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Strommasten stehen bei Ottenhofen auf einer Wiese.
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Das Umspannwerk Ottenhofen ist Endstation der geplanten Höchstspannungstrasse des Netzbetreibers Tennet von Oberbachern nach Ottenhofen.

Ersatzneubau der Tennet-Höchstspannungstrasse

Möglichst weit weg von Wohnhäusern

Ottenhofen/Landkreis – Stromnetzbetreiber Tennet plant weiter den Ersatzneubau einer Höchstspannungstrasse von Oberbachern, nordwestlich von Dachau, bis Ottenhofen. Dazu hätten auch Termine mit der Bürgerschaft stattfinden sollen, das klappt aber coronabedingt nicht. Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) berichtete nun im Gemeinderat, dass das Unternehmen diese Anhörung der Menschen vor Ort online durchgeführt habe. Auf www.tennet.eu/oba-ott geht’s direkt zum Projekt mit Informationen unter anderem zu Trassenverlauf, Verfahrensstand und Kontaktmöglichkeiten.

Die Gemeinde Ottenhofen habe ihre Position schon gefunden, sagte Schley weiter. Sie wünsche sich mit Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung eine Trassenführung, die so weit von der Wohnbebauung weg sein sollte wie möglich. „Diese Variante wird jetzt auch geprüft“, sagte die Rathauschefin, die freilich auch die Nachteile dieser Planvariante sah: Um ein Waldgebiet zu überspannen, müssten die Masten der Stromleitung rund 100 Meter hoch werden, was optisch ein Thema sei. „Das ist aber wegen der Gesundheit der Bevölkerung vorzuziehen“, legte sie sich fest. Widerspruch im Gremium erntete sie nicht.

Dieser Netzausbau ist Tennet zufolge erforderlich, um die ständig steigenden Anteile regenerativ erzeugter elektrischer Energie sicher über das Netz verteilen zu können, vor allem in den Ballungsraum München mit seinem gewaltigen Strombedarf. Parallel dazu verfolgt das Unternehmen bekanntlich den Bau eines sogenannten Netzboosters, eine gewaltige Batterie zum Ausgleich von Schwankungen im Netz. Der Gemeinderat beäugt das Vorhaben, das getrennt vom Netzausbau zu sehen ist, mit etwas Argwohn – nicht zuletzt, weil das Gremium über alles das noch zu wenig weiß.

Zum Netzausbau hat Tennet allerdings ein sogenanntes Planungstool hochgeladen, das dazu dient, dass Bürger ihre Bemerkungen direkt eingeben können. Das Unternehmen geht auch recht offensiv in die Öffentlichkeit, stellt Informationen zur Technik einer solchen Höchstspannungsleitung zusammen und erläutert, warum das überhaupt alles sein muss. So heißt es dort, dass eben nicht nur die Leitungen von Norden nach Süden, sondern auch von Westen nach Osten sein müssten, um auch in Zukunft, wenn 2022 die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen und der Kohleausstieg Realität werde, eine sichere Stromversorgung gewährleisten zu können. Sogar über das Telefon sei das Planungsteam erreichbar, heißt es in den Unterlagen. Und auf www.tennet.eu/oba-ott heißt es etwa auch, dass die Neubautrasse nach Möglichkeit entlang der bestehenden Leitung angeordnet werden solle. Die alte Leitung werde dann zurückgebaut.

Etliche haben diese Möglichkeit der Teilnahme am Verfahren genutzt und auch zum Teil ausführliche Antworten erhalten. Die Menschen, die sich hier melden, bleiben dabei zumindest für die Öffentlichkeit anonym.

So wird beispielsweise aus Lausbach (Gemeinde Neuching) eingewandt: „Grenzwerte für Lärm und Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder werden hier überschritten, da Wohnbebauung zu nahe.“ Die Tennet antwortet in diesem Fall, dass tatsächlich die Trasse der Wohnbebauung an diesem Punkt recht nahe komme, die Grenzwerte aber nicht nur eingehalten, sondern in vielen Bereichen sogar deutlich unterschritten würden. Die Ziele der Gemeinde, die Abstände zur Wohnbebauung zu wahren, werden von Tennet mitgetragen. Sie spricht von einem „optimierten Trassenverlauf“ und bezieht in das Ziel größerer Abstände auch Naturschutzgebiete ein.

Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass „die Entscheidung darüber, ob eine oder mehrere von Tennet vorgeschlagene Trassenvarianten raumverträglich sind, die Raumordnungsbehörde im Rahmen des Raumordnungsverfahrens“ treffe.

Klaus Kuhn

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