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Es ist jetzt amtlich: Das Umspannwerk in Ottenhofen soll durch einen sogenannten Netz-Booster ergänzt werden. Archivbild.

„Im Moment weiß niemand irgendwas“

Neuer Batteriespeicher in Ottenhofen: Kritik an Informationsmangel

In Ottenhofen soll ein neuer Batteriespeicher gebaut werden. Die Gemeinde hat aber noch viele offene Fragen und ganz so einfach kommt man an Antworten offenbar nicht.

Ottenhofen – Jetzt ist es also offiziell: Der Netzbetreiber Tennet plant in Ottenhofen einen gewaltigen Batteriespeicher zum Ausgleich von Lastspitzen im Stromnetz. Das ist aber auch schon alles, was Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) nach intensiven Bemühungen erfahren konnte. Weder die zur Anwendung kommende Batterietechnik noch der Betreiber noch die technische Ausführung sind bekannt. Die Bürgermeisterin kürzlich im Gemeinderat: „Im Moment weiß niemand irgendwas.“

Mittlerweile ist man im Rathaus schlauer: Erstens hat die Tennet einen Besichtigungstermin für eine bereits bestehende Anlage angeboten: Am 7. Mai finde er statt, sagte Schley der Heimatzeitung auf Anfrage. Zweitens gibt es ein Faktenblatt der Tennet, das auf einen Teil der Fragen aus Ottenhofen Antworten gibt. Danach ist die Batterietechnik noch unklar, ausgeschrieben werden soll technologieoffen. Der Netz-Booster soll eine Leistung von 100 Megawatt bekommen und damit einer der kleinsten werden. So soll in Kupferzell einer mit der fünffachen Leistung installiert werden.

Gemeinderäte fordern mehr Informationen

Bisher ist die Tennet einziger Ansprechpartner der Gemeinde. Ob diese letztlich auch diesen sogenannten Netz-Booster betreiben wird, ist eine Entscheidung, die nach Aussage Schleys auf der Ebene der Europäischen Gemeinschaft getroffen werden muss. Infrage kommt ihrem Bericht zufolge auch ein Kraftwerksbetreiber. Es ist auch nicht bekannt, nach welchen Verfahrensbestimmungen hier vorgegangen werden muss. Wenn es nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz geht, wäre das Landratsamt zuständig. Die Bürgermeisterin, wie Tennet selbst, schloss aber ausdrücklich auch ein Planfeststellungsverfahren, das dann bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt ist, nicht aus.

Nachdrücklich verlangten mehrere Gemeinderäte, dass die Verantwortlichen bezüglich Information hier kräftig nachlegen. Kritik an der Bürgermeisterin gab es keine. Diese hatte bis hinauf zum Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz alle Kanäle genutzt, um das Gremium informieren zu können. Sie selbst zeigte sich mit dem nur mangelhaften Ergebnis ebenfalls unzufrieden. Sie deutete auch an, dass die Möglichkeiten, das ganze Vorhaben zu stoppen, wohl eher begrenzt sind. Auch die CSU ist in einer Versammlung auf den Zug aufgesprungen und hat ebenfalls vehement Aufklärung verlangt.

Arbeiten für die Ertüchtigung laufen

Die Gemeinde werde, ganz gleich welches Verfahren zur Anwendung komme, auf jeden Fall formell beteiligt. Gemeinderat und Bürgermeisterin sind sich jedoch einig, dass das nicht ausreicht. Fehlende Informationen fördern grundsätzlich Gerüchte und Ängste. Denen will Schley jetzt durch umfassende Information der Öffentlichkeit über das, was die Gemeinde schon weiß, entgegenwirken.

Davon unabhängig laufen die Arbeiten für die Ertüchtigung am großen Umspannwerk. Für den Gemeinderat ist es wichtig, dass das Gelände nicht im Wasserschutzgebiet für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde liegt. Thema wurde das bei einem Antrag, ein Versickerungsbecken mit zwölf Kubikmetern Inhalt zu errichten. Andreas Lippacher nannte das „lächerlich“, denn dort könne gar nichts versickern. Die Verwaltung legte jedoch Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass dort eben doch eine gewisse Versickerung möglich ist. Der Gemeinderat besteht jedoch in seiner Stellungnahme zu diesem Antrag darauf, dass die Nachweise über die Versickerungsfähigkeit zu erbringen sind. Das wurde ausdrücklich in den Beschluss aufgenommen.

Die Arbeiten an der gesamten Anlage sollen der Verwaltung zufolge im dritten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Hierzu ist bereits auch ein Grunderwerb erfolgt. Für den Netz-Booster werde weiterer Grunderwerb erforderlich, aber dieser sei noch nicht erfolgt.

Klaus Kuhn

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