Hochwasserschutz der Gemeinde Ottenhofen 

Ein größeres Becken für Unterschwillach

Den Ottenhofener Gemeindeteil Unterschwillach soll künftig unter anderem ein größeres Rückhaltebecken vor Hochwasser schützen.

Ottenhofen Wenn der Hochwasserschutz für den Ottenhofener Gemeindeteil Unterschwillach Thema ist, geht es vor allem um den Grunder Graben. Mit dieser Aussage begann Göran Brandhorst vom Ingenieurbüro Sehlhoff aus Vilsbiburg in der Gemeinderatssitzung seinen Bericht über mögliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

„Die Voraussetzung für alle Zahlen und Berechnungen, aber auch für unser Hochwasserschutzkonzept, ist die hundertjährliche Flussmenge von 1,4 Kubikmeter pro Sekunde“, erklärte Brandhorst. Ein Rückhaltebecken vor Unterschwillach, das in Grundzügen bereits besteht, müsste für den Bedarf großflächig ausgebaut werden. Zusätzlich könne man sich vor Grund ein zweites Becken vorstellen.

Es müsse ein Rückhalt für 3000 Kubikmeter Wasser geschaffen werden, das bestehende Becken könne lediglich etwa 1000 Kubikmeter aufnehmen. Ein solches Becken brauche in jedem Fall eine zweite Überlaufdrossel. „Das Überlaufwasser können wir außer über den bestehenden Ablauf über einen zusätzlichen Graben links der Grunder Straße weiter in Richtung Schwillach ableiten“, erläuterte Brandhorst. „Der bestehende Graben führt direkt durch die Mitte der Ortschaft. Unser Vorschlag wäre, den zusätzlichen Graben künftig vor der Bebauung links und westlich von Unterschwillach vorbei zu führen. Ideal wäre, wenn wir sogar erst nach der Keckmühle die Schwillach erreichen würden.“

Josef Greckl (CSU) interessierten vor allem die Kosten dafür. „Wir können noch nicht alles berechnen, weil wir die Bodenbeschaffenheiten noch nicht genau untersucht haben. Dazu brauchen wir auch den Beschluss, wie Sie die Hochwasserbeseitigung haben wollen“, antwortete Brandhorst, der sich dann aber doch zwei Beträge entlocken ließ: „300 000 Euro für eine billige, aber wegen der benötigten Sicherheit nicht zu empfehlende Variante und zirka 400 000 Euro für einen Hochwasserschutz, der die Rückhaltebecken mit Gräben entlasten würde.“

„Können wir vielleicht mit mobilem Hochwasserschutz arbeiten?“, schlug Georg Lippacher (FWO) vor. Ingenieur Brandhorst sah darin keine Möglichkeit. „Die Schutzwälle müssten in einer Stunde aufgebaut sein. Das ist nicht zu schaffen.“

Dieter Effkemann (FWO) wollte wissen, ob „man mit erhöhten Bordsteinkanten das Wasser, das von der Grunder Straße kommt, auf der Straße bis zur Schwillach führen könnte“. Lippacher meinte, dass man ja auch einen bestehenden Kanal nutzen könne. Auch Andreas Lippacher (FWO), Alfred Greckl (FWO) und Effkemann wollten diesen Kanal nutzen und eine Ableitung über die Straße geprüft wissen.

Brandhorst hatte in der Diskussion die unterschwellig herrschende Unsicherheit der Gemeinderäte wegen notwendiger Grundstückskäufe gespürt. „Ohne, dass die Anlieger mitmachen, ist ein perfekter Schutz nicht realisierbar“, stellte er klar und appellierte an Gemeinderäte und Anlieger, und damit auch an die, die in erster Linie von diesem Schutz profitieren würden, mitzumachen.

Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) fasste die weiteren Schritte zusammen: „Wir werden das bestehende Becken am Tainger Feld aufweiten, eher in die Breite gehen, damit es landwirtschaftlich noch genutzt werden kann. Außerdem schaffen wir einen Überlauf links der Grunder Straße, dessen Wasser dann vom bestehenden Kanal aufgenommen werden kann.“

Dieser Kanal soll mit einer Videobefahrung nach Schäden und dem genauen Verlauf untersucht werden. Brandhorst wird zudem die Möglichkeiten unter die Lupe nehmen, „den Ablauf des Oberflächenwassers über die Straße gezielt in die Schwillach zu leiten, ohne dass Anwohner zu Schaden kommen“.

Randolf Gänger

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