum Teil förderfähig. Der Vorteilsausgleich von etwa 600 000 Euro, den die Gemeinde der Bahn zahlen müsste, geht komplett zu Lasten der Kommune. Die Ersatzstraße dagegen ist voll förderfähig und macht finanziell damit sehr viel Sinn.“

Ottenhofen muss der Bahn bis Ende März mitteilen, welche Variante sie favorisiert. Darauf baut die Planung der Bahn auf. Äußert sich die Gemeinde nicht, übernimmt die Bahn. „Und natürlich lassen wir uns die Planung nicht aus der Hand nehmen“, sagte Schley. „Finanziell beteiligt werden wir über das Eisenbahnkreuzungsgesetz in jedem Fall.“

Dass die Neuerungen für die Ottenhofener Bürger Vorteile bringen, kommt vor allem durch die Vorschriften im Straßenbau. Eine Gemeindeverbindungsstraße muss mindestens fünf Meter nur für die Fahrbahn breit sein, plus beidseitig 50 Zentimeter Randstreifen haben, so dass sich ein Asphaltband von sechs Metern ergibt.

Innerhalb der beiden Brücken an der Herdweger und der Schwillacher Straße ist ein Sicherheitsabstand von einem Meter einzuplanen. Darum kommt die Gemeinde schon aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht herum. Das bedeutet, die Unterführungen müssen mindestens acht Meter breit sein. Kommt noch ein Fahrradweg mit Gehsteig dazu, entstehen insgesamt 10,50 Meter.

„Wir planen für die nächsten 100 Jahre“, betonte Schley im Gemeinderat. Man könne nicht ausschließen, dass ein künftiges Gremium zum Beispiel einen Geh- und Radweg planen möchte. Diese Möglichkeit solle man sich nicht verbauen. Für die beiden Bahnunterführungen Schwillacher Straße und Herdweger Straße sollte die Gemeinde deshalb eine Breite von 10,50 Metern verlangen.

Was genau für alle sechs Brückenbauwerke gefordert wird, werden die Gemeinderäte in ihrer öffentlichen Sitzung am Dienstag, 13. März, beschließen, wenn alle Vorschläge ausgearbeitet sind.

Alfred Greckl (FWO) hält es für wichtig, an der Wimpasinger Brücke „die Trasse für die Ersatzstraße unbedingt genau zu überdenken“. Die Ingenieurleistungen dafür sollen vergeben werden, sobald ein positives Signal der Grundstückseigentümer vorliegt, mit dem es erst Sinn macht, die alternative Straße überhaupt zu planen. Von den beiden abgegebenen Angeboten ist das der Firma Wipfler Plan aus Pfaffenhofen das günstigere. So wurde der Auftrag für knapp 11 000 Euro vergeben. rg

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