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Nicole Schley: Die Ottenhofener Bürgermeisterin wurde zur AWO-Präsidentin gewählt.

Interview: Nicole Schley als Präsidentin der AWO Oberbayern

„Das Amt passt zu mir“

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Ottenhofen - Seit einem halben Jahr ist Nicole Schley (46) die erste Präsidentin der AWO Oberbayern. Im Interview zieht die SPD-Bürgermeisterin von Ottenhofen Bilanz der ersten sechs Monate im Amt.

Frau Schley, Sie wurden vor einem halben Jahr zur ersten Präsidentin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Oberbayern gewählt. Was war das für ein Gefühl?

Nicole Schley: Mein erstes Gefühl war: Passt! Das Amt passt zu mir, zu meinem Lebenslauf und zu meiner Lebenseinstellung. Es komplettiert das, was ich tue, zu einem großen Ganzen. Ich habe mich mein Leben lang für andere, vor allem für Schwächere, eingesetzt. Das ist mir wohl in die Wiege gelegt. Schon sehr früh habe ich mich besonders in der Schule vor die schwachen Kids gestellt, auch wenn die Lehrer dann mich auf dem Kieker hatten. Das zog sich so durch und spiegelt sich jetzt auch in meinem Amt als Bürgermeisterin.

Wie kamen Sie zu diesem Ehrenamt?

Schley: Ich hatte die AWO bisher ehrlich gesagt nicht ganz vorne auf meinem Schirm. Ich beobachte schon lange, was Fritz Steinberger und seine AWO in Erding auf die Beine stellen, vor allem die Wiedereingliederungsversuche für straffällig gewordene Jugendliche beeindrucken mich. Aber außer, dass ich als Jugendliche für die AWO Spenden gesammelt habe und meinem Vater, der seit über 40 Jahren AWO-Ortsvorsitzender ist, geholfen habe, Essenspakete an sozial schwache Familien zu verteilen, war ich dort nicht offiziell tätig.

Ihr Vater ist also Ihre persönliche Verbindung zur AWO.

Schley: Ja. Er ist seit mehr als 40 Jahren AWO-Ortsvorsitzender in meiner Heimatgemeinde. Als Delegierter ist er auch im Bezirk tätig, wir können uns jetzt immer über die Aktivitäten unserer Bezirke austauschen. Das ist ein neues Kapitel in unserer Vater-Tochter-Beziehung.

Wie sehen Ihre Aufgaben bei der AWO aus?

Schley: Die Aufgaben sind bei weitem vielfältiger, als ich angenommen hatte, wie das immer so ist (lacht). Das erste halbe Jahr war sehr stark von der Umstellung auf das Präsidialmodell geprägt, die die AWO Oberbayern gerade beschlossen hatte. Es hieß, sich im neuen Präsidium mit fünf Mitgliedern zurecht zu finden, was wir in mehreren Sitzungen und einer Klausur ganz gut hinbekommen haben. Die Vorstände mussten gefunden und Verträge ausgehandelt werden. Das war in erster Linie mein Job und bedeutete viel Vorbereitung mit Anwälten und Wirtschaftsprüfern. Nun können wir richtig durchstarten. Die AWO ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege, es gibt Millionen Dinge zu tun! Meine und die Aufgaben des Präsidiums liegen neben der Berufung der Vorstände und der Aufsicht über diese vor allem in der Zustimmung zu grundsätzlichen Fragen der Verbandssteuerung und zum Wirtschaftsplan sowie zur strategischen Ausrichtung der Unternehmen. Als Präsidentin koordiniere ich die Arbeit des Präsidiums, leite die Sitzungen und vertrete unsere Belange nach außen.

Wie sieht das konkret aus?

Schley: Ich war schon bei einigen Ortsvereinen und Kreisverbänden zu Besuch, halte Ansprachen und verleihe Urkunden vor allem anlässlich von derzeit überall stattfindenden 70-Jahr-Feiern. Die meisten Ortsvereine sind nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden. Vor allem lerne ich tolle Leute kennen, die sich – nicht selten seit 70 Jahren – für andere einsetzen. Das beeindruckt und begeistert mich.

Welche Projekte sind Ihnen besonders wichtig?

Schley: Ich möchte die Kommunikation mit und unter den Kreisverbänden fördern, die Mitgliederorganisation braucht Aufmerksamkeit, die Ortsvereine fragen nach Unterstützung. Es gibt viel zu tun. Man könnte auch rund um die Uhr arbeiten, um die 110 Einrichtungen und über 3000 Mitarbeiter gut zu betreuen. Nicht zuletzt möchte ich der Unternehmenskommunikation dabei helfen, die AWO und ihre Arbeit bekannter zu machen. Vor allem junge Leute haben noch nie von der AWO gehört. Wie soll man da Nachwuchs finden? Deshalb möchte ich auch das Bezirksjugendwerk nach Möglichkeit fördern. Angetan haben es mir auch die Aktivitäten der AWO-Auslandshilfe. Im Juni besuche ich mit ihr ein Schulprojekt für Roma in Rumänien.

Können Sie das Amt für Ihre Arbeit als Bürgermeisterin nutzen?

Schley: Man lernt viele interessante Menschen kennen, auch viele Bürgermeisterkollegen aus ganz Bayern, und das trägt automatisch zu einer besseren Vernetzung und zum Austausch bei. Von direkten inhaltlichen Berührungspunkten kann man dabei aber kaum sprechen.

Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr neues Amt?

Schley: Mehr als gedacht. Aber ich kann mir die Arbeit ganz gut einteilen, mache viel am Wochenende und abends. Vor allem empfinde ich sie nicht als Stress, sondern einfach spannend und als eine Bereicherung.

Wie lange dauert Ihre Amtszeit als Präsidentin?

Schley: Die Amtszeit des Präsidiums beträgt vier Jahre. Regelmäßig nach vier Jahren trifft sich die Bezirkskonferenz und wählt das neue Präsidium, das auch das alte sein kann. Es gibt keine Begrenzung bei der Anzahl der Wahlperioden.

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