Eine Achterbahnfahrt erlebte das Sternschnuppe-Duo Margit Sarholz und Werner Meier die vergangenen neun Monate. Vorerst sind alle Konzerte abgesagt. Deshalb gibt es nun ein Liederheft zum selber singen.  Fotos: (Mohr Studios)
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Eine Achterbahnfahrt erlebte das Sternschnuppe-Duo Margit Sarholz und Werner Meier die vergangenen neun Monate. Vorerst sind alle Konzerte abgesagt. Deshalb gibt es nun ein Liederheft zum selber singen.

Ein Liederheft zu den Sternschnuppe-Weihnachtsalben

Keine Konzerte: Nur selber singen ist schöner

  • vonAlexandra Anderka
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Die Kinderband Sternschnuppe hat aktuell coronabedingt keine Auftritte. Um Kindern trotzdem eine Freude zu bereiten hat sie jetzt ein Liederheft herausgebracht.

Ottenhofen – Als „richtige Achterbahnfahrt“ bezeichnet Werner Meier, Kabarettist und zusammen mit seiner Frau Margit Sarholz die Kinderband „Sternschnuppe“ aus Ottenhofen, die vergangenen neun Monate. „Im Frühjahr dachten wir ja noch, unsere Auftritte im Juni und Juli würden stattfinden. Als das nichts wurde, glaubten wir fest an den Herbst. Doch dann mussten wir nochmals fast alle Termine verschieben, und jetzt kam der Lockdown light. Wenn das bis Februar so weitergeht, haben wir ein Jahr mehr oder weniger nicht gespielt.“

Ein paar berührende Konzerte habe es gegeben, darunter eines in der Erdinger Stadthalle. „Die Familien saßen an beleuchteten Tischchen, das war sehr stimmungsvoll. Und die Besucher zeigten sich so dankbar. Ein schönes Erlebnis“, resümiert der Musiker, der Ähnliches auch bei den wenigen Auftritten als Kabarettist in Anzing, Unterhaching und Ebersberg erlebt hat.

Meier, der „total wütend“ auf die Querdenker ist, weil sie mit ihrem unvorsichtigen Verhalten schuld daran seien, „dass wir nicht auf der Bühne stehen können“, übt aber auch „ein bisschen“ Kritik am Vorgehen der Regierung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kulturveranstaltungen mit Hygienekonzept Ansteckungsherde sind.“ Er und seine Frau hätten große Einbußen zu verschmerzen. Für sie habe es nur wenige Hilfen gegeben, da sie durch beinahe alle Raster gefallen seien. „Du musst ja kurz vor Hartz IV stehen, dass du etwas bekommst.“ Der Verlag halte sie über Wasser. „Wir konnten alle sechs Mitarbeiter weiter beschäftigen, ohne Kurzarbeit.“ Die Fans hätten weiterhin bestellt, mit liebevollen Nachrichten wie: „Wir lassen euch nicht im Stich.“

Meier nimmt Covid-19 sehr ernst. Sein Bruder ist am Ostersonntag im Alter von 74 Jahren an der Lungenkrankheit gestorben. Ihm zu Ehren hat der Liedermacher „Staade Zeit“ geschrieben. Er beschreibt darin die Schizophrenie während des ersten Lockdowns: „Koa Fliaga drobn, am Himmel, schau! Nur streifenloses Himmelblau, koa Feierabend-Auto-Stau. Der Frühling kommt, grün, gelb und rot. Für mein Bruder kommt der Tod. Ganz aloa im Krankenhaus, am Ostersonntag is dann aus, Geräte schweigen – totenstill, im Klinikzimmer im April. Und aa am Friedhof is so staad, de Sonna scheint, koa Winderl waaht“.

Der Ottenhofener gibt sich trotz allem tapfer: „Wir sind jetzt nicht total deprimiert, es liegt halt nur so ein zäher grauer Schleier über allem.“

Einen positiven Aspekt hatte die Pandemie auch bei den Sternschnuppe-Machern: Die beiden Großeltern hatten ganz viel Zeit für ihre Enkel. „Die waren fast die ganze Zeit bei uns, das war schön.“

Die Enkel und viele andere Kinder können sich nun über unseren Weihnachtstipp freuen: Zu den beiden CDs „Winterlieder“ und „Bayerische Winter- und Weihnachtslieder“ gibt es jetzt ein Liederbuch mit Texten, Noten und Akkorden, wenn schon alle Konzerte ausfallen. „Nur selber singen ist schöner“, findet das Sternschnuppe-Duo. Diese und alle anderen CDs von Sternschnuppe und Werner Meier sind erhältlich beim Sternschnuppe Verlag, Tel. (0 81 21) 16 04 oder per E-Mail an info@sternschnuppe.de.

Alexandra Anderka

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