Kinder vor einem Schulbus
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Einen größeren Schulbus oder zwei kleine Busse fordern Eltern in Ottenhofen (Symbolbild).

Streit um Schülerbeförderung in Ottenhofen – Vater: Situation „eine mittelgroße Katastrophe“

Zwar kein neuer Bus, dafür aber eine Frühaufsicht

  • Veronika Macht
    VonVeronika Macht
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Beim Schulbus in Ottenhofen soll es jetzt doch eine Verbesserung geben. Zwar wird sich an der Schülerbeförderung vorerst nichts ändern, aber die Gemeinde will eine Frühaufsicht vor Schulbeginn organisieren.

Ottenhofen - Wenigstens ein kleiner Erfolg zeichnet sich in Sachen Schülerbeförderung in Ottenhofen ab: Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) kündigt im Gespräch mit unserer Zeitung an, dass Bemühungen laufen, eine regelmäßige Frühaufsicht vor Schulbeginn zu organisieren: „Da sind wir dran. Es muss ja nicht sein, dass die Kinder unbeaufsichtigt sind.“

In einem Brief an unsere Redaktion hatte Hubert Rappold aus Unterschwillach unter anderem genau diese Zustände moniert: „Einige Erstklässler müssen um 7 Uhr das Haus verlassen, standen oder stehen manchmal unbetreut vor verschlossener Schultüre, und der Winter kommt erst noch.“ Er kritisiert dies als eine Folge, weil des kleinen eigesetzten Schulbusses nicht mehr Schüler gleichzeitig transportieren können.

Das stimme zwar laut Schley nicht ganz, aber es sei doch erkannt worden, dass hier noch etwas verbessert werden könne. Rappold hat als betroffener Vater auch geschrieben: „Das Argument, man könne sich 100 Euro sparen, erzürnt die Gemüter der betroffenen Familien sehr.“ So viel würde ein größerer Bus pro Einsatztag kosten. Schley hingegen erklärt dazu: „Die Eltern haben sich mit der Lösung arrangiert.“

Der Unterschwillacher Rappold moniert weiter, die Busfahrer würden – anders als berichtet – keine Eltern anrufen, falls mal ein Kind fehle. Auch sei die Argumentation, ein größerer Bus könne in vielen Gemeindeteilen nicht wenden, falsch: „Schließlich fahren auch Kinder an weiterführende Schulen mit großen Bussen, die in fast allen Ortsteilen eingesetzt werden.“ Dazu erklärt die Bürgermeisterin: „Diese Busse müssen ja auch nicht wenden. Und es ist nun mal so, dass private Flächen dafür nicht in Anspruch genommen werden dürfen.“

Im Gemeinderat hatte Schley erklärt, dass ein größerer Bus mit 14 Sitzplätzen eine Verbesserung um nur sieben Minuten bringen würde. Im Amts- und Mitteilungsblatt bezeichnete sie es kürzlich als „schwerwiegendsten“ Nachteil dieser Lösung, dass die beiden Busfahrer entlassen werden müssten, da sie den großen Bus nicht fahren dürfen. „Ich bitte alle Bus-Kinder-Eltern um Verständnis, dass wir diesen Schritt wegen sieben gewonnenen Minuten nicht gehen möchten“, so Schley.

Für Rappold ist es hingegen kein Argument, dass die Busfahrer nicht über die entsprechende Führerscheinklasse verfügen: „Dies sollte die ungenügende Transportlösung nicht rechtfertigen“, meint er. Insgesamt moniert er, dass die Verwaltung die Gemeinderäte in der Sitzung nicht umfassend über die Schulbussituation informiert habe. „Viele Eltern finden die Transportsituation unbefriedigend.“

Im Wesentlichen werde die gleiche Busgröße eingesetzt wie in den 1980er Jahren – und das bei erheblich gewachsenen Schülerzahlen. „Zwei kleinere Busse mit einem Mehrkostenaufwand von 186,76 Euro pro Tag wären vermutlich die sinnvollste Lösung“, schlägt Rappold vor und meint, die Kommune komme der Verordnung über die Schulbeförderung zwar faktisch nach, kinderfreundlich sei sie aber nicht.

Für Rappold trifft jedoch die Gemeinderäte, die meist keine „Bus-Kinder“ hätten, keine Schuld. Sie seien fehlerhaft informiert worden, „sodass kein Handlungsbedarf erkennbar sein konnte. Zudem mag es auch für die Verwaltung sicherlich nicht immer einfach sein, die teils differenten Interessen der Eltern zu bündeln.“ Die Information im Gemeinderat sei „tendenziös, an diversen Stellen faktisch falsch. „Es handelt sich eben nicht um einen Top-Service, sondern für betroffene Eltern und Kinder um eine mittelgroße Katastrophe.“ Den Vorwurf, der Rat seit fehlerhaft informiert worden, weist Schley im Gespräch mit unserer Zeitung entschieden zurück.  

klk/vam

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