Ehemaliges Autohaus Bauer in Ottenhofen, im Vordergrund wuchern Pflanzen
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Der Bebauungsplan „Ottenhofen Süd“ mit dem ehemaligen Autohaus Bauer bleibt ein Aufreger in der Gemeinde.

Autohaus Bauer: Bürger kritisieren Beratung der Einwendungen gegen den Bebauungsplan

Ottenhofener setzen sich für Kfz-Betrieb ein

Eine ganze Reihe von Ottenhofener Bürgern nutzten das Bürgerforum, das jeder Sitzung des Gemeinderats vorgeschaltet ist, um sich für den Kfz-Betrieb Heuwieser einzusetzen. Es ging um den Bebauungsplan „Ottenhofen Süd“.

Ottenhofen – Der Bebauungsplan „Ottenhofen Süd“ mit dem ehemaligen Autohaus Bauer bleibt ein Aufreger in der Gemeinde. Eine ganze Reihe von Bürgern nutzten jetzt das Bürgerforum, das jeder Sitzung des Gemeinderats vorgeschaltet ist, um sich für den Kfz-Betrieb Heuwieser einzusetzen. Und sie übten scharfe Kritik an dem, was bei der Beratung der Einwendungen gegen den Bebauungsplan im Gemeinderat öffentlich gesagt worden war (wir berichteten).

Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) ließ – entgegen der sonstigen Gepflogenheiten – in diesem Fall eine ausführliche Debatte zu, sie wollte das alles auch nicht abwürgen. Schley verlas zur Klärung das gesamte Protokoll der vorangegangenen Sitzung zu diesem Punkt und bestätigte zudem die sachliche Richtigkeit auch der Berichterstattung in unserer Zeitung. Zugleich nahm sie den Gemeinderat gegen den mehrfach erhobenen Vorwurf, dieser habe sich mit der Thematik nicht genügend auseinander gesetzt, in Schutz. Schließlich arbeite das Gremium seit vier Jahren an diesem Thema.

Vor allem aber betonte sie, dass der Betrieb in keiner Weise beeinträchtigt sei. Im Gegenteil: Ausführlich erläuterte Schley, dass bei der Berechnung der Emissionen auch solche Dinge berücksichtigt seien, die nach den Genehmigungsauflagen des Landratsamts gar nicht sein dürften, wie etwa Arbeiten bei offenen Toren. „Wir sind hier mit maximaler Nachsicht vorgegangen. Die Entscheidung ist keinem hier leicht gefallen“, sagte die Bürgermeisterin, und wurde später sogar noch deutlicher: „Der Betrieb kann weiter arbeiten wie bisher.“

Beispielsweise sehe die Planung vor, dass die vorgesehenen Gewerbeeinheiten im Planungsgebiet an der Seite zum Betrieb Heuwieser hin angeordnet werden sollen, genau aus Gründen des Lärmschutzes.

Gleichwohl ergab die mehr als halbstündige Diskussion mit den Bürgern einen gewaltigen Klärungsbedarf. So ist den Diskussionsteilnehmern beispielsweise nicht klar, wie viele Wohnungen es jetzt insgesamt werden auf dem Grundstück und welcher Verkehr dadurch generiert wird. Gleich mehrere Bürger äußerten die Sorge, dass in Kombination mit der geplanten Bebauung auf dem Schlossgelände ein erheblicher Parksuchverkehr entstehen könnte. Auch war nicht bekannt, wie das Verfahren der weiteren Verwertung der Flächen ablaufen wird.

Hier gab die Rathauschefin ausführlich Auskunft: Der Teil, der an einen Investor veräußert werde, werde an den verkauft, der das für den Gemeinderat überzeugendste Konzept vorlege. Das beinhalte auch ein Belegungsrecht durch die Gemeinde, was selbstverständlich vertraglich gesichert werden müsse. „Das ist ein ganz normales Vorgehen.“ Tatsächlich gibt es viele Beispiele dafür, dass das funktionieren kann. Genau aus diesem Grund könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie viele Wohneinheiten es letztlich werden. „Bedarf an Wohnraum ist ohne Ende in unserem Speckgürtel“, meinte sie weiter.

Was die Sorge vor Parksuchverkehr angeht, betonte sie, dass der Gemeinderat schon daran gedacht habe. Die Zufahrt erfolge von der Erdinger Straße her.

Klaus Kuhn

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