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Bauarbeiten im Umspannwerk: Über die aktuellen Maßnahmen im Werk an der Waldstraße in Ottenhofen informierten Mitarbeiter des Netzbetreibers Tennet bei einem Vor-Ort-Termin, an dem auch Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley (2. v. l.) teilnahm. 

Tennet ertüchtigt die Anlage bis zur anschließenden Kompletterneuerung

„Lebensdauerverlängerung“ im Umspannwerk Ottenhofen

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Das Umspannwerk Ottenhofen wird derzeit ertüchtigt. Die ältesten Schaltgeräte – sie sind seit 44 Jahren in Betrieb - werden ausgetauscht. In einigen Jahren steht dann die Kompletterneuerung an.

Ottenhofen – Eigentlich sind im Umspannwerk an der Waldstraße in Ottenhofen eher selten Menschen anzutreffen. Das Werk wird von Dachau aus gesteuert, lediglich zu regelmäßigen Kontrollen sind Mitarbeiter vor Ort. Nicht so zur Zeit. Momentan sind jeden Tag Arbeiter in Ottenhofen, denn die Anlage wird ertüchtigt.

Gerade hat Netzbetreiber Tennet einen jahrelangen Prozess für den Ersatzneubau der Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Ottenhofen und Oberbachern im Landkreis Dachau begonnen. Um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten, ist Tennet im Rahmen der Energiewende gesetzlich dazu verpflichtet, die bestehende Versorgungsleitung durch eine leistungsfähigere zu ersetzen.

Tennet: „Auch die Umspannwerke für die Energiewende fit machen“

Doch die leistungsfähigste Leitung bringt nichts, wenn in den Umspannwerken alte Technik zum Einsatz kommt. „Nicht nur die Stromleitungen, auch die Umspannwerke müssen für die Energiewende fit gemacht werden“, erklärte Tennet-Bürgerreferentin Catherin Krukenmeyer bei einer Führung durchs Werk, an der auch Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) teilnahm.

Gerade das Umspannwerk Ottenhofen spielt ihren Worten zufolge als Netzknoten eine wichtige Rolle für die Versorgung Südbayerns und des Großraums München. Es wurde Anfang der 70er Jahre errichtet und Mitte der 80er Jahre erweitert. Die ältesten Schaltgeräte sind seit 44 Jahren in Betrieb.

Tennet: „Lebensdauerverlängerung“ durch Ersatz der ältesten Schaltgeräte

Die Übertragungsfähigkeit der Schaltfelder sei jedoch begrenzt und stelle in einigen Fällen mittlerweile einen Netzengpass dar. Das Ziel der aktuellen Ertüchtigung sei daher die Beseitigung der Netzengpässe in den Schaltfeldern nach Irsching und Oberbachern, also eine „Lebensdauerverlängerung“ durch Ersatz der ältesten Schaltgeräte bis zur anschließenden Kompletterneuerung.

Diese steht, wie berichtet, im Rahmen des Ersatzneubauprojekts Oberbachern–Ottenhofen an. Daher erfolge derzeit nur eine Anlagenertüchtigung: Die Schaltgeräte in den verschiedenen Bereichen des Werks werden ausgetauscht. Die angeschafften Geräte sollen auch nach der Erneuerung weiter verwendet werden.

Die Umsetzung der Ertüchtigung ist in fünf Bauabschnitten geplant, gestartet wurde mit dem ersten bereits im Juni. Abgeschlossen sein sollen die Bauarbeiten im dritten Quartal 2021.

Umspannwerk Ottenhofen: Neue Kompensationsspule

Die räumliche Erweiterung des Werks in Richtung S-Bahn steht erst in den nächsten Jahren an. Zunächst also spielen sich sämtliche Arbeiten, die derzeit laufen, auf dem Gelände ab. So steht etwa die Erweiterung um ein Schaltfeld zum Anschluss an eine neue Kompensationsspule an, erklärt Michael Hörmann, Projektleiter für die aktuelle Ertüchtigungsmaßnahme. Dem Antrag auf Bau dieser neuen Spule mit Fundament hatte der Gemeinderat am Abend vor dem Ortstermin einstimmig das Einvernehmen erteilt. Die neue Spule wird dann über das Schaltfeld an das restliche Umspannwerk angebunden und soll um einiges leiser sein als die alten, denn: „Die Pumpen- und Lüftergeräusche fallen weg“, erklärte Hörmann.

Die etwa 100 Tonnen schwere Spule soll voraussichtlich im Februar 2020 angeliefert werden – sehr wahrscheinlich per Bahn. Die nahen Gleise bieten sich dafür geradezu an.

Stichwort Umspannwerk

Deutschlandweit gibt es weit über 1000 Umspannwerke. Diese sind laut Tennet die Dreh- und Angelpunkte der Stromversorgung. Kurz gesagt: Das Umspannwerk sammelt die Energie aus den Kraftwerken ein, wandelt sie auf kleinere Spannungsebenen um und verteilt sie weiter. 

Über Höchstspannungsleitungen mit 220 oder 380 Kilovolt wird die Energie aus den (Groß-)Kraftwerken zu den Umspannwerken transportiert und dort auf das nächstniedrigere Spannungsniveau (110 Kilovolt) transformiert. Das geschieht auch jeweils zwischen Hoch- und Mittel- sowie Mittel- und Niederspannungsebene. Die unterschiedlichen Spannungsebenen werden über große Transformatoren miteinander gekuppelt. Die Energie wird vom Werk aus zu den Verbrauchern geleitet.

vam

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