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Rückschau und Ausblick in gemütlicher Runde: Dazu nutzte Bürgermeisterin Nicole Schley (stehend, l.) den Neujahrsempfang der Gemeinde am Sonntag im Sportheim.

Neujahrsempfang der Gemeinde  

„Ottenhofen ist eine Insel der Glückseligen“

Bahnausbau, Hochwasserschutz, sozialer Wohnungsbau und Schlossverkauf: Das waren die Themen beim Neujahrsempfang in Ottenhofen.

OttenhofenGriabig ging’s zu beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ottenhofen am Sonntagvormittag im Sportheim: Für 60 Gäste war Platz an den Tischen, an denen Weißwürste serviert wurden. Bürgermeisterin Nicole Schley nutzte die Veranstaltung zu Rückschau und Ausblick.

Sie fing mit der Schule an und sagte: „Wir können alle Elternwünsche erfüllen.“ 56 Kinder mit sechs Betreuerinnen seien in der Mittagsbetreuung. Und es könnte durchaus sein, dass es eine zweite erste Klasse gebe. Im Kindergarten läuft es laut Schley prima. Sie begrüßte und dankte den Vereinsvorständen, aber auch den „steuerzahlenden Gewerbetreibenden“ in der Gemeinde. Ihre Botschaft: „Ottenhofen ist eine Insel der Glückseligen.“

Aber dann musste sie doch Einschränkungen machen: „Okay, Herdweg ist eine harte Nuss“, meinte sie augenzwinkernd und erntete Heiterkeit in der Runde. Beifall gab es für die, die Grund für den Straßenausbau hergegeben haben. „Wir haben es clever gemacht“, sagte Schley angesichts des Gemeindeanteils von 155 000 Euro.

„Ich nenn’ es gern mein Meisterstück“, sagte die Bürgermeisterin zum Schlossverkauf an eine Wohnungsgenossenschaft aus Miesbach. „Wir haben eine gute Million gekriegt, und das grenzt an ein Wunder“, freute sie sich und erinnerte noch einmal daran, dass es nur der alte Teil und rund 900 Quadratmeter Grund seien, die veräußert wurden.

Für 2018 nannte sie die Zukunft des ehemaligen Autohauses Bauer als zentrales Projekt. Dort soll bekanntlich auch sozialer Wohnungsbau realisiert werden, teilweise durch die Gemeinde selbst. „Wir werden günstigen Wohnraum schaffen. Das ist eine der Aufgaben, die wir haben“, sagte Schley. Bei dem Neubaugebiet sei man auf einem guten Weg, so dass man wohl 2019 die ersten Grundstücke verkaufen werde.

Beim Hochwasserschutz gehe es darum, das Auffangbecken bei Unterschwillach auf eine „gescheite Größe“ zu bringen. Meilerweg und Dorfstraße in Unterschwillach gehören zu den weiteren Projekten. Eine „schwierige Kiste“ wird nach ihren Worten die Straßenausbaubeitragssatzung. „Wir müssen immer schauen, wo das Geld herkommt.“ Sie mahnte zur Besonnenheit und vor gefährlichem Halbwissen. „Es sind diese Kleinigkeiten, die die Bürger beunruhigen“, sagte Schley. Da werde verbreitet, eine 80-Jährige müsse ihr Haus verkaufen, weil sie die Anliegerbeiträge sonst nicht bezahlen könne. „Das Misstrauen ist immer da. Seid bitte vorsichtig bei dem, was ihr hört. Es gibt zwölf Gemeinderäte, es gibt die Verwaltung, es gibt mich. Sprecht mich an“, sagte sie unter Beifall.

Auch den geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf sprach die Bürgermeisterin an. „Das können und wollen wir nicht alleine stemmen. Das würde uns für die nächsten zehn bis 20 Jahre in den Ruin treiben“, sagte sie zur angedachten Kostenbeteiligung nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. Diese sieht vor, dass die Kommune 30 Prozent übernehmen müsste.

Am Mittwoch, 24. Januar, ist dazu um 19 Uhr im Schützenheim eine Sondersitzung des Gemeinderats angesetzt. „Es geht darum, dass wir unser Verlangen äußern müssen“, erläuterte Schley. Die bestehenden Kreuzungen sind nach ihren Worten viel zu schmal: „Wir brauchen eine Aufweitung von 4,60 Metern auf mindestens elf Meter, denn wir wollen auch einen Radweg dort haben.“ Hier werde sich beweisen müssen, wie ernst es der Bund mit der Förderung des ländlichen Raumes nehme. „Ich werde nach München und Berlin fahren müssen und Klinken putzen“, kündigte sie schon mal kämpferisch an.

von klaus kuhn

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