Starkregen macht nicht nur Autofahrern zu schaffen. Er kann auch zu Hochwasser führen. (Symbolfoto)
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Starkregen macht nicht nur Autofahrern zu schaffen. Er kann auch zu Hochwasser führen. (Symbolfoto)

GEMEINDERAT OTTENHOFEN - Alte Planung hätte bei fünfjährigem Regenereignis nicht ausgereicht

Hochwasserschutz: Größerer Puffer nötig

Bei Starkregen kommen viele Bäche an ihre Kapazitätsgrenzen. In Ottenhofen plant man jetzt mit einer Drosseleinrichtung, die den Durchlauf der Wassermassen verlangsamt.

Ottenhofen – Der Hochwasserschutz für Ottenhofen, speziell im Bereich des Schlossholzgrabens, bleibt ein heißes Thema. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat die Behandlung der Oberflächenentwässerung eines Neubaugrundstücks vertagt, weil die Bürgervertreter große Probleme mit der Leistungsfähigkeit des Grabens gesehen hatten.

Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) präsentierte dem Gremium nun eine wesentlich entspanntere Aktenlage. Jetzt ist beispielsweise eine Drosseleinrichtung vorgesehen: Nur ein Liter pro Sekunde darf bei einem starken Regen in den Bach eingeleitet werden. Um das zu erreichen, wird ein Pufferspeicher von zwölf Kubikmetern vorgeschaltet. Hier aber hakte die Bürgermeisterin ein. Sie hatte nicht nur beim Landratsamt, sondern auch beim Hochwasserschutzplaner der Gemeinde Erkundigungen veranlasst, und Letzterer wurde fündig: Die zwölf Kubikmeter sind nicht ausreichend für ein „fünfjähriges Regenereignis“ – also ein Starkregen, wie er statistisch alle fünf Jahre zu erwarten ist.

Und so schrieb Schley gleich in den Beschlussvorschlag, dass der Puffer auf die vom Planer errechneten 14 Kubikmeter vergrößert werden solle. Schley sagte dem Rat, dass hier das Landratsamt als Genehmigungsbehörde – die Gemeinde werde hier nur beteiligt – auch mitmachen würde.

Das Ziel der Wasserwirtschaft, Regen- und Schmutzwasser zu trennen und nicht einem gemeinsamen Kanal (Mischsystem) der Kläranlage zuzuleiten, erläuterte sie so: Je konzentrierter das Abwasser desto effektiver die Kläranlage. Nicht zuletzt deshalb fiel der Gedanke, besagten Liter pro Sekunde in den Kanal und nicht in den Bach zu leiten, auch sofort durch.

Die Ottenhofener Rathauschefin hatte aber noch einen weiteren Punkt: Bei Überlastung des Kanals wird das Wasser, das dieser nicht mehr aufnehmen kann, in die Gewässer geleitet, und das ist eben dann auch Abwasser, was niemand wirklich will. Das Argument zog. Am Ende konnte die Bürgermeisterin fast alle Räte überzeugen, es gab nur noch eine Stimme gegen den Beschlussvorschlag.

Bezüglich des Schlossholzgrabens sprach Schley von einem Becken oder zumindest einer Aufweitung des Bachbetts. Der Fachplaner war im Februar beauftragt worden, nachdem die Bürgermeisterin durch die Ausweisung der Maßnahme als ökologische Verbesserung der Gesamtsituation Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent durch den Freistaat Bayern zugesagt bekommen hatte. KLAUS KUHN

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