Eine kleine Delegation aus Ottenhofen besichtigte einen Netzbooster in Wunsiedel. Das Fazit im Gemeinderat: Die Ängste vor der Mega-Batterie sind unbegründet.
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Kleiner Netzbooster in Wunsiedel: Eine Delegation aus Ottenhofen hatte Gelegenheit, ihn zu besichtigen.

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Netzbooster in Ottenhofen – „Das ist nichts, wovor man Angst haben muss“

Eine kleine Delegation aus Ottenhofen besichtigte einen Netzbooster in Wunsiedel. Das Fazit im Gemeinderat: Die Ängste vor der Mega-Batterie sind unbegründet.

Ottenhofen Der Netzbooster der Firma Tennet auf Ottenhofener Flur beschäftigt die Kommune intensiv – vor allem deshalb, weil keiner so richtig weiß, was da auf die Gemeinde zu kommt. Andernorts gibt es bereits Bürgerinitiativen gegen solche Mega-Batterien.

„Angst entsteht durch Unwissenheit“, ist das Kredo von Bürgermeisterin Nicole Schley, die sich darum mit ihrem Stellvertreter Dieter Effkemann und dem Feuerwehrkommandanten Hermann Brandlmeier auf den Weg nach Wunsiedel machte (wir berichteten). Dort steht ein Netzbooster, wenn auch deutlich kleiner dimensioniert. Aber die Technik und die Anforderungen an die Sicherheit haben die drei Besucher aus Ottenhofen studieren können.

Effkemann erklärte im Gemeinderat: „Insgesamt habe ich – rein technisch gesehen – ein sehr gutes Gefühl.“ Und Schley befand: „Das ist nichts, wovor man Angst haben muss.“

Effkemann schilderte den Aufbau anschaulich: Die Batteriezellen seien in drei Containern untergebracht und würden einzeln überwacht.

Wird eine zu warm, kann sie sofort abgeschaltet werden. Kommt es dennoch zu einem Brand, tritt eine automatische Feuerlöschanlage in Aktion. Diese arbeite mit Sauerstoffentzug. Die Batterien würden so zusammengeschaltet, dass eine erhebliche Gleichspannung zusammenkomme, die auf einen Wechselrichter auf dem Gelände gehe. Ein nachgeschalteter Transformator mache Hochspannung daraus. In Wunsiedel werde in dieser gewaltigen Batterie etwa der Strom aus den vielen Solaranlagen gewissermaßen zwischengelagert, damit er dosiert wieder abgegeben werden kann, wenn er gebraucht wird.

Schley zeigte sich von der Notwendigkeit solcher Anlagen überzeugt. Einige Gemeinderäte konnten allerdings die Vorteile für Ottenhofen nicht erkennen und würden den Netzbooster lieber woanders sehen. „Wir haben keinen Einfluss darauf, aber wir müssen sehen, dass wir die Bürger informieren“, sagte Schley dazu.

Eine Sorge konnte Effkemann ausräumen: Die Geräuschentwicklung könne man vernachlässigen. Bestenfalls die Klimaanlagen für die Batterie-Container seien hörbar. 

Klaus Kuhn

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