Alles Handarbeit: Stefanie und Stephan Karasz am Herzstück ihrer Produktionsstätte.
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Alles Handarbeit: Stefanie und Stephan Karasz am Herzstück ihrer Produktionsstätte.

Ehepaar Karasz produziert alkoholhaltige Süßigkeit

Gummibonbons mit Schuss: Aus einer Schnapsidee werden „Bedizzys“

Alkoholhaltige Gummibonbons produziert das Ehepaar Karasz in Ottenhofen. Aus einer Schnapsidee sind „Bedizzys“ geworden.

Ottenhofen – Gummibärchen aus Ottenhofen? Gut, Bärchenform haben die runden Gummibonbons nicht. Dafür haben es die Kreationen von Stefanie und Stephan Karasz aber im wahrsten Sinne des Wortes in sich, denn die beiden Ottenhofener sind deutschlandweit die einzigen, die alkoholhaltige Gummibärchen (11 %) produzieren und vermarkten dürfen.

Deutschlandweites Patent auf die Gummibonbons

„Wir haben ein deutschlandweites Patent darauf“, erzählt das Ehepaar stolz. Neun Sorten sind es, von „Tequila“ und „Wodka“ bis „Cuba libre“, die in einem Teil eines dazu umgebauten landwirtschaftlichen Anwesens die Produktionsstätte verlassen und inzwischen auch ins europäische Ausland exportiert werden.

Begonnen hatte alles mit einer Schnapsidee: In dem Unternehmen, in dem die beiden gearbeitet haben, waren Gummibärchen erlaubt, Alkohol aber nicht. Wie also etwas Spaß in den Büro-Alltag bringen, ohne dass das gleich auffällt? Stephan Karasz ist Maschinenbauingenieur. Getreu dem alten Spruch „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ tüftelten und bastelten, experimentierten und scheiterten die beiden so lange, bis die ersten „Bedizzys“ auf dem Schreibtisch standen. Der Name ist abgeleitet aus dem Englischen, zieht „Be“ (sei) und „dizzy“ (schwindlig) zusammen.

Aktuell wird pro Tag maximal eine Tonne von einer Sorte produziert

Stefanie Karasz, Mutter von zwei Kindern, erinnert sich noch sehr genau daran, wie die beiden damals belächelt wurden, als sie nach Feierabend mit der Produktion begonnen haben. Und sie registriert eben auch, wie die, die zunächst noch gespottet haben, heute bei ihr im Ottenhofener Ortsteil Loher klingeln: „Äh.... ich bräuchte da ein Geschenk....“ Lächelnd meint sie: „Sowas verschafft einfach ungemein Bestätigung.“ Die haben die zwei jetzt in der Tat: Ein Lebensmittelriese denkt ernsthaft darüber nach, die alkoholhaltiggen Süßigkeiten aus Ottenhofen zu listen. Dann aber dürfen die zwei Gummibärchen-Macher sich ranhalten: „Aktuell können wir pro Tag maximal eine Tonne von einer Sorte produzieren.“

Bis dahin war es ein weiter Weg, und Stephan Karasz erinnert sich noch sehr genau, wie er die aus China gelieferte Maschine erst mal so weit bringen musste, das zu tun, was die beiden sich vorgestellt haben. „Mein Vater hat uns da geholfen. Der ist ein fantastischer Schrauber“, schwärmt er. „So, wie die das geliefert haben, konnte das nicht funktionieren“, resümiert Stephan Karasz. Die Folge waren monatelange und nervenaufreibenden Umbauarbeiten, bei denen unter anderem undichte Schweißnähte zutage traten. Sogar bei der Steuerung der verschiedenen Pumpen musste er massiv eingreifen.

Die Corona-Krise hat das Ehepaar genutzt, um die Anlage zu optimieren

Gummibärchen zu produzieren ist eine Wissenschaft für sich. „Ich hätte das zunächst auch nicht gedacht, das sieht so simpel aus“, bekennt Stephanie Karasz, die auch für den Vertrieb zuständig ist. Die Corona-Krise hat das Ehepaar genutzt, um die Anlage zu optimieren, jetzt können die beiden wieder voll in die Produktion einsteigen.

200 Kilo Zucker werden dazu erst in einem Kessel geschmolzen, dann kommen – bei geringeren Temperaturen – die übrigen Zutaten dazu. Allzu sehr wollen die beiden sich nicht in die Karten schauen lassen, zu viel eigenes Knowhow steckt in ihrem bundesweit patentierten Verfahren. Gegossen werden die gefüllten Bonbons dann in Stärkemehl, von dem sie dann mechanisch wieder befreit werden müssen, bevor sie in der Verpackungsmaschine landen. Auch diese Maschine kommt aus China, und auf dieses Gerät lassen die zwei nichts kommen. „Diese Anlage funktioniert tiptop.“ 

Abgewogen wird noch von Hand

Abgewogen wird noch von Hand, aber das soll sich bald ändern: Eine Abwiegeanlage ist das nächste, was aufgebaut werden soll, dann können die Bonbon-Dosen auch schneller befüllt werden. Eine solche Dose hatten die Gemeinderäte von Ottenhofen auch schon auf dem Tisch, als Kostprobe. Die „Bedizzys“ haben die Stimmung in der Sitzung dann auch spürbar gehoben.

klk

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