Mitgliederversammlung der Garten- und Heimatfreunde Ottenhofen

Gartler stehen vor dem Aus

Krisenstimmung bei den Ottenhofener Gartlern: Für die Vorstandsämter des Vereins der Garten- und Heimatfreunde gibt es keine Kandidaten. Ihm droht nun die Auflösung.

Ottenhofen– Es könnte der letzte Termin einer normal einberufenen Mitgliederversammlung der Garten- und Heimatfreunde Ottenhofen gewesen sein: Vereinsvorsitzende Monika Gollwitz hatte keine guten Nachrichten für die 28 Mitglieder, die in die Trattoria Camillo gekommen waren. Die im Amtsblatt angekündigte Neuwahl des Vorstands konnte mangels Interessenten für die Ämter nicht stattfinden.

156 Mitglieder zählen die Garten- und Heimatfreunde Ottenhofen derzeit. 108 Jahre ist der Verein alt. Ursprünglich wollte man mit dem Verein den Mitgliedern dazu verhelfen, Pflanzen zu tauschen sowie neue Gewächse und Pflanzarten kennenzulernen. Ein wichtiger und über Jahrzehnte aktiver Teil der Vereinsaufgaben war, öffentliche Flächen in Ottenhofen zu hegen und zu pflegen. Aber selbst dieses Vorhaben sei in den vergangenen Jahren kaum noch durchführbar gewesen: Das Alter der Mitglieder sei stetig gestiegen, jüngere Anhänger zu werben, sei nicht von großen Erfolgen gekrönt gewesen.

Immer wieder sei von Mitgliedern zu hören, was sie denn bekämen, wenn sie sich für den Verein engagieren. Sie monierten, dass es nur Aufgaben gebe, keine Belohnungen. Dass man Vergünstigungen beim Einkauf von Pflanzen und Gartengeräten bekomme oder sich jederzeit Geräte des Vereins ausleihen könne – das alles scheine nicht ausreichend zu sein, um sich einzusetzen.

Verein ruht derzeit

Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley war gar nicht glücklich über den Zustand des Vereins: Aus Sicht der Gemeinde wäre es sehr schade, wenn er demnächst aufgelöst werden müsste. Schließlich hätten sich die Gartler immer ums Aussehen der Gemeinde bemüht – beispielsweise um die Gestaltung der Pflanzendreiecke und den Dorfbrunnen. Diese Arbeiten müssten bei einem Ende des Vereins die Gemeindearbeiter übernehmen.

Zudem bemerkte Schley: „Ein Verein, der so alt ist und so viele Mitglieder hat, ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens in einer Gemeinde.“ Pflanzentauschbörse, Kinderflohmarkt, Weihnachtsartikeltauschbörse, der Programmpunkt „Welche Pflanzen kann ich essen“ in der Ferienbetreuung und vieles mehr würden verloren gehen.

Rathauschefin Schley und Vorsitzende Gollwitz appellierten nicht nur an die Anwesenden, sondern an alle Mitglieder sowie künftige Freunde von Garten und Heimat in Ottenhofen, den Verein wieder mehr in ihre Aktivitäten und ihre Freizeit einzubinden.

Doch wie geht es weiter? Derzeit ruht der Verein. Geplant ist eine Krisensitzung, zu der August Groh, der Geschäftsführer des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, eingeladen werden soll. „Vielleicht hilft eine Neuausrichtung des Vereins, mit neuen Schwerpunkten, zum Beispiel auf dem Umweltgedanken. Bringt jedoch auch das nichts, wird er sich wohl oder übel auflösen müssen“, bedauerte Schley.

von Randolf Gänger

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