Bauarbeiter errichten ein Haus
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Endlich bauen will ein Bürger aus der Isener Straße in Herdweg. Er kritisierte jetzt die lange lange Verfahrensdauer (Symbolbild).

Bauvorhaben in Herdweg bei Ottenhofen: Betroffener kritisiert lange Verfahrensdauer

„Ich bin sauer, wie man da hingehalten wird“

Ein Bürger aus Herdweg, der gerne bauen will, beklagt sich über die lange Verfahrensdauer: „Ich bin sauer, wie man da hingehalten wird.“

Ottenhofen – Der Bebauungsplan für den Ortsteil Herdweg ist eine offene Baustelle in der Gemeinde Ottenhofen. Beim Bürgerforum vor der August-Sitzung des Gemeinderats meldete sich ein Betroffener aus der Isener Straße zu Wort und beklagte sich über die lange Verfahrensdauer. Er wolle endlich bauen, meinte der Mann: „Ich bin sauer, wie man da hingehalten wird.“ Tatsächlich ist das Verfahren seit sechs Jahren am Laufen, ein Ende ist nicht absehbar.

Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) äußerte sich verständnisvoll, musste aber die Verantwortung für die lange Verfahrensdauer von sich weisen. Sie erinnerte unter anderem an die drei Jahre, die jetzt schon ins Land gegangen seien für die Herausnahme eines Teilbereichs aus dem Landschaftsschutzgebiet (wir berichteten). Das liege in der Hand des Landratsamts, stellte sie klar.

Tatsächlich hatte gegen Ende der vergangenen Wahlperiode der Kreistag die Entscheidung getroffen, die Kreisverwaltung habe dieses Votum bis jetzt aber nicht umgesetzt. In einem früheren Gespräch mit der Heimatzeitung hatte sich Schley noch zuversichtlich darüber geäußert, dass der Beschluss des Kreisgremiums bald vollzogen werde. Auch nach der jüngsten Sitzung hielt sie an dieser Hoffnung fest. „Das geht bei uns von Bauamt zu Bauamt“, formulierte die Rathauschefin.

Die neueste Entwicklung nun ist die Forderung der Genehmigungsbehörden nach einer artenschutzrechtlichen Untersuchung. Dazu hat es, wie der Bürger sorgfältig notiert hat, einen Ortstermin am 22. Mai gegeben. Jetzt geht es darum, dass die Herbstpopulation ebenfalls unter die Lupe genommen werden muss. Das bedeutet, dass es erst Anfang 2021 weitergehen kann.

Das war der Anlass für die Wortmeldung des Bürgers, der darum bat, die beiden Teile „Nord“ und „Süd“ bei der Bauleitplanung für Herdweg zu trennen. Ob das was bringt, musste die Rathauschefin offen lassen. „Es ist nicht sicher, ob es da jemals Baurecht gibt“, musste sie zum aktuellen Stand der Dinge sagen und betonte, dass der Gemeinderat sich große Mühe gebe, „das schnell weiter zu bringen“.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung sagte Schley, dass der Gemeinderat die Verfahren „Nord“ und „Süd“ bewusst getrennt habe, um für den Fall, dass es in einem Teil ernsthafte Schwierigkeiten gebe, handlungsfähig zu bleiben. Insofern sei die Bitte des Bürgers bereits erfüllt.

Ziel sei jedoch, im Sinne der Gleichbehandlung für alle Betroffenen Baurecht zu schaffen. Und der, der sich da zu Wort gemeldet habe, sei ja nicht der einzige, den sie ständig vertrösten müsse.  

Klaus Kuhn

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