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Die Gemeinde Ottenhofen wird sich sehr bald mit der Frage zu befassen haben, wie das Angebot an Plätzen für Kinder von ein bis drei Jahren erweitert werden kann. Nach Aussage der Verwaltung fehlen etwa zehn Plätze (Symbolbild).

Planungen für Neubau laufen an

Kinderbetreuung in Ottenhofen: Es fehlen rund zehn Krippenplätze

Die Gemeinde Ottenhofen wird sich sehr bald mit der Frage zu befassen haben, wie das Angebot an Plätzen für Kinder von ein bis drei Jahren erweitert werden kann. Nach Aussage der Verwaltung fehlen etwa zehn Plätze.

Ottenhofen – Das Gremium hatte Petra Aschenbrenner, Fachfrau aus dem Landratsamt, zu Gast. Sie war mit einer ganzen Reihe von Zahlen nach Ottenhofen gekommen, die aber allesamt wenig ermutigend waren. Die Kernaussage war nämlich, dass Kindertageseinrichtungen gerade in Ottenhofen unheimlich schwer planbar sind. Hauptgrund dafür sind enorme Schwankungen etwa bei den Geburtenzahlen, aber eben auch bei den Zuzügen. Dass beispielsweise im Jahr 2019 in der Gemeinde nur neun Geburten zu verzeichnen gewesen sind, schlägt auf die Versuche, für diese Kinder ein Angebot zu schaffen, voll durch.

Fest steht: Die Gemeinde muss etwas tun

Noch deutlicher sind die Schwankungen bei den sogenannten Wanderungssalden, also der Differenz zwischen Zu- und Abwanderung in einem festgelegten Zeitraum: In einem Jahr gab es ein Minus von 23, im darauffolgenden ein Plus von 25 über alle Altersgruppen verteilt. Bei den Zuzügen von Menschen unter 18 Jahren – die Statistiken sind hier nicht genauer – gab es einmal ein Minus von mehr als zehn und im nächsten Jahr ein Plus von neun. Schwankungen dieser Bandbreite sind praktisch nicht auszugleichen.

Fest steht aber, dass die Gemeinde etwas tun muss. Der erste Gedanke von Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD), einen Architekten zu suchen, musste darum erst einmal wieder aufgegeben werden. Vielmehr soll jetzt im Gemeinderat eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die konkrete Vorschläge erarbeitet. Die Expertin aus dem Landratsamt machte deutlich, dass sie die Schwierigkeiten der Gemeinde durchaus sieht: „Eine gescheite Prognose ist fast nicht möglich.“

Bis der Neubau steht, muss ein Provisorium her

Die Antwort wird im Wesentlichen aus einer möglichst flexiblen Planung des mit Sicherheit notwendigen Neubaus bestehen. Technisch ist es nach den Erfahrungen Schleys durchaus möglich, die Räume so zu planen, dass sie je nach Bedarf für eine Krippe oder eine normale Kindergartengruppe genutzt werden können. In diese Richtung soll jetzt weiter geplant werden.

Bis dieser Neubau aber steht, dauert es zu lange, denn der Fehlbedarf ist jetzt schon bekannt. Das Gremium gewöhnte sich an den Gedanken, dass ein Provisorium in Form von Containern oder der Anmietung eines bestehenden Gebäudes erforderlich werden könnte. Parallel zu den Überlegungen für einen Neubau werden also auch diese Planungen voran getrieben.

Dort, wo das Lehrerwohnhaus steht, soll gebaut werden

Gleichzeitig muss die Gemeinde sich um einen Träger für die neu zu schaffende Einrichtung bemühen. Immerhin hat man bereits ein passendes Grundstück, das auch groß genug ist: Dort, wo das Lehrerwohnhaus steht, soll gebaut werden.

Für das genannte Provisorium muss dann natürlich ein anderer Standort her. Andreas Lippacher (FW) denkt hierbei an das Neubaugebiet am Schlehbach. Allerdings musste Schley darauf aufmerksam machen, dass hierfür unter Umständen die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen erst noch geschaffen werden müssen. Auch ein solches Verfahren kostet nach aller Erfahrung Zeit.

Erfreulich für die Gemeinde ist unterdessen, dass bei den Kindergartenplätzen dank des neuen Waldkindergartens auf absehbare Zeit kein Handlungsbedarf besteht.

Klaus Kuhn

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