Das erste E-Werk in Ottenhofen: Die Beschriftung der Fassade erinnert noch an die Bedeutung des Werks ab 1921
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Das erste E-Werk in Ottenhofen: Die Beschriftung der Fassade erinnert noch an die Bedeutung des Werks ab 1921. Die Heimatforscher greifen das historische Datum jetzt auf.

Historische Gruppe aus Ottenhofen plant Veranstaltung – Ausstellung zur Schulgeschichte schon fertig

Heimatforscher gehen der Elektrizität auf den Grund

Die Gemeinde Ottenhofen steht vor einem denkwürdigen Jubiläum: 2021 jährt sich der Einstieg in die Stromversorgung zum 100. Mal. Die Heimatforscher haben vor, aus diesem Anlass eine Veranstaltung anzubieten, sobald das die allgemeine Lage zulässt.

Ottenhofen – Vorsitzender Franz Weber hat schon seine Nase in die alten Unterlagen versenkt und mit den Vorbereitungen begonnen. „Es gibt ja leider keine alten Pläne mehr“, sagt er zu den Bemühungen. Aber zu berichten wird es aus seiner Sicht dennoch einiges geben: „Das war die Familie Meiller mit ihrer Hammermühle. Die haben die Sempt seinerzeit teilweise umgeleitet und über eine Turbine geschickt. Damit haben sie Strom gemacht und dann in Ottenhofen verkauft.“

Weber weiß auch, dass die Ottenhofener da etwas hinten dran waren. „Zehn Jahre vorher hatte die Familie Schauer in Unterschwillach angefangen, Strom zu produzieren. Den haben sie an einige im Ort verkauft.“ Wie berichtet, versorgt die Schauer-Mühle als kleinster Stromversorger Bayerns heute noch immer rund ein Dutzend Kunden.

Gedacht wird nach den Worten Webers an eine Veranstaltung auf dem Gelände der Firma Meiller, die dann wohl einmal mehr als Industrie-Pionier in der Gemeinde vorgestellt werden wird. Das genaue Konzept der Veranstaltung stehe zwar noch nicht fest, deutet Weber im Gespräch mit unserer Zeitung an. Aber er macht klar, dass die Gruppe das denkwürdige Datum auf jeden Fall nicht achtlos verstreichen lassen will. Dabei kann Weber aktuell noch nicht den genauen Tag nennen, an dem in Ottenhofen das elektrische Licht anging. Das Studium der verfügbaren Unterlagen dauert noch an.

Die Heimatforscher sind aber auch sonst in den Startlöchern, und sie werden da auch wohl noch eine Weile bleiben. Aber dann können sie gewissermaßen aus dem Stand eine weitere spannende Veranstaltung anbieten, weil diese fertig vorbereitet ist: die Schulgeschichte von Ottenhofen. Damit hat die kleine, aber hochaktive Gruppe – wie berichtet – schon 2020 an die Öffentlichkeit gehen wollen, aber dann kam Corona dazwischen. „Sobald die Seuche vorbei ist, können wir“, sagt Vorsitzender Weber jetzt zur Heimatzeitung. Allerdings legt die Gruppe sich selbst etwas Zurückhaltung auf. Weber: „So wichtig ist das ja auch nicht.“ Die Schulturnhalle zu blockieren, weil darin vielleicht sogar die Abstandsregeln bei einer Ausstellung einzuhalten wären, fand der Vorsitzende keine so gute Idee. Bekanntlich finden die Veranstaltungen der Heimatforscher eigentlich im Feuerwehrhaus statt.

Schon vor einem Jahr hatte Weber ein ganz anderes Projekt gegenüber der Heimatzeitung erwähnt: Gerade mal fünf Mitglieder stark ist die Gruppe, und es dürften ruhig ein paar mehr werden, denn Arbeit gebe es wahrlich genug in Ottenhofen.

Wer hier mitmachen wolle, sei herzlich dazu eingeladen, müsse aber tatsächlich die Beharrlichkeit eines Forschers aufbringen, deutet Weber an. Schon damals hatte er deutlich gemacht, dass ein Gang in die Öffentlichkeit mit einer wirksamen Veranstaltung darum vielleicht nicht schlecht wäre.  

Klaus Kuhn

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