Spüren mehr Andrang in der Corona-Zeit: Roswitha und Christian Huber in ihrem Lebensmittelladen in Walpertskirchen, den es seit 1973 gibt.
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Spüren mehr Andrang in der Corona-Zeit: Roswitha und Christian Huber in ihrem Lebensmittelladen in Walpertskirchen, den es seit 1973 gibt.

Kleine Geschäfte auf dem Land profitieren

Kunden-Zuwachs in Corona-Zeiten: Renaissance der Dorfläden

Die kleinen Dorfläden auf dem Laden erleben dieser Tage eine regelrechte Renaissance. „Ich sehe viele Leute, die vorher noch nie in unserem Laden waren“, sagen die Inhaber. 

Südlicher Landkreis – Die Corona-Krise mit teils langen Schlangen vor den Supermärkten oder bis vor kurzem gar ganz geschlossenen Geschäften hat sogar eine gute Seite: Die Menschen lernen erneut zu schätzen, was sie vor Ort haben. Die kleinen Dorfläden erleben nach übereinstimmenden Berichten aus mehreren Geschäfte eine regelrechte Renaissance.

Brigitte Myckaniuk, die den Dorfladen „Unser Kramer“ in Ottenhofen betreibt, machte im Gespräch mit der Heimatzeitung deutlich, dass sie sehr froh sei um einen spürbaren Umsatzzuwachs. Denn: „Wir haben ja auch einen Partyservice, da läuft im Moment gar nichts.“ Ihre Erfahrung der vergangenen Wochen: „Ich sehe viele Leute, die vorher noch nie in unserem Laden waren.“ Sie hoffe jetzt natürlich, dass diese auch bleiben, wenn die Krise wieder vorbei ist, sagt Myckaniuk.

Wer im Homeoffice arbeitet, kauft auch eher vor Ort ein

Roswitha Huber, deren Familie in Walpertskirchen die Metzgerei betreibt und eben auch einen kleinen Edeka-Laden dabei hat, analysiert die Lage genauer: „Die Leute arbeiten von zu Hause aus, fahren nicht in die Firma. Und dann wird eben auch hier vor Ort eingekauft. Extra fürs Einkaufen im Supermarkt fährt man nicht unbedingt in die Stadt.“

Dazu komme, dass die Kantinen in den Firmen und die Mensen in den Schulen geschlossen hätten, die Menschen also tatsächlich mehr selber kochen müssten, und das schlage unmittelbar auf den Lebensmittel-Einzelhandel vor Ort durch.

Alle Gesprächspartner der Heimatzeitung bestätigen, dass eine weitere Motivation, lieber vor Ort einzukaufen, das Gedränge sein könnte, das teilweise vor und in den Supermärkten herrscht. So viele kommen dann doch nicht in die kleinen Dorfläden.

„Es kommen Leute, die sonst nie kommen“

Und wenn dann auch noch, wie beim Dorfladen in Wörth, ein Lieferservice dazu kommt, steigt die Kundenbindung noch einmal. Beate Ortmeier jedenfalls macht dieselbe Erfahrung wie ihre Ottenhofener Kollegin: „Es kommen Leute, die sonst nie kommen.“ Ob davon nach der Krise viele bleiben, da wolle sie sich allerdings keine großen Hoffnungen machen.

Die Dorfläden, so klein sie auch sein mögen, waren übrigens in einem durch die Bank immer lieferfähig: „Wir hatten immer Klopapier“, erzählt die Marktleiterin aus Wörth durchaus mit einem Schmunzeln. „Da sind tatsächlich Leute im Laden gestanden und haben gestaunt: ,Wie? Ihr habt Klopapier?‘ Aber wo wir tatsächlich mal ausverkauft waren, das war Hefe. Aber die haben wir jetzt auch wieder.“

Allerdings hat sie ihr Team geteilt und sichergestellt, dass zu den Öffnungszeiten nur am Vormittag immer dieselben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen sind. „Dann müssen wir, wenn einer krank wird, nicht zusperren.“

klk

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