Bayerns Leuchtende Häuser 
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Heller Flecken in besinnlicher Zeit: Das Ehepaar Huber vor seinem weihnachtlich dekorierten Haus in Ottenhofen.
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Zur Weihnachtszeit strahlt das Gut Kaltenbrunn in Gmund (Kreis Miesbach) stets bis weit über den Tegernsee. Die Lichter werfen dann ihren Schimmer aufs Wasser. Das ist selbst dann ein schöner und unübersehbarer Anblick, wenn es neblig ist wie auf diesem Bild.
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Es blinkt und blitzt in Hofolding (Kreis München). Unter dem dramatischen Himmel wirkt die Beleuchtung besonders hell. Als Passant muss man da hinschauen.
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50 Figuren tummeln sich vor, an und auf diesem Haus in Deining (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Links im Bild ist sogar eine leuchtende Krippe zu sehen. Ein Besuchermagnet.
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Bunt, bunter –Olching. Das dortige Weihnachtshaus kennt so gut wie jeder im Kreis Fürstenfeldbruck. Die Feiertage sind hier neonbunt.

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Im Lichterland der Hubers: „Wollen keinen Rekord brechen“

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Ottenhofen - Weihnachtszeit ist Lichterzeit. In ganz Bayern funkeln und blinken abends die Häuser. Wir haben mit einem Ottenhofener, Peter Huber, über seine ausgefallene Weihnachtsdekoration gesprochen.

In Ottenhofen (Kreis Erding) gibt’s eine Faustregel: Weihnachten ist, wenn das Haus der Hubers leuchtet. Seit Jahren schmückt das Ehepaar sein Anwesen mit Rentieren und Nikoläusen, Lichtgirlanden und Zuckerstangen, Sternen, Schneemännern und und und. Ein herrlicher Weihnachts-Irrsinn, der in der Region längst unter dem Namen „Christmas Hill“ bekannt ist. Mitte Oktober ist Peter Huber, 68, schon aufs Dach gestiegen, um die ersten Lampen anzubringen. Seine Frau Anni, 65, kümmert sich um die Feinheiten. Peter Huber sagt: „Sie ist die Designerin.“ Jedenfalls lockt ihr Haus jedes Jahr Hunderte von Besuchern an. Und nebenbei tun die Hubers mit ihrem Weihnachtshaus noch etwas Gutes.

Herr Huber, haben Sie die Lämpchen an ihrem Haus mal gezählt?

Peter Huber: Nein. Ich find’ es immer etwas abstoßend, wenn Leute mit ihrer Beleuchtung oder den Stromkosten prahlen. Meine Frau und ich wollen keine Rekorde aufstellen, wir wollen Hausgestaltung machen.

Trotzdem haben Sie jede Menge Zeug. Wo bringen Sie das im restlichen Jahr unter?

Huber: Die größeren Elemente wie das Nikolaus-Häusl oder der Kaufladen sind dann in der Garage, der Rest im Keller. Da ist ziemlich viel Platz, außerdem kann man die Rentiere zusammenstecken.

Geht da nicht mal was kaputt?

Huber: Hin und wieder bricht mal was ab. Meine Frau hat die ganze Beleuchtung erneuert, mit LED-Lämpchen. Leider hat jetzt nicht mehr alles den gleichen warmweißen Ton. Manches wirkt etwas grünlich, anderes extrem hell oder gelblich. Das war eigentlich nicht unsere Absicht.

Woher haben Sie eigentlich die ganze Deko?

Huber: Vieles ist aus Amerika. Die Figuren zum Beispiel, die den Kopf bewegen können. Oder die Zuckerstangen in der Einfahrt. Das gab’s ja hier nicht, als wir angefangen haben. Freunde von uns haben eine Haus in Florida. Da sind wir dann mit vier Koffern hingeflogen und haben eingekauft.

In Ottenhofen ist Ihr „Christmas Hill“ längst eine Attraktion, zu der viele Besucher kommen.

Huber: Stimmt, ich weiß aber nicht, wo der Name herkommt. Plötzlich war er da. Wir dachten uns: Der ist nicht schlecht, den verwenden wir weiter. Inzwischen ist das wie ein Markenname.

Wie hat das alles angefangen?

Huber: Wir leben seit 1981 hier. Und weil es in Bayern ja schon üblich ist, dass man an seinem Haus was macht, haben wir erst die Giebel beleuchtet, dann die Fichte. Das war der Anfang. Irgendwann, das ist sicher 20 Jahre her, kam unser Sohn aus dem Amerika-Urlaub zurück und hatte eine Riesenschachtel dabei. Drin war ein Santa Claus mit Rentieren. Unser Sohn sagte: Das ist Euer Weihnachtsgeschenk. Den müsst Ihr jetzt aber auch aufstellen.

Gibt’s den Santa noch?

Huber: Der steht heute noch bei uns auf dem Dach. Meine Frau hat damals auf die Schnelle ein kleines Lattengerüst gebaut, an dem der Santa hing. Und wir haben gesagt: Eine beleuchtete Fichte, Lichter am Giebel und ein amerikanischer Santa Claus, das schaut jetzt total beschissen aus. Später sind wir nach Florida geflogen und haben einige Anregungen mitgenommen. Deshalb sieht’s so amerikanisch aus. Ich bin keinem böse, der sagt, das sei kitschig. Weil irgendwo ist es ja kitschig.

Gibt’s Leute, die Ihre Deko stört?

Huber:Ich muss sagen: ganz wenige. Natürlich kommt immer wieder die Frage, wie viel der Strom kostet. 400 Euro sind’s, nicht mehr. Einmal stand einer von Greenpeace draußen und hat gesagt, die Beleuchtung gefällt ihm, wenn halt der Stromverbrauch nicht wäre. Und da hat meine Frau zu ihm gesagt: Wenn man’s genau nimmt, sparen wir Strom. Weil die vielen Leute, die hier sind, die verbrauchen daheim nix. Da war er platt.

Und man muss sagen: Ihre Beleuchtung ist geschmackvoll – und nicht neonfarben.

Huber: Wir versuchen, nicht in so was abzudriften. Weil eins ist klar: Das Ganze soll auf den Betrachter Ruhe ausstrahlen. Es ist ja eine Zeit der Besinnung. Die Leute, die kommen, sehen das auch so.

Wie man hört, gibt’s bei Ihnen auch Glühwein.

Huber: Stimmt. Irgendwann haben wir uns mal mit einem Glühwein rausgesetzt, um uns das Haus in Ruhe anzuschauen. Wenn wir drin hocken, haben wir ja nix davon. Als Leute vorbeikamen, haben wir denen auch eine Tasse angeboten. Die wollten uns acht oder neun Euro hinlegen, für den Strom, haben sie dann gesagt. Aber das würde ich in hundert Jahren nicht machen. Also haben wir uns überlegt, das Geld zu spenden. Seitdem geht unser Glühwein-Geld an eine Elterninitiative, die sich in der Haunerschen Klinik um krebskranke Kinder kümmert. In zwölf Jahren haben wir 82 000 Euro gesammelt.

Was sagt denn die Familie zu ihrer Deko?

Huber: Die findet’s wunderbar, vor allem unsere drei Enkelkinder. Die sind zwischen fünf Monaten und zehn Jahren alt. Und wenn einer der Besucher fragt, wer denn die schöne Deko dran gemacht hat, dann sagt der Mittlere: Ich und mein Opa.

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