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Seinen 85. Geburtstag feierte Altbürgermeister Josef Kern (sitzend, 2. v. l.) mit (sitzend, v. l.) Bürgermeisterin Nicole Schley, Ehefrau Maria Kern, Gemeindereferentin Bettina Ruhland und Claudia Hemmer (Pfarrei) sowie (stehend, v. l.) Josef Janku, Johannes Mann (beide DJK), Rosa Rappold (SG Schwillachtal), Loni Effkemann (Gartenbauverein), Rainer Schwanzer (Krieger- und Soldatenverein), Markus Egner (CSU), Matthias Scherer (SG Schwillachtal), Stefan Reischl (CSU), Elisabeth Greckl (Gartenbauverein), Ludwig Heilmaier (Krieger- und Soldatenverein), Hermann Brandlmeier und Stefan Speer (beide Feuerwehr). 

Verzicht auf Geschenke für Licht in die Herzen

Altbürgermeister Josef Kern wird 85: Heimatverbunden, engagiert, familiär

Heimatverbunden, engagiert, familiär: Ottenhofens Altbürgermeister Josef Kern hat seinen 85. Geburtstag gefeiert. Geschenke wollte er keine - stattdessen haben seine Gäste zugunsten Licht in die Herzen gespendet.

Ottenhofen – Durch und durch Familienmensch, stark verbunden mit der Heimat: So lässt sich der Ottenhofener Altbürgermeister Josef Kern beschreiben, der jetzt 85. Geburtstag feierte. Die Feierrunde, die im Schützenheim zusammengekommen war, erzählt einiges über sein Leben, wie Sohn Josef Kern bemerkte: So spiegle sich die enge Beziehung zu seiner Familie wider, aber auch die tiefe Verbundenheit zu seiner Heimatgemeinde, gratulierten doch zahlreiche Vertreter von Gemeinde, Pfarrei und Vereinen.

Der „Kern Sepp“ ist über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt

1963 übernahm Kern in Unterschwillach die elterliche Landwirtschaft und führte sie bis 1999 mit Ehefrau Maria, die er 1965 geheiratet hatte. Bekannt ist der „Kern Sepp“ über die Gemeindegrenzen hinaus vor allem für sein vielseitiges ehrenamtliches Engagement. So ist er Gründungsmitglied der DJK Ottenhofen und des CSU-Ortsverbands, des Maschinenrings Erding und der Landjugend Ottenhofen.

Mitglied ist er nach wie vor bei der Schützengesellschaft Schwillachtal, beim Ottenhofener Gartenbauverein, beim Krieger- und Soldatenverein Ottenhofen und der Feuerwehr. Dort war Kern von 1957 bis 1975 Kommandant, heute ist er Ehrenkommandant. Engagiert hat sich der Unterschwillacher auch für die Kirche. Knappe 20 Jahre stand er an der Spitze des Pfarrgemeinderats.

1986 wurde Josef Kern Bürgermeister von Ottenhofen

Und er hat sich für die Entwicklung der Gemeinde eingesetzt: von 1972 bis 1986 im Gemeinderat sowie von 1977 bis 1986 als CSU-Ortsvorsitzender, die letzten beiden Jahre davon als 2. Bürgermeister. Als Bürgermeister Josef Vogl 1986 überraschend verstarb, rückte Kern als damaliger Vize nach und übernahm neben dem diesem Posten auch den des VG-Vorsitzenden.

Obwohl die Tätigkeit als Gemeindechef nie ein Ziel des Schwillachers gewesen ist, hatte sich Kern in den Augen der Bürger bewährt: „Eigentlich war damals schon klar, dass das nach der einen Periode nicht erledigt sein wird. Die SPD, für die damals Alois Rosenberger kandidiert hatte, wollte man schließlich nicht ranlassen“, erinnert sich Kern mit einem Augenzwinkern. Und so war er weitere zwei Wahlperioden für die Bürger da, obwohl das Amt mit der Landwirtschaft nicht immer einfach zu vereinbaren gewesen sei, wie sich das Ehepaar erinnert.

2002 legte der gelernte Landwirt sein Bürgermeisteramt nieder

Kern setzte sich dennoch mit vollem Herzblut für seine Gemeinde ein und erreichte mit dem Gemeinderat einiges: Die Baugebiete Ottenhofen West I und II, Pfarrpfründe und Ahamstraße sowie das Tainger Feld gehen auf seine Amtszeit zurück, ebenso der Neubau von Bauhof, Feuerwehrhaus und Kindergarten sowie die Erweiterung der Grundschule. „Natürlich kann man nie alles abhaken, was man sich vornimmt“, erzählt er. Dennoch legte der gelernte Landwirt sein Amt 2002 im Alter von 67 Jahren mit gutem Gewissen nieder. Ein Jahr später wurde er zum Altbürgermeister ernannt, 2005 zum Ehrenbürger. Die Medaille für besondere Verdienste um die Kommunale Selbstverwaltung des Freistaats hatte er bereits 1998 erhalten.

Trotz vollen Zeitplans hat Kern während seiner Amtszeit eines nie vergessen: seine Familie. Noch heute hat er seine Kinder Josef und Marlene sowie die Enkel Dominik, Tabea und Julia auf dem Grundstück in Unterschwillach täglich um sich. Dort ist er meist mit Gattin Maria im Garten zu finden, wo sie Gemüse anbauen oder er die Obstbäume pflegt.

500 Euro kamen fürs Leserhilfswerk Licht in die Herzen zusammen

Vom Ausruhen hält Kern wenig. Ob in Garten oder Wald – „der Kern Sepp“ findet, den Mahnungen von Frau und Kindern zum Trotz, immer etwas zu tun, wie diese augenzwinkernd verraten. Doch ab und zu kann er auch ruhiger, liest gerne, am liebsten auf der Terrasse. Vorgenommen hat er sich für die Zukunft nicht mehr viel. Kern hofft, „einfach noch so gesund wie möglich zu bleiben“. Was den Unterschwillacher auch ausmacht, ist seine Hilfsbereitschaft, wie Tochter Marlene und Ehefrau Maria bemerken. Helfen möchte der Altbürgermeister auch zu seinem Geburtstag. Er verzichtete auf Geschenke und bat um Spenden für das Leserhilfswerk Licht in die Herzen. „Ich möchte das Geld für einen guten Zweck anlegen. Das ist beim Leserhilfswerk eindeutig der Fall“, erklärt er. 500 Euro konnte Kern so an die Heimatzeitung überreichen. 

Julia Adam

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